Seite 9: Spezial-Manöver
Anker und Boje: Volle Kontrolle vom Cockpit aus

Was tun, wenn der gewohnte Anleger plötzlich einhand absolviert werden muss und es kräftig bläst? Ruhig bleiben – mit diesen Tricks meistern Sie jedes Manöver!

  • Lars Bolle
  • Felix Keßler
 • Publiziert am 05.07.2018
Hafenmanöver: 9 Anlege-Varianten für Einhandsegler Hafenmanöver: 9 Anlege-Varianten für Einhandsegler Hafenmanöver: 9 Anlege-Varianten für Einhandsegler

YACHT/M.-S. Kreplin Hafenmanöver: 9 Anlege-Varianten für Einhandsegler

Bei diesen beiden Spezialmanövern ist keine Pier in der Nähe. Vielmehr geht es darum, das Boot kontrolliert zu verankern oder an einer Muring festzumachen. Im Mittelpunkt steht bei beiden Manövern der Gedanke, dass der Steuermann das Cockpit am besten nicht verlassen soll. Denn dann vertreibt die Yacht und stellt sich quer zum Wind.

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Szenario 1: Das Grundeisen zunächst über das Heck auszubringen kann sinnvoll sein, wenn der Ankerplatz räumlich begrenzt ist und das Eisen an einer bestimmten Stelle fallen soll, oder aber in Tidengewässern, in denen die Yacht bei starker Strömung deutlich vertreiben würde, weil der Steuermann nicht gleichzeitig gegen den Strom dampfen und am Bug den Anker fallen lassen kann. Deshalb kann der Anker über das Heck fallen gelassen werden, wo der Einhandsegler alles in Griffweite hat. Das gelingt jedoch nur wirklich gut mit einem Kettenvorlauf, der komplett in einem Eimer am Heck gesammelt ist sowie einer angesteckten Ankertrosse, die bereits am Bug angeschlagen und im Idealfall zum Steuermann zurückgeführt ist. Ansonsten könnte die am Rumpf entlanglaufende Kette unschöne Kratzer hinterlassen.


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Szenario 2: Werden Bojen rückwärts angefahren, kann der Steuermann leicht über das Heck einen Festmacher ausbringen. Außerdem hält er die Boje maximal lange im Blickfeld und riskiert nicht, sie zu überfahren. Als Variante zu Schritt zwei kann auch der Festmacher achtern direkt per Hand zum Bug verbracht werden. Aber Achtung: Das gelingt nur bei sehr wenig Wind und ohne Strömung. Ansonsten kann die querstehende Yacht enorme Kräfte entwickeln. Alternativ kann auch zuerst ein Ende des Festmachers auf er Mittelklape belegt werden. Danach das andere Ende von achtern zum Bug bringen und belegen, anschließend das Ende von der Mittelklape zum Bug. So ist immer ein Ende des Festmachers an Bord belegt und der Skipper muss weniger als die halbe Kraft aufbringen, da die Reibung an der Boje zusätzlich die Zugkraft am losen Ende mindert.

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    Manöverkunde
    Hafenmanöver: 9 Anlege-Varianten für Einhandsegler
  • 2
    Manöverkunde
    Längsseits gehen bei Gegenwind
  • 3
    Manöverkunde
    Rückwärts gegen den Wind anlegen
  • 4
    Manöverkunde
    Mit dem Wind rückwärts an die Pier
  • 5
    Manöverkunde
    Erst heckwärts, dann längsseits
  • 6
    Manöverkunde
    Mit Mittelsprings entspannt in die Box
  • 7
    Manöverkunde
    Bei Seitenwind rückwärts in die Box
  • 8
    Starkwind-Manöver
    Von einem Pfahl in die Box abseilen
  • 9
    Spezial-Manöver
    Anker und Boje: Volle Kontrolle vom Cockpit aus

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