Manöverkunde

Hafenmanöver: 9 Anlege-Varianten für Einhandsegler

Was tun, wenn der gewohnte Anleger plötzlich einhand absolviert werden muss und es kräftig bläst? Ruhig bleiben – mit diesen Tricks meistern Sie jedes Manöver!

Lars Bolle, Felix Keßler am 05.07.2018
Masekowitz einhand
YACHT/M.-S. Kreplin

Manchmal passiert lange Zeit nichts und dann alles auf einmal. So lautet eine Binsenweisheit, die Segler immer wieder am eigenen Leib zu spüren bekommen, wenn sich auf See unglückliche Umstände in kürzester Zeit verketten. Ein idyllischer Segeltag im Sommer beispielsweise endet mit einem Gewitter – der Hafen wird nicht erreicht, bevor die ersten Böen die Yacht erfassen. Da genügt es schon, wenn sich die zweite Person an Bord kurz vor der Hafeneinfahrt auch noch den Knöchel verstaucht und plötzlich beim Manöver nicht mehr mit ganzer Kraft helfen kann. Daher gilt: Auch unter schwierigen Umständen und im engen Hafenbecken sollten Skipper das Boot einhand kontrollieren und einen Anleger fahren können. 

Eine Möglichkeit, sich unter Anleitung erfahrenener Solo-Regattaprofis ans Einhand-Segeln heranzutasten, bieten auch die Einhandtrainings der YACHT. An jeweils drei Tagen im September 2018 wird auf wendigen Seascapes vor Heiligenhafen gesegelt. Hier geht es zu weiteren Informationen.

Wer sich Kenntnisse über das Verhalten der eigenen Yacht direkt und ohne Fremdhilfe aneignen will,  sollte das bei verschiedensten Bedingungen probieren. Dabei haben Skipper mit moderneren Yachten einen klaren Vorteil – allerdings auch einen Nachteil. Die immer breiter gewordenen Hecks vereinfachen einige Manöver und ermöglichen andere überhaupt erst. Der Abstand des Anschlagpunktes, etwa die Heckklampe, zur Schiffsmitte bewirkt einen Hebel, über den sich die Yacht drehen lässt. Außerdem sind moderne Hecks meist offen gestaltet, und die Relingsdrähte lassen sich wegnehmen. So kann der Steuermann einen Pfahl oder die Pier sehr leicht erreichen, wenn er rückwärts an sie heranfährt. Was übrigens stark zu empfehlen ist.

Der geteilte Lateralplan neuerer Yachten, mit schmalem, tiefem Kiel und frei stehendem Ruder, hat beim Manövrieren allerdings auch Vorteile, wenn sie richtig genutzt werden. Zwar vertreiben solche Yachten recht schnell und heftig bei Seitenwind über den Bug, das ist der nicht zu unterschätzende Nachteil. Dafür richten sie sich relativ stabil mit dem Heck in Windrichtung aus, was Windfahneneffekt genannt wird. Da solche Yachten zudem in Achterausfahrt sehr kon­trolliert zu steuern sind, ergeben sich neue Möglichkeiten für Hafenmanöver über das Heck.

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Lars Bolle, Felix Keßler am 05.07.2018

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