Spezial-Manöver

Anker und Boje: Volle Kontrolle vom Cockpit aus

Lars Bolle, Felix Keßler am 05.07.2018

Bei diesen beiden Spezialmanövern ist keine Pier in der Nähe. Vielmehr geht es darum, das Boot kontrolliert zu verankern oder an einer Muring festzumachen. Im Mittelpunkt steht bei beiden Manövern der Gedanke, dass der Steuermann das Cockpit am besten nicht verlassen soll. Denn dann vertreibt die Yacht und stellt sich quer zum Wind.

Ankern über Heck

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Szenario 1: Das Grundeisen zunächst über das Heck auszubringen kann sinnvoll sein, wenn der Ankerplatz räumlich begrenzt ist und das Eisen an einer bestimmten Stelle fallen soll, oder aber in Tidengewässern, in denen die Yacht bei starker Strömung deutlich vertreiben würde, weil der Steuermann nicht gleichzeitig gegen den Strom dampfen und am Bug den Anker fallen lassen kann. Deshalb kann der Anker über das Heck fallen gelassen werden, wo der Einhandsegler alles in Griffweite hat. Das gelingt jedoch nur wirklich gut mit einem Kettenvorlauf, der komplett in einem Eimer am Heck gesammelt ist sowie einer angesteckten Ankertrosse, die bereits am Bug angeschlagen und im Idealfall zum Steuermann zurückgeführt ist. Ansonsten könnte die am Rumpf entlanglaufende Kette unschöne Kratzer hinterlassen.


Festmachen und Drehen an Bojen

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Szenario 2: Werden Bojen rückwärts angefahren, kann der Steuermann leicht über das Heck einen Festmacher ausbringen. Außerdem hält er die Boje maximal lange im Blickfeld und riskiert nicht, sie zu überfahren. Als Variante zu Schritt zwei kann auch der Festmacher achtern direkt per Hand zum Bug verbracht werden. Aber Achtung: Das gelingt nur bei sehr wenig Wind und ohne Strömung. Ansonsten kann die querstehende Yacht enorme Kräfte entwickeln. Alternativ kann auch zuerst ein Ende des Festmachers auf er Mittelklape belegt werden. Danach das andere Ende von achtern zum Bug bringen und belegen, anschließend das Ende von der Mittelklape zum Bug. So ist immer ein Ende des Festmachers an Bord belegt und der Skipper muss weniger als die halbe Kraft aufbringen, da die Reibung an der Boje zusätzlich die Zugkraft am losen Ende mindert.

Festmachen und Drehen an Bojen

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Lars Bolle, Felix Keßler am 05.07.2018

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