Foilen

Foil-Spezial: Was Sie zum Segeln auf Flügeln wissen müssen

Foils lassen mittlerweile auch Serienboote abheben und haben das Segeln grundlegend verändert. Wie es dazu kam und welche Modelle für jedermann zu haben sind

Felix Keßler, Jochen Rieker, Michael Good, Lars Bolle am 13.09.2018
iFly 15
YACHT/J. Trimeloni/IRISDESIGN.it

Man hört sie kaum, und man sieht sie nur kurz. Mit einem leisen Zischen flitzen sie vorbei und hinterlassen mit ihren filigranen Stelzen lediglich eine unscheinbare Spur auf der Wasseroberfläche. Wer die filigrane Kohlefaser-Jolle Moth beherrscht, kann satte 30 Knoten Top-Speed erreichen – und das mit einem gerade mal 3,30 Meter langen und lediglich 35 Kilogramm leichten Winzling. In keiner anderen Klasse hat das Thema Foiling so eindrucksvoll und nachhaltig eingeschlagen wie bei der International Moth. Innerhalb von wenigen Jahren hat die Einhand-Konstruk­tionsklasse die Metamorphose vom Gleiter zum Foiler fast vollständig vollzogen. Gegen 5000 Ein­heiten sind heute weltweit registriert, viele davon sind Foiler, unter anderem alle neuen Boote.

Für die Weltmeisterschaft im Juli 2017 am Gardasee hatten sich 200 Starter aus über 20 Nationen eingeschrieben, und alle segelten auf Booten mit Foils. Schon ab acht Knoten Wind kann ein Segler von 80 Kilogramm mit einer modernen Moth abheben, so lautet die Faustregel in der Klasse. Schwert und Ruder sind T-Foils mit waagerecht angebauten Tragflügeln. Die Profiltiefe ist bei beiden Foils einstellbar. Das Ruderfoil wird über die Drehung des Pinnenauslegers getrimmt, das Hauptfoil am Schwert über einen automatischen Widerstandsgeber.

Auch wenn es leicht und schwerelos aussieht: Foilen mit einer Moth erfordert viel Gefühl und Übung. Nur wer fleißig trainiert, ist "ready for take off" – und landet nicht nach jeder Bö gleich wieder im Nass. Neue Möglichkeiten, das "Fliegen" zu lernen, ergeben sich dadurch, dass auch renommierte Werften wie Beneteau Foiler im Yacht-Format in Serie bringen wollen. Die Figaro 3 (hier geht's zur Fotostrecke des Prototypen) der Franzosen mag eine Brücke bauen zwischen Profis und Amateuren, sie könnte ein Wegbereiter sein im Serienyachtbau. Doch zeigt sie auch die Grenzen der Physik auf. Nur in jeder Hinsicht aufs Nötigste reduzierte Regattaboote profitieren bisher wirklich von Foils – so wie Hochleistungs-Katamarane oder schnelle Jollen und Sportboote. 

Dennoch werden Foils die Zukunft des Segelns mitbestimmen. Wir erklären auf den folgenden Seiten, woher der Trend kommt, wie das Fliegen funktioniert und welche Foiler-Modelle auch für Einsteiger erschwinglich sind.

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Felix Keßler, Jochen Rieker, Michael Good, Lars Bolle am 13.09.2018

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