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Wasser im Diesel, Propeller frisst Leine, Ruder mit zu viel Spiel

Kleinere technische Defekte können meist schnell behoben werden – auch von Charterern. 10 Schrauber-Tricks für unbeschwerte Segelreisen

  • Andreas Fritsch
  • Felix Keßler
 • Publiziert am 31.05.2018
Diese 10 Tricks helfen bei jeder Bootspanne Diese 10 Tricks helfen bei jeder Bootspanne Diese 10 Tricks helfen bei jeder Bootspanne

Yacht / Klaus Andrews Diese 10 Tricks helfen bei jeder Bootspanne

8. Wasser im Diesel

Problem: Der GAU – ein Crewmitglied füllt Wasser in den Dieseltank. Oder beim Tanken, wie gelegentlich aus alten Tanklastwagen in Griechenland oder der Karibik, wird verunreinigter Diesel gebunkert.

YACHT/Ben Scheurer Passiert immer wieder: Crews füllen Wasser in den Dieselstutzen. Wird der Fehler früh genug erkannt, ist Selbsthilfe möglich

Lösung: Wichtigste Vorbeugung: das Befüllen im Auge behalten! Ist es aber doch passiert: Solange der Motor noch nicht gestartet wurde, kann die A­b­hilfe einfach sein. Wasser sinkt im Dieseltank schnell an die tiefste Stelle und scheidet sich exakt vom Treibstoff. Über den Zugang des Ansaugstutzens ist es oft möglich, das Wasser mit einer Handpumpe abzusaugen. So eine Pumpe bekommt man im Hafen mit etwas Glück vom Bootsservice oder einem Eigner geliehen. Den Schlauch mit einem Draht als Führung zur tiefsten Stelle legen und dann abpumpen. In transparenten Wasserflaschen kontrollieren, wann nur noch reiner Diesel kommt.

Wichtig: Vorher nicht den Motor starten! Er hat zwar einen Wasserabscheider, der ist aber nicht für große Mengen aus­gelegt! Wird er gestartet, sind schwere Motorschäden möglich! Chartersegler sollten solche Aktionen unterlassen und sofort die Basis kontaktieren!

9. Propeller fängt Leine

Problem: Beim Anlegen erwischt der Skipper eine Muringleine, oder es geraten Reste von Netzen, Angelschnüren oder Plastikfolien in den Propeller.

Yacht / Klaus Andrews Zum Freischneiden der Schraube am besten Wellenschliffmesser benutzen

Lösung: Ist die Leine oder der Fremdkörper dick und fest genug, blockiert er den Propeller völlig, sodass die Maschine abstirbt. Oder es kündigt sich Ungemach durch ein unrundes Schlagen des Propellers an. Dann sofort auskuppeln; damit wird ver­mieden, dass man den Fremdkörper schlimmstenfalls mit aller Macht regelrecht auf der Welle/ dem Saildrive festschmilzt oder der Propeller beschädigt wird.

Ein Tauchgang verschafft Klarheit. Zum Freischneiden eignen sich Wellenschliffmesser. Wichtig: Dünne Angelsehne auf einem Saildrive ist tückisch; sie kann sich durch die beiden Simmer­ringe in Richtung Getriebe arbeiten. Dann läuft das Getriebeöl aus, und ein kapitaler Motorschaden ist die Folge. Angelsehne also möglichst rückstandsfrei entfernen.

Eine leichte Ölspur beim Motoren im Heckwasser ist ein Indiz für diesen gefährlichen Schaden. Wurde der Motor abgewürgt, kann es passieren, dass der Festpropeller nach dem Freischneiden auf der Welle rutscht, da er eingeklebte Buchsen hat, die sich lösen, wenn dieser blockiert wird. Dann rutscht der Propeller beim Gasgeben später auf der Welle. Ebenfalls wichtig: Nach dem Freischneiden kurz checken, ob der Sicherungssplint des Props noch sitzt. Manchmal reißt er oder lockert sich – dann droht bei Rückwärtsfahrt der Verlust der Schraube.

10. Ruder hat Spiel

Problem: Die an der Ruderanlage oder Steuerrad spürbare Lose macht sensibles Steuern nahezu unmöglich.

Yacht / A. Fritsch Die Spannung auf den Steuerseilen und -ketten kann mit Spannern eingestellt werden

Lösung: Hat das Rad direkt auf der Achse der Steueranlage Spiel, ist das in der Regel rasch behoben. Die Feststellschraube für das Rad komplett abschrauben. Darunter liegt bei vielen Anlagen die Mutter, die das Rad auf die Achse drückt. Oft hat sie einen Einsatz für die  Winschkurbel und wird damit festgezogen; oder aber sie braucht einen großen Schlüssel.

Ist das Rad fest, entsteht Spiel meist durch schlecht gespannte Steuerseile am Quadrant. Durch die Abdeckungen in den Achterkammern zum Ruderquadrant kann man sich davon relativ rasch ein Bild verschaffen. Dort befindet sich der Quadrant mit den Seilen und Ketten, die am Ende durch zwei Wantenspanner an den Zügen gespannt werden. Diese vorsichtig mit Schlüssel und Schraubendreher nachspannen, während ein Crewmitglied das Spiel oben am Rad checkt. Die Sicherungsmuttern wieder gut anziehen, und das Problem ist behoben.


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    Diese 10 Tricks helfen bei jeder Bootspanne
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    Toilette blockiert - Was tun?
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    Rollanlage und Wasserpumpe
  • 6
    Tank, Antrieb, Ruder
    Wasser im Diesel, Propeller frisst Leine, Ruder mit zu viel Spiel

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