Lackieren

Besser lackieren: Tipps für das perfekte Ergebnis

Wie man die passende Farbe auswählt, sie aufbringt und häufig gemachte Fehler beim Auftragen vermeidet. Mit Erklärvideos und Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Felix Keßler, Lars Bolle, Hauke Schmidt am 15.02.2019
Lackieren
YACHT/ Hauke Schmidt

Für Eigner von Holz und auch von Stahlyachten gehört der Umgang mit Lack zur normalen Winter­arbeit, selbst wenn nicht jedes Jahr die komplette Außenhaut lackiert werden muss. Auszubessern gibt es immer etwas.  Wer nicht ständig mit Rolle und Pinsel hantiert, steht einer Komplettlackierung deutlich skeptischer gegenüber, denn im gleichen Maß, wie ein makellos glänzender Rumpf die Anmutung der Yacht verbessert, kann eine missglückte Lackierung die Optik ruinieren.

Damit die Auffrischungskur gelingt, sollte zuallererst entschieden werden, ob eine Einkomponentenfarbe oder ein Zwei-K-System verwendet wird. Mehrkomponentige Produkte sind in der Regel sehr viel widerstandsfähiger, sie zerkratzen nicht so schnell und sind UV-beständiger. Entgegen der landläufigen Meinung ist ihre Verwendung auch nicht problematischer. Abgesehen vom Anmischen sind die Arbeitsschritte identisch, und die Farben lassen sich genauso gut (oder schlecht) mit Rolle und Pinsel aufbringen wie konventionelle Ein­komponen­ten­lacke. 

Ein- oder Zwei-Komponenten-Lack verwenden?

Die Wahl des Lacksystem ist auch eine Frage des Untergrundes. Ist bereits ein Altanstrich vorhanden, kann es bei Zweikomponenten-Produkten zu Problemen kommen. Deren Lösungsmittel sind sehr aggressiv und weichen auch jahrzehntealte Ein-K-Beschichtungen auf. Die Beständigkeit des Untergrunds lässt sich aber einfach prüfen: Ein mit Zwei-K-Lösungsmittel getränkter Lappen wird mit Folie und Klebeband auf dem Altanstrich fixiert. Nach etwa zehn Minuten kontrolliert man, ob sich die Farbe angelöst hat. Sind keine Veränderungen zu erkennen, kann gefahrlos mit einem Zweikomponentenlack gearbeitet werden. Löst sich der Anstrich an, bleibt nur vollständiges Abschleifen oder die Ein-K-Variante. 

Wir gehen vom Schlimmsten aus und wählen die Maximalvariante; bei unserer Dehlya 25, dem großen YACHT-Refitprojektfand sich nur noch ausgekreidetes Gelcoat, Polieren zwecklos. So war eine Neulackierung unumgänglich, zudem wies die betagte GFK-Dame Schäden im Laminat auf. Das ermöglichte andererseits auch gleich ein moderneres Design. Denn die Achtziger-Jahre-Optik mit dem breiten blauen Zierstreifen passte nicht mehr in die Zeit. Also: runter mit dem Lack.

Fotostrecke: Vorbereitungen vor dem Lackieren

Zwar hätte der Rumpf auch mit einer Folie bezogen werden können. Dies erschien uns jedoch nicht sinnvoll. Denn um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, hätte die Außenhaut genauso umfangreich vorbereitet werden müssen – wie Lack bringt auch eine Folie alle Unebenheiten darunter später nur umso deutlicher zum Vorschein. Die Lackierung schützt jedoch den Rumpf besser und ist langlebiger. Eine Folierung ist also nur bei glatten Untergründen sinnvoll oder um besondere Effekte wie Metallic-Look oder Motivapplikationen zu realisieren.

Endlich... das heruntergekommene Äußere ist Geschichte!

Da beide Varianten ungefähr gleich teuer gewesen wären – in unserem Falle etwa 4000 Euro –, entschieden wir uns zusammen mit unserem Projekt-Partner Peter Wrede Yachtrefit GmbH für eine Spritzlackierung. Wer nicht so viel Budget einsetzen möchte, kann alle gezeigten Schritte mit Geschick und viel Zeitaufwand auch selbst ausführen – allerdings mit sehr wahrscheinlich weniger professionellem Endergebnis.

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Artikelstrecke Lackieren und Polieren


Felix Keßler, Lars Bolle, Hauke Schmidt am 15.02.2019

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