Seite 5: Ablenkung oder Kursänderung?
Beiliegen als Notlösung?

Nichts nimmt so sehr den Spaß am Segeln wie Übelkeit und Schwindel. Dabei lässt sich vorbeugen. Teil 1 unseres Spezials für entspannte Törns ohne Brechreiz

  • Lars Bolle
  • Felix Keßler
 • Publiziert am 17.05.2018
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YACHT/N. Günter 10 Tipps gegen Seekrankheit – Teil 1

4. Lenken Sie sich ab!

Aufgaben zuteilen  Wer ständig an seine Übelkeit denkt, wird diese wohl eher nicht los. Deshalb den Crewmitgliedern Auf­gaben zuteilen. Am einfachsten ist, sie abwechselnd steuern zu lassen. Da dazu viel Konzentration nötig ist, lenkt es von der Übelkeit ab. Zugleich bekommt die Person am Ruder das Gefühl, im Wortsinn alles im Griff zu haben, alles unter Kontrolle. Das stärkt die Zuversicht, ebenfalls ein wichtiger Faktor bei Seekrankheit, das Gegenteil wäre Angst. Andere Aufgaben könnten das Abhaken von Fahrwassertonnen in der Seekarte sein, Spiele spielen, Lieder dichten, Abzählreime und so weiter. Hauptsache, die betroffene Person ist nicht mit ihren – meist destruktiven – Gedanken allein.

Horizont beobachten  Der Blick auf die Kimm hat einen be­ruhigenden Effekt und wirkt der Seekrankheit entgegen, am besten dabei nach vorn schauen. Die gerade Horizontlinie ist eine gute Referenz für das Auge, die Bewegung der Yacht zu erfassen, womit optische und gefühlte Bewegung in Übereinstimmung gebracht werden können.

So deckt sich der empfundene Eindruck der Schiffsbewegung mit der visuellen Realität. Dabei helfen können auch Brillen, die einen künstlichen Horizont durch Flüssigkeit im Brillenglas simulieren. Einiger Beliebtheit erfreuen sich Akupressur-Armbänder, die durch Druck auf bestimmte Regionen des Handgelenkes die Seekrankheit zurückdrängen sollen. Die tatsächliche Wirkung der Armbänder wird kontrovers diskutiert, ein zuverlässiger Schutz vor Übelkeit auf See sind sie jedenfalls nicht.


5. Beruhigung

Beiliegen Ein ideales Manöver, auch Beidrehen genannt, um die Yacht kurzzeitig zu beruhigen. Dabei wird in der Regel nach einer Wende die Genua back stehen gelassen, das Großsegel killt oder ist, meist etwas eingerefft, gerade so dicht geholt, dass es nicht killt. Die Yacht liegt dabei sehr ruhig und einigermaßen aufrecht schräg zu den Wellen (ausführlicher Bericht in YACHT 17/2013). Die relative Ruhe kann genutzt werden, um einer seekranken Person das Erbrechen zu erleichtern oder sich um sie kümmern zu können – Zuspruch zu geben, zu trösten, einen Tee zu kochen, sie in die Koje zu bringen, beim Einschlafen zu helfen.

Motorsegeln  Die Maschine zu Hilfe zu nehmen kann die Bewegungen einer Yacht sehr deutlich verringern, vor allem auf Amwindkursen. Es kann langsamer, dabei aber spitzer zum Wind gesegelt werden. Der Rumpf arbeitet wegen der geringeren Fahrt weniger stark in der See, die geringere Krängung kann Angstgefühle mildern. Trotzdem bleibt die Geschwindigkeit nach Luv gleich.


Der zweite Teil dieses Spezials erscheint an gleicher Stelle in einer Woche, am 24. Mai 2018. Keine Updates von YACHTonline mehr verpassen? Jetzt zum kostenlosen Newsletter anmelden !

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