Seemannschaft
Hafenmanöver: Ablegen längsseits ganz kontrolliert

Das Loskommen von einer Pier bei auflandigem Wind zählt zu den schwierigsten Hafenmanövern. Wir zeigen vier Varianten, wie man auch aus Legerwall loskommt. Jetzt im PDF-Download

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 05.04.2022
Ablegen mit der luvwärtigen Achterleine Ablegen mit der luvwärtigen Achterleine Ablegen mit der luvwärtigen Achterleine

Yacht / N. Günter Ablegen mit der luvwärtigen Achterleine

Weht es ablandig bis parallel zur Pier, ist der Wind sogar ein Helfer. Bei allen Richtungen vom Anleger weg müssen nur die Leinen gelöst werden – die Yacht treibt von selbst vom Liegeplatz fort. Kommt der Wind dabei nicht genau aus 90 Grad ablandig, sondern etwas spitzer von vorn oder achtern, muss nur leicht mit Maschinenschub die Driftrichtung korrigiert werden. Als Gesamt-Bewegungsrichtung bleibt das Wegdriften vom Liegeplatz.

Weht es dagegen auflandig, wandelt sich das Szenario grundlegend. Die Möglichkeit, sich von der Pier einfach wegtreiben zu lassen, entfällt, denn die Yacht wird vom Wind auf den Liegeplatz gepresst. Ein Abdrücken per Hand ist oft aussichtslos oder nur so lange möglich, wie ein sehr leichter Wind herrscht. Doch auch dann kann es schwierig werden, wenn es Nachbarlieger gibt, einer vor dem Bug, ein anderer am Heck. In diesem Fall reicht der Weg voraus oder nach achtern meist nicht, um nach dem Abdrücken mit bloßer Maschinenkraft im Bogen den Liegeplatz in einem Zug zu verlassen. Oftmals landet man dabei längsseits an einem der Nachbarlieger.

Doch selbst das Abdrücken wird aussichtslos, wenn es stärker weht, denn der Winddruck steigt zum Quadrat der Windgeschwindigkeit. Was das bedeutet, zeigt folgende kleine Rechnung: Gegen einen Quadratmeter Fläche, der genau senkrecht zum Wind steht, muss bei 3 Beaufort mit etwa 1,8 Kilogramm gedrückt werden, um ihn auf der Stelle zu halten. Bei 5 Beaufort sind das schon rund 7 Kilogramm (bzw. Newton). Die vom Wind angreifbaren Flächen einer Zehn-Meter-Fahrten­yacht summieren sich auf etwa 20 Qua­dratmeter. Bei 5 Beaufort wären das grob gerechnet bereits 140 Kilogramm. Diese abzudrücken bedürfte schon einer im Fitnessstudio gestählten Crew.

Doch was passiert, wenn es gelingen sollte, die Yacht einen halben oder gar einen Meter von der Pier wegzudrücken? Sie treibt sofort wieder zurück, da die Rümpfe moderner Yachten normalerweise als U-Spant geformt sind. Sie liegen wie Schüsseln platt auf dem Wasser; gegen das seitliche Vertreiben stemmt sich der Rumpf also kaum. Und auch die schmalen, beim Segeln sehr effektiven modernen Anhänge helfen ohne Fahrt im Schiff kaum gegen das Verdriften. Was also tun?

In YACHT 7/2022 werden Schritt für Schritt die klassischen Manöver Eindampfen in die Vorspring und Eindampfen in die Achterspring gezeigt. Außerdem das Eindampfen in die luvwärtige Achterleine sowie eine Variante davon. Mit einer dieser Methode kommt so gut wie jeder aus der oben beschriebenen Situation frei und sie sollten zum Standardrepertoire jeder Crew gehören.

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