Seemannschafts-Serie Teil 4
Groß und Genua richtig setzen und bergen

Das Setzen und Bergen der Segel ist auf modernen Yachten kein Kunststück mehr – vorausgesetzt, die Crew beachtet ein paar wenige, aber wichtige Regeln. Worauf es im Einzelnen ankommt, jetzt im PDF-Download

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 24.04.2022
Geborgene Segel auf See nur grob sichern – erst im Hafen sauber auf­tuchen und verstauen Geborgene Segel auf See nur grob sichern – erst im Hafen sauber auf­tuchen und verstauen Geborgene Segel auf See nur grob sichern – erst im Hafen sauber auf­tuchen und verstauen

Yacht / Nils Günter Geborgene Segel auf See nur grob sichern – erst im Hafen sauber auf­tuchen und verstauen

Früher mussten die Segel nicht selten bereits im Hafen gesetzt oder konnten nach dem Törn erst dort geborgen werden. Als es noch keine verlässlichen, starken Antriebe gab, blieb den Crews nichts weiter übrig, als unter Segeln ab- und anzulegen. Dafür standen jedoch meist größere Vorhäfen als heutzutage inklusive Takeldalben zur Verfügung. An diese wurden die Boote verholt, und die Segel konnten im Wind stehend gesetzt oder geborgen werden.

Heute, mit modernen Yachten und starken Antrieben, werden solcherart Manöverhilfen nicht mehr benötigt. Sie sind folglich in den meisten Häfen zusätzlichen Liegeplätzen gewichen. Damit ist vielerorts das Segeln im Hafen nicht mehr möglich und oft sogar verboten. Die Tücher müssen also meist vor den Häfen gesetzt beziehungsweise geborgen werden. Dennoch beginnen diese Manöver auch heute noch am Liegeplatz – mit der Vorbereitung nämlich.

Alle Segel, also meist Groß und Genua, sollten angeschlagen und so vorbereitet sein, dass sie zwar nicht vom Wind unkontrolliert gelöst werden können, aber dennoch schnell zu bedienen sind. Also niemals etwa mit geschlossenen Lazy-Bags und ohne angeschlagenes Großfall den Hafen verlassen! Denn wenn plötzlich vor den Molenköpfen die Maschine versagt, wird man froh sein, das Segel hochreißen und sich freisegeln zu können.

Da es mittlerweile kaum noch schützende Vorhäfen gibt, ist es ratsam, sich ein möglichst ruhiges Gebiet vor dem Hafen für die Manöver zu suchen. Das ist einfach bei ablandigem Wind, aber fast unmöglich, wenn es direkt auflandig weht. Doch schon bei Quer-Richtungen reicht eine kleine Huk oder auch die Abdeckung einer Mole, um weniger Wind und vor allem weniger Wellengang abzubekommen. Das Bocken der Yacht in höherer See kann für eine Person, die zum Segelmanöver das schützende Cockpit verlassen muss, sehr gefährlich werden.

Ein Setzen und Bergen der Tücher sollte stets so schnell wie möglich, aber nicht überhastet geschehen. Mitten im Manöver ist die Yacht manövrierbehindert, und diese Phase sollte nicht unnötig lange dauern. Außerdem vergrößert sich bei zu langen Prozeduren das Manövriergebiet, wodurch die Kollisionsgefahr steigt.

Auf welche Details beim Setzen und Bergen von Roll- und herkömmlichem Großsegel sowie einer Rollgenua zu achten ist, wird in Folge 4 unserer großen Seemannschafts-Serie ausführlich gezeigt. Sie können Ausgabe 9/2022 über die Links unter diesem Text digital oder als Printmagazin bestellen, oder Sie nutzen das Kennenlernabo und holen sich alle 6 Hefte über diesen Link (bitte klicken).

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