Ausrüstung
SUPs für Segler: nützliches Spaßgerät für Bucht und Landgang

SUPs sind ein schöner Zeitvertreib am Ankerplatz. Sie taugen sogar als Dingi-Ersatz. Welche Größen zu empfehlen sind. Ein Überblick

  • Michael Rinck
 • Publiziert am 09.07.2022
Spaß zu zweit auf dem Tandem-Board Spaß zu zweit auf dem Tandem-Board Spaß zu zweit auf dem Tandem-Board

Hersteller Spaß zu zweit auf dem Tandem-Board

An einem schönen Ankerplatz kommt schnell der Wunsch auf, die Bereiche der Bucht oder Insel zu erkunden, die zu flach für die Yacht sind. Ein Dingi-Ausflug mit Flossen und Schnorchel im Gepäck ist schön, mit besegelbarem Beiboot oder SUP (Stand Up Paddleboard) macht es aber mehr Spaß. Letzteres erfreut sich in den vergangenen Jahren immer stärkerer Beliebtheit, weil sich die aufblasbaren Boards recht klein packen lassen, günstig sind und sie wenig zusätzliche Ausrüstung benötigen.

Das Paddeln im Stehen, Stand Up Paddling genannt, macht Spaß, übt die Koordination und kann bei längeren Touren auch Kraft und Ausdauer fördern. Mit den Boards lassen sich bei Bedarf also Freizeitspaß und Work-out verbinden, obendrein qualifizieren sich größere Modelle sogar zum Dingi-Ersatz, denn mit leichtem Gepäck und dem Bordhund kommt man damit allemal an Land. Auch mit zwei Personen lässt sich ein ausreichend voluminöses Brett nutzen.

Hersteller Dickes Brett für zwei Personen Das 15’0 Tandem MSL Inflatable Paddle Board der Firma Red Paddle ist ein Lastenesel. Wie der Name sagt, bietet es genug Platz und Auftrieb für zwei Personen. Der Weg vom Ankerplatz an den Strand ist auch mit kleinem Gepäck möglich. Um die nötige Stabilität zu bieten, kommt es mit beeindruckenden Abmessungen: 15 Fuß, also mehr als 4,50 Meter lang, über 86 Zentimeter breit und 20 Zentimeter dick, mit einem Volumen von 723 Litern. Gepackt misst es 102 mal 38 mal 41 Zentimeter und wiegt knapp 19 Kilogramm. Für boardaffine Segler kann es als Ersatz für das Dingi herhalten. Preis: 2.650 Euro.

Für den entspannten Paddelspaß ist die Auswahl des richtigen Boards entscheidend. Hierbei spielen die Abmessungen die Hauptrolle. Die Hersteller geben Maße immer zuerst in Fuß (’) und Inch (’’) an, meistens stehen aber auch Werte in Zentimeter dahinter. Die Breite entscheidet dabei maßgeblich über die Kippstabilität des Brettes; eine Breite zwischen 30’’ und 36’’ gilt für Hobbypaddler als ideal (das entspricht 76 bis 92 Zentimetern). Die Dicke ist ebenfalls wichtig, sie sollte mindestens zwischen 5’’ und 6’’ (12 bis 15 Zentimeter) liegen. Werte unter 4’’ sind zu gering – das Brett bietet dann zu wenig Auftrieb und wird extrem kipplig.

NEXXT-PICTURES Tourentauglicher Flitzer Das Touring SP 12’6 von Makaio ist durch die schmale Bug- und Heckpartie für schnelles, agiles Paddeln gemacht. Die spezielle Thermo Fusion Technology soll es steifer und dennoch leicht machen. Für Spaß in der Bucht und längere Ausflüge. Abmessungen: 381,0 mal 76,5 mal 15,2 Zentimeter. Volumen 280 Liter, Gewicht 10,5 Kilogramm. Preis: 729 Euro.

Die Länge des SUP entscheidet über Geradeauslauf und Manövrierbarkeit. Besonders lange Boards um 14’ gelten als Racer, sie fahren gut geradeaus, in Kurven und bei Manövern wird es aber umständlich. Das Tandem-Brett bildet hier eine Ausnahme: Es ist keinesfalls ein Racer, die Drehfreudigkeit leidet sicher wegen der Länge, dafür passen mehr Personen drauf.

Hersteller Großes und dennoch wendiges Board Das GTS Touring 12’6 Surf von Grandtour Sports soll den Spagat zwischen sportlichem Paddelvergnügen und stabiler Lage im Wasser schaffen. So soll es für Touren mit Gepäck genauso taugen wie zum Surfen mit Wing. Abmessungen: 381,0 mal 82,5 mal 15,0 Zentimeter. Volumen 360 Liter, Gewicht 10 Kilogramm. Preis: 1.129 Euro.

Alles zwischen 11’ 6’’ und 12’ 6’’ ist gut zum Touren geeignet. Kürzer sind die sogenannten Allrounder (10’ 5’’ bis 11’); sie drehen schneller und machen beim Paddeln ums Boot am meisten Spaß. Auf längeren Strecken ab drei Kilometern wird es aber anstrengend, da viel Energie ins Steuern für die Geradeausfahrt investiert werden muss.

Bei der Auswahl des richtigen Paddels gilt die einfache Regel: Je größer das Blatt, desto schneller kann man paddeln. Allerdings werden das Hobbypaddler nicht lange durchhalten. Zudem ist das Paddel auch zum Steuern wichtig und gutes Handling entscheidend. Deswegen gelten Flächen zwischen 85 und 100 Quadratinch als ideal. Des Weiteren ist die Länge des Paddels wichtig, sie muss zur Körpergröße passen. Viele Paddel sind längenverstellbar. Je länger aber das Paddel ausgezogen wird, desto mehr flext es und desto weniger Kraft kommt effektiv im Wasser an. Dazu kommt, dass größere Menschen auch mit mehr Kraft paddeln. Hier kann sich dann ein hochwertiges Paddel aus Carbon lohnen.

Stephan Gölnitz Einfach und gut für Einsteiger Das Modell Easy ADJ ist ein Paddel für Einsteiger. Die Konstruktion aus GFK spielt seine Vorteile beim Cruisen aus und kann in der Länge verstellt werden. Das Blatt hat eine Fläche von 100 Quadratinch, und das Gesamtgewicht beträgt 830 Gramm. Preis: 109 Euro. Es gibt auch eine Kinderversion für 99 Euro.

Hersteller High End für Profis am Paddel Das Lima von Starboard ist in der Version Prepreg Carbon ein absolutes Profipaddel. Die Bauweise garantiert höchste Steifigkeit bei geringem Gewicht. Die Finne soll die Kraft besonders effizient ins Wasser übertragen. Große Auswahl an Blatt- und Schaftgrößen. In Größe L hat das Blatt eine Fläche von 88 Quadratinch. Preis: ab 390 Euro.

Für Anfänger ist es ratsam, sich zunächst ein Board auszuleihen. Besonders beim ersten Versuch sollte ein breites, voluminöses Brett gewählt werden. Dann ist es fürs Erste am besten, kniend zu beginnen und ein Gefühl für die Balance beim Paddeln zu bekommen. Nach ein paar Minuten kann der Beginner vorsichtig aufstehen. Es empfiehlt sich ein Tag mit wenig Wind und Welle in einem geschützten Uferbereich. Sobald das Gleichgewicht gefunden ist, sind auch kleinere Wellen kein Problem. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich mit einem Hund auf dem Brett oder etwas Zuladung in Form eines Rucksacks steigern. Auf der ersten kleinen Tour kommt dann auch das Gefühl fürs Steuern auf gerader Strecke und in Kurven hinzu.

Als Ausrüstung zusätzlich zu Board und Paddel ist wenig nötig. Spezielle Halterungen für die Reling scheinen erst mal überflüssig für aufblasbare Boards, lassen sich diese doch platzsparend verstauen. In der Realität ist es aber sehr aufwändig, ständig Luft abzulassen und alles wegzupacken. Besonders das Aufpumpen ist anstrengend. Und so bleibt das Board für kurze Schläge in die nächste Bucht eher aufgeblasen. Ohne Befestigungsmöglichkeit liegt es dann schnell im Weg. Deswegen lohnt sich eine gute Relingshalterung. Das Modell von Niro Petersen bietet Auflageflächen am Seezaun – das Board wird dann per Gurt gesichert.

Hersteller Halterung für ein Board Die Halterung von Niro Petersen besteht pro Relingsstütze aus zwei Teilen: der unteren Auflage und mittig einem Abstandshalter mit Kunststoffpolster. An der nächsten Stütze müssen die Teile ebenfalls angebracht werden. Das Board wird da­rin abgelegt und dann per Gurtband gesichert. Die Auflage für Relingsstützen mit 25 Millimeter Durchmesser kostet 80,40 Euro, der Abstandshalter 25 Euro. Für ein Board addiert sich die Summe auf 210,80 Euro.

Noch einfacher macht es einem da die Halterung von Magma. Die U-förmigen Bügel können bei Nichtbenutzung flach an die Reling geklappt werden. Dieser Mechanismus stellt auch die Sicherung dar: Das Board wird in die Bügel gehängt und diese dann Richtung Reling geklappt, sodass sie das SUP beklemmen.

Hersteller Halterung für bis zu zwei Boards Der US-Hersteller Magma ist bekannt durch seinen Relingsgrill und hat seit einiger Zeit praktische Halterungen für SUPs im Programm. Diese sind in zwei Größen verfügbar. Der Abstand der U-förmigen Halter beträgt bei den kleineren 35 und bei den größeren Varianten 50 Zentimeter. Die Halter können seitlich an die Reling geklappt werden. Die Montage erfolgt an der Relingsstütze; ein dickes Polster verhindert Kratzer. Preis: ab 356 Euro.

Neben der Halterung kann auch eine gute Pumpe den Komfort deutlich steigern. Standardmäßig sind Handpumpen beim SUP dabei. Die Bretter müssen mit einem Bar Luftdruck gefüllt werden. Besonders die letzten Millibar können mit der Handpumpe recht anstrengend werden. Im Luftpumpentest (YACHT 9/2022) hatte sich gezeigt, dass das SUP mit der Handpumpe am schnellsten aufgepumpt ist. Danach ist man aber für mindestens 15 Minuten vor Erschöpfung nicht in der Lage, aufs Brett zu steigen. Die elektrischen Pumpen sind etwas langsamer, erledigen aber das Aufpumpen selbstständig und schalten beim gewünschten Druck ab.

YACHT/J. Kubica Hochdruck aus dem Akku Die Hochdruckluftpumpe Spinera von Fun Sports pumpt das Board elektrisch per Akku auf. Ein 14’-SUP bringt sie in knapp zwölf Minuten auf einen Bar Druck. Preis: 206 Euro.

YACHT/J. Kubica Das Work-out vorm Paddeln Die Pumpe Bravo 100 von Scoprega ist bei vielen SUPs standardmäßig dabei. Die Pumpzeit hängt von der eigenen Fitness ab. Knapp fünf Minuten sind möglich, danach ist aber eine Pause nötig. Kann auch für das Dingi zum Einsatz kommen. Preis: 74 Euro.

Zur Ausrüstung sollte auch eine Fangleine gehören, die am Board und an einem Fußgelenk befestigt wird. Sonst kann es passieren, dass bei etwas mehr Wind das Board vertreibt, sollte die paddelnde Person von diesem fallen. Deshalb ist es auch keine schlechte Idee für noch Ungeübte, eine Schwimmhilfe, etwa eine Regattaweste, anzulegen. Sie erschwert zwar etwas den Wiederaufstieg aufs Brett, stellt jedoch eine zusätzliche Sicherung dar.

SUP Galerie

8 Bilder

Die abgebildeten Boards zeigen eine Auswahl für Segler. Es gibt aber noch viele unterschiedliche Modelle, die besonders in der Rumpfform optimiert sind. Ein etwas höher gebogener Bug etwa bringt bei Welle Vorteile, ein schlankeres Heck macht das Board wendiger.

Auch ein festes Board (das nicht zusammengefaltet werden kann) hat Vorteile: Es fährt besser geradeaus, es steht sich darauf noch stabiler, und auf längeren Touren paddelt man ermüdungsärmer, da nicht so viel Energie in die Verformung des Brettes geht. Wenn also genügend Platz an Deck ist, kann auch das eine gute Lösung sein. Wenn es aber nicht gerade ein sehr großes SUP wird, muss genügend Platz für zwei Bretter eingeplant werden.

Wenn Sie noch mehr über SUPs erfahren möchten, wir haben ein eigenes Magazin dafür: SUP – hier klicken . In der aktuellen Ausgabe werden 17 Einsteigersets vorgestellt.

Dieser Artikel erschien auch in YACHT 13/2022. Das Heft ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Artikel über den Link unten herunter.


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Themen: SUPSUP-Board

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