Seemannschaft

Besser ankern, Teil 2: suchen & finden

Ob ein Ankerplatz geeignet ist, lässt sich der Seekarte entnehmen. Wir zeigen, worauf es ankommt. Der zweite Teil der Serie jetzt im PDF-Download

Hauke Schmidt am 05.07.2020
Seekarte Ankern Details Hsc_P5181302
Hauke Schmidt

Ufer, Kabel, Bodenart – die Seekarte verrät viel darüber, ob ein potenzieller Ankerplatz geeignet ist

Einsame Bucht statt überfüllte Ma­rina – oder einfach mal vor dem Strand liegenbleiben und die Abendstimmung genießen? Ankern ist mehr als eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Wer sich aus der Flotte der Hafenpendler löst, kann viel Neues entdecken. Und das direkt vor der Haustür – oder besser gesagt: neben der eigenen Hafenmole.

Der Weg führt dabei nicht selten über den Herdentrieb, eine vor der Küste ankernde Yacht zieht anscheinend andere Segler an. Häufig fällt die Entscheidung fürs Grundeisen dabei spontan: "Schau mal, die liegen da aber schön. Das könnten wir doch auch mal machen." Dabei lässt sich selbst ohne Leit­yacht oder Revierführer manches Kleinod erkennen – ein aufmerksamer Blick in die Seekarte reicht. Damit das Abenteuer Ankern eine positive Erfahrung bleibt, gilt es, ein paar Grundsätze zu beachten. Welche das sind, lesen Sie in YACHT 13/2020.

Bereits die in YACHT 12/2020 durchgeführten Berechnungen zur Bestimmung der minimal nötigen Kettenlänge haben gezeigt, dass nicht nur die Wassertiefe, sondern auch der Winddruck eine entscheidende Rolle spielen und dass ein simples Vielfaches der Wassertiefe gefährlich werden kann. Zur Vereinfachung der Mathematik hatten wir uns dabei auf eine stationäre Situation beschränkt, sprich, es wurden lediglich die direkt durch den Wind erzeugten Kräfte berücksichtigt. 

YL_794_Kette_8mm_10qm

Die Kette kann umso mehr Energie aufnehmen, je länger sie ist und je weiter sie angehoben wird. Bei geringer Tiefe läuft sie im flachen Winkel, daher muss für die gleiche Energiemenge mehr Kette bewegt werden. Sicheres Ankern ist erst ab etwa sieben Meter Tiefe möglich

Langfahrtsegler und YACHT-Leser Dr. Mathias Wagner hat die gleichen Überlegungen angestellt, sich aber zusätzlich mit den durch Schwoien oder Seegang hervorgerufenen Kräften und deren Folgen befasst. Diese sind beachtlich. Gerade das oft als besonders geschützt empfundene Flachwasser kann bei starkem Wind zur Falle werden. Durch die zugrunde liegende Physik kann die Kette in geringer Wassertiefe nur sehr wenig Energie absorbieren. Dadurch nehmen die nötigen Längen geradezu groteske Werte an, oder der Anker wird überfordert.

Eine Diskussion des Problems mit aufschlussreichen Diagrammen zur nötigen Kettenlänge finden Sie ebenfalls im aktuellen Heft.

YACHT 13/2020 ist im DK-Shop bestellbar. Oder Sie laden sich den Artikel direkt über den Link unten herunter.

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Hauke Schmidt am 05.07.2020

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