Bootsversicherung

Neue Angebote für Eigner und Charterer

Neubacher bringt Maschinenschaden-Erweiterung, Pantaenius ganzjährige Skipperhaftpflicht. Was sich hinter den Policen verbirgt

Pascal Schürmann am 09.11.2011

Nicht jede Yachtkaskoversicherung springt ein, wenn der Motor an Bord streikt und teuer repariert werden muss. Sei es, weil beispielsweise ein Bauteil den Dienst quittiert oder der Segler die Maschine falsch bedient hat. Um in solchen und ähnlichen Fällen nicht auf der Werkstattrechnung sitzen zu bleiben, bietet nun auch der Yachtversicherungsmakler Neubacher aus Schwerin eine Maschinenschaden-Erweiterung seiner Bootskaskoverträge an.

Ganz günstig ist der zusätzliche Schutz allerdings nicht. Für eine neue Hanse 355 mit Standardmotorisierung (Volvo D1-20, 13,3 kW/18 PS) kostet die Kaskopolice 238 Euro mehr, statt 553 Euro also 791 Euro (bei 1.000 Euro Kasko-Selbstbeteiligung) beziehungsweise statt 631 Euro sogar 869 Euro (bei 500 Euro Kasko-Selbstbeteiligung). Das heißt, die Absicherung des Maschinenschaden-Risikos macht fast ein Drittel der gesamten Kaskoprämie aus.

Ferner wichtig zu wissen: Die Selbstbeteiligung der Maschinenschadenerweiterung beträgt satte zehn Prozent der Versicherungssumme, mindestens jedoch 1.000 Euro. Damit muss der Versicherungsnehmer also nicht nur Bagatellschäden trotz Kaskoerweiterung selbst berappen, sondern unter Umständen auch Rechnungen begleichen, die mehrere hundert Euro ausmachen.

Zweite gravierende Einschränkung: Bei Totalschäden wird lediglich der Zeitwert ersetzt, maximal in Höhe der Versicherungssumme. Sollte derselbe Motor also in der Zwischenzeit teurer geworden sein, bleibt der Kunde auf dem Differenzbetrag sitzen. Einen 100-prozentigen Schadensausgleich gibt es eh nur in den ersten beiden Jahren nach Neuanschaffung der Maschine. Mit jedem weiteren Jahr zieht die Versicherung erst zehn und ab dem achten Jahr dann fünf Prozent von der Versicherungssumme ab.

Sollte eine Maschine tatsächlich in den ersten Jahren zu Schaden kommen, stellt sich per se die Frage nach dem Sinn einer solchen Zusatzversicherung. Denn in vielen Fällen wird die gesetzliche Garantie beziehungsweise Gewährleistung greifen. Bei älteren Modellen, deren Garantiefristen bereits abgelaufen sind und die trotzdem noch relativ hochwertig sind, könnte die Police hingegen schon eher lohnen.

Abgesicherte Risiken sind im Einzelnen laut Kleingedrucktem Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit oder Vorsatz Dritter; Konstruktions-, Material- oder Ausführungsfehler; Kurzschluss, Überstrom oder Überspannung; Versagen von Mess-, Regel- oder Sicherheitseinrichtungen; Wasser-, Öl- oder Schmiermittelmangel; Überdruck oder Unterdruck sowie Sturm, Frost oder Eisgang.

Auch bei all diesen genannten Punkten gilt eine nicht ganz unwichtige Einschränkung: Der Versicherer leistet eine Entschädigung nur für unvorhergesehen eintretende Schäden, also solchen, die Segler weder rechtzeitig vorhergesehen haben noch mit dem erforderlichen Fachwissen hätten vorhersehen können. Eine Formulierung, die im Streitfall reichlich Interpretationsspielraum lässt. Liegt grobe Fahrlässigkeit vor, gelten Schäden nicht als unvorhergesehen.

Mehr Infos zur Maschinenschaden-Erweiterung vom Anbieter auf www.neubacher-marine.de.

An private wie auch gewerbliche Skipper von Charteryachten wendet sich der Hamburger Versicherungsvermittler Pantaenius. Er hat jüngst eine Skipperhaftpflicht-Police auf den Markt gebracht, die nicht mehr nur für die Dauer eines Törns oder beschränkt auf wenige Wochen, sondern das gesamte Jahr über gilt. Vergleichbare Angebote hatten andere Makler bereits seit längerem im Angebot.

Eine solche Police dürfte insbesondere für Segler interessant sein, die mehrmals im Jahr als Schiffsführer einer gecharterten Yacht agieren. Versichert sind grundsätzlich Schäden, die beim Gebrauch einer fremden Yacht entstehen und die nicht von der yachteigenen Haftpflichtversicherung gedeckt sind. Die Police umfasst ebenfalls die Nutzung von Beibooten oder anderen Wassersportgeräten.

Mitversichert sind ferner die Abwehr unberechtigter Ansprüche, Gewässerschäden, die Kosten bei einer Arrestierung der Yacht (bis 100.000 Euro), der Verlust von Nachfolgevercharterungen (bis 20.000 Euro) sowie Schäden infolge grober Fahrlässigkeit an der vom Skipper geführten Yacht.

Interessenten können zwischen zwei Deckungsumfängen (jeweils pauschal für Personen- oder Sachschäden) wählen. Für Privatleute kostet die Skipperhaftpflicht für Yachten bis 17 Meter Länge 85 Euro (bei 6 Millionen Euro Deckungsumfang) beziehungsweise 127,50 Euro (bei 10 Millionen Euro Deckungsumfang. Ist die Charteryacht größer, klettern die Beträge je nach Deckungsumfang auf 130 Euro beziehungsweise auf 155 Euro.

Die Tarife für gewerbliche Skipper und alle weiteren Infos unter www.pantaenius.de.

Pascal Schürmann am 09.11.2011

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