Unglück

Kleinkreuzer wird Raub der Flammen

Im August sind drei Segelboote abgebrannt, alle wohl wegen technischer Defekte. Eine Fotoserie zeigt, wie rasch ein Schiff verloren geht

Pascal Schürmann am 21.08.2015
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Brennende Segelyacht im Hafen von Konstanz

Bereits am vergangenen Sonntag ist auf dem Bodensee in Konstanz laut Polizeiangaben ein achteinhalb Meter langes Segelboot beim Einlaufen in den Hafen in Brand geraten. Die Crew blieb zum Glück unverletzt. Sie konnte auf ein zur Hilfe geeiltes Motorboot der Konstanzer Segelschule übersteigen, welches die brennende Yacht dann zur Außenmole schleppte. Dort wurde der Brand zwar von der anrückenden Feuerwehr gelöscht. Das Boot erlitt dennoch Totalschaden.

Viele Spaziergänger am Konstanzer Seeufer haben das Unglück aus nächster Nähe mitverfolgt. Zwischenzeitlich standen beißende, dunkle Rauchwolken über dem Hafenareal. Fotos zeigen, wie zunächst nur leichte Rauchschwaden von unter Deck durch den Niedergang aufsteigen. Doch schon wenig später brennt das gesamte Heck lichterloh – ein Flammeninferno.

Andreas Jetzer war einer, der das Geschehen beobachtet und Fotos davon gemacht hat.

Fotostrecke: Brennende Yacht in Konstanz

Der Brand in Konstanz ist in diesem Monat nicht der erste Fall, bei dem Segelyachten ein Raub der Flammen wurden. Bereits am 7. August war im Brunsbütteler Schleusenvorhafen zum Nord-Ostsee-Kanal eine große Fahrtenyacht komplett durch ein Feuer zerstört worden. Auch hier lag die Brandquelle unter Deck; vermutlich hatte der Motor einen technischen Defekt erlitten. Und auch hier breiteten sich die Flammen derart rasant aus, dass der Crew nur der Sprung über Bord blieb, um ihr Leben zu retten.

Nur wenige Tage vor dem Unglück in Brunsbüttel war eine deutsche Segelyacht auf der Ostsee vor Alsen in Brand geraten. Der einhand segelnde Skipper musste in die Rettungsinsel gehen, auch er hatte gegen das Flammeninferno an Bord keine Chance. Seine Yacht sank, er selbst wurde von zur Hilfe eilenden Booten gerettet.

Brennende Yacht im Schleusenvorhafen

Die brennene Yacht in Brunsbüttel

Allen drei Fällen ist gemein, dass die Crews zwar unversehrt geblieben, ihre Schiffe aber verloren sind. Zu allem Überfluss könnten auf die Betroffenen auch noch Schadensersatzforderungen seitens der Behörden zukommen. Und zwar dann, wenn durch austretende Kraftstoffe, Öle oder auch durch die Löschmittel Gewässerverschmutzungen aufgetreten sind. Für deren Beseitigung wird der verantwortliche Eigner im Zweifel zur Kasse gebeten. 

Ein Unglück kommt selten allein

Wer eine gute Yachthaftpflicht- und -kaskoversicherung für sein Boot abgeschlossen hat, die auch eine Gewässerschaden-Deckung beinhaltet, ist auf der sicheren Seite. Dann springt die Versicherung ein. Gleiches gilt auch für Kosten, die im Zuge einer erforderlichen Bergung und Wrackbeseitigung entstehen.

Ist beispielsweise ein Schifffahrtsweg betroffen, muss häufig eine sofortige Bergung erfolgen. Daher sollten diese Posten auf jeden Fall über die Police in ausreichender Höhe gedeckt sein – und zwar zusätzlich zur Summe, die im Falle eines Totalverlustes für die Yacht ausgezahlt wird. Darauf macht aus Anlass der aktuellen Brandfälle die Hamburger Yachtversicherung Schomacker aufmerksam.

Generell sollten versicherte Bootseigner alle paar Jahre ihre Versicherungspolice überprüfen, so die Experten. Stimmt die Versicherungssumme auch im Falle eines Totalverlustes noch? Und sind die persönlichen Effekten in ausreichender Höhe mitversichert?

Für Letztere gelten häufig Beschränkungen. Meist beläuft sich die Deckung für die persönlichen Effekten, also für Handys, Laptops, Tablets, das Ölzeug und andere Dinge des persönlichen Bedarfs, auf zwei oder drei Prozent der Versicherungssumme. Und auch dieser Wert ist dann oftmals noch auf 2000 oder 3000 Euro gedeckelt.

Wer einmal den Wert seiner persönlichen Effekten zusammenaddiert, kommt aber rasch auf deutlich höhere Summen. Im Falle einer vierköpfigen Crew auf Urlaubstörn sind da schnell mal 10.000 Euro und mehr zusammen. Im Zweifel also die Versicherungssumme entsprechend anpassen, will man später nicht teilweise leer ausgehen. Oder den Mitseglern raten, eine Reisegepäckversicherung abzuschließen, die auch dann zahlt, wenn das Gepäck an Bord eines Schiffs durch Feuer zerstört wird oder infolge eines Bootsuntergangs verlorengeht.

Wie sich die Feuergefahr an Bord generell minimieren lässt und wie man sich am besten gegen Brand- sowie die damit verbundenen Folgeschäden richtig versichert, darüber werden wir in einer der kommenden YACHT-Ausgaben ausführlich berichten.

Pascal Schürmann am 21.08.2015

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