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Bessere Bedingungen

Neue Maklergesellschaften drängen auf den Markt / Bestehende Versicherer peppen ihre Policen auf

Pascal Schürmann am 07.04.2008

Zum Saisonstart sollte nicht nur das Boot fit gemacht werden. Auch ein kritischer Blick auf den bestehenden Versicherungsschutz kann lohnen. Sind Deckungsumfang, Bedingungswerk und vor allem auch die Prämien für Bootshaftpflicht und -kasko noch zeitgemäß? Oder gibt es mittlerweile bessere Angebote? Der Markt ist in Bewegung. Die wichtigsten News im Überblick:

In YACHT 5/2008 hatten wir gemeldet, dass das traditionsreiche niederländische Maklerbüro Eerdmans (www.eerdmans.nl) erneut den Inhaber gewechselt hat. Reinier van der Post hat dort inzwischen das Sagen. Vor ihm führte Ronald P. Triemstra die Geschäfte, nachdem der einstige Unternehmensgründer Reinder Eerdmans in den Ruhestand gegangen war und sein Büro an die Europeesche Verzekeringen verkauft hatte.

Da sich Triemstra mit dem Versicherungskonzern nicht über eine vollständige Übernahme aller Geschäftsanteile einigen konnte, hat er die Konsequenzen gezogen und sich nun gemeinsam mit Ehefrau Anneke mit einem eigenen Maklerbüro selbstständig gemacht. Der Name: Nauticfun Yachtversicherungen (www.nauticfun.de).

Nauticfun arbeitet als unabhängiger Policen-Vermittler mit verschiedenen Versicherungen in Holland zusammen, allen voran mit der Unigarant aus Hoogeveen. Das ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des ANWB (das niederländische Pendant zum ADAC mit über drei Millionen Mitgliedern) und inzwischen der zweitgrößte Wassersportversicherer in Holland.

Die Versicherungsbedingungen seien sehr gut, die Prämien günstig, und Probleme bei der Schadensabwicklung gebe es auch so gut wie nie, sagt Triemstra über die Unigarant. Gemeinsam wolle man sich nun auch in Deutschland einen festen Platz unter den Bootsversicherungs-Anbietern erobern.

„Das wollen wir in nicht nur über die guten Bedingungswerke, sondern insbesondere über einen Top-Service für unsere Kunden erreichen“, so Triemstra. Unter anderem stehe man rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche bereit, um Schadensmeldungen zu erfassen und möglichst rasch abzuwickeln. „Wir sind selber Wassersportler und wissen, wie viel einem daran liegt, die Zeit auf dem Schiff unbeschwert genießen zu können, ohne sich Sorgen um seine Absicherung machen zu müssen.“

Konkurrenz aus dem eigenen Land bekommt Nauticfun aber nicht nur von den alteingesessenen Maklern wie Eerdmans, Kuiper oder Schepen Onderlinge. Als neuer Player kommt nun auch die DNA Yacht Finance & Insurance ins Spiel (www.dnayachtinsurance.de). Dahinter steckt als 100-prozentige Anteilseignerin die DNA Adviesgroep BV, eine Beraterfirma aus dem friesischen Woudsend. Die will nicht nur in den Niederlanden, sondern ebenfalls verstärkt auch in Deutschland Wassersport-Policen der Delta Lloyd an den Segler bringen und ist hierzulande derzeit auf der Suche nach Vertriebspartnern.

Der Chef der DNA, Siep Amsterdam, verweist auf die umfangreichen Vorteile seiner Versicherungsprodukte: „Die Haftpflichtdeckung beträgt generell fünf Millionen Euro. Deutsche Kunden schließen ihre Verträge auch nach deutschem Recht ab. Wir bieten neben der Zeitwertversicherung auch eine Absicherung über eine feste Taxe an mit einer Schiffswertgarantie über drei Jahre. Wir gewähren eine Überdeckung von zehn Prozent bei einem Totalschaden. Wir bieten eine umfassende Deckung für versteckte Mängel. An Motor und Antrieb sind diese sogar zehn Jahre lang mitversichert. Wir nehmen keinen Abzug „neu für alt“ vor, ausgenommen Segel und Sprayhood. Die Selbstbeteiligung sinkt bei Schadensfreiheit von Jahr zu Jahr. Bergung und Hilfslöhne sind unbegrenzt mitversichert. Wir gewähren Schutz für große, maßgeschneiderte Fahrgebiete, und auf Wunsch kann das Boot auch in Südeuropa liegen. Mitversichert sind zudem das Inventar, das Beiboot, und wir gewähren kostenlosen Beistand bei der Durchsetzung von Regressansprüchen.“

Damit nicht genug, setze natürlich auch die DNA auf umfangreichen Service. Die reiche vom europaweiten Hilfsdienst, der rund um die Uhr erreichbar sei, bis hin zur kostenlosen Unfalldeckung.

Angesichts der stärker werdenden Konkurrenz aus dem Ausland, aber auch infolge des zunehmenden Wettbewerbsdrucks in Deutschland müssen sich die hiesigen Anbieter immer neue Strategien überlegen, um Altkunden zu halten beziehungsweise ihr Geschäft auszubauen.

So verkündete jüngst etwa Yachting24 (www.yachting24.de), der Online-Ableger von Branchenprimus Pantaenius, seine gerade erst am Markt eingeführten Konditionen aufzupeppen. Das Angebot, dass eine Art Grundabsicherung bietet, soll Kunden locken, die in erster Linie auf den Preis achten und denen es nicht so sehr auf eine umfassende Beratung ankommt (siehe YACHT 2/2008). Ganz ohne die marktüblichen Konditionen funktioniert das aber scheinbar nicht. Aufgrund hoher Nachfrage habe man sich entschlossen, so ein Bevollmächtigter der Firma, die maximale Deckungssumme für die Yacht-Haftpflichtversicherung auf fünf Millionen Euro zu erhöhen.

Noch radikaler geht die Esa-EuroShip (www.esa-marine.de) zu Werke, eine Tochterfirma der Allianz-Versicherung AG. Vor kurzem erst sorgte das Unternehmen mit einem preisgünstigen Tarif für Bodenseesegler in der Branche für Aufregung. Ab Mai will man nun der gesamten segelnden Kundschaft nicht länger nur einen einzigen Kaskotarif, sondern gleich drei anbieten. Je nach Bedarf können die Kunden dann wählen zwischen den Varianten Basis, Komfort und Premium. Für die besser betuchte Klientel mit Schiffen, die mindesten 2,5 Millionen Euro wert sind, gibt es zusätzlich noch einen Platinum-Tarif.

„Beim Basis-Tarif handelt es sich um eine Teilkasko. Sie deckt lediglich ganz bestimmte Gefahren ab, wie Diebstahl des Bootes oder Schäden infolge von Brand oder Explosion. Entsprechend günstig wird die Prämie ausfallen“, erklärt Martina Hellhoff von der Esa. Der Komfort-Schutz umfasse eine Grundabsicherung in Form einer Vollkasko-Police mit Allgefahrendeckung. Einen deutlich erweiterten Deckungsschutz biete der Premium-Tarif. „Diesen Tarif werden wir vor allem Neuboot-Eignern ans Herz legen, die rundherum abgesichert sein wollen und die sich diesen Zusatzschutz auch etwas kosten lassen.“

Martina Hellhoff: „Gerade in der heutigen Zeit, in der vieles über das Internet abgewickelt wird und eine umfassende Beratung dadurch teilweise auf der Strecke bleibt, möchten wir dem Interessenten eine Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Bedingungswerken geben, ohne das aufgrund geringerer Prämien auf Service und Betreuung verzichtet werden muss.“ Und weiter: „Unser Vertriebsnetz sind die Allianz-Vertreter, die bundesweit direkt vor Ort beim Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Die werden künftig eigens in Sachen Bootshaftpflicht- und —kasko-Policen fit gemacht. In jedem Segelrevier Deutschlands solle es in absehbarer Zeit mindestens einen auf den Wassersport spezialisierten Allianz-Fachmann geben, so Hellhoffs Ziel.

Und auch bei der Esa steht der Service als Zusatznutzen hoch im Kurs.
Seit Anfang 2008 hat man in Kooperation mit Mondial Assistance ihre Service-Leistungen erheblich erweitert. Die bisher geschaltete 24-Stunden-Helpline an 365 Tagen im Jahr steht den Esa-Kunden nach wie vor im Schadenfall zur Verfügung. Die Mitarbeiter übernehmen die Organisation von erforderlichen Sofortmaßnahmen und geben Hilfestellung im Schadenfall. „Dazu verfügen wir über ein Netz von Partnern, die in allen versicherten Revieren bei Problemen zur Verfügung stehen“, so Hellhoff.

Weiterhin stellt die Esa nun ebenfalls allen Kunden in Kooperation mit Mondial Assistance einen weltweiten Beratungsservice zur Verfügung, der auch unabhängig von der Yacht genutzt werden kann. Dieser Notfall- und Organisationshelfer für alle Lebenslagen beinhaltet Reise- und Gesundheits-Assistenzleistungen, die per Telefon rund um die Uhr weltweit abrufbar sind.

Über den Reiseservice kann man zum Beispiel Informationen über Einreise- und Impfbestimmungen des Reiselandes abrufen, sich Rat zur Zusammenstellung einer Reiseapotheke geben lassen oder in Erfahrung bringen, wo man Flüge und Hotels reservieren kann. Der Gesundheits-Service hilft bei der Vermittlung geeigneter Ärzte und Krankenhäuser im Ausland, überwacht die ambulante oder stationäre Behandlung auf Basis des deutschen medizinischen Niveaus und organisiert bei Bedarf den Rücktransport in die Heimat.

Der Clou daran: Alle Beratungs- und Organisationsleistungen sind für die Esa-Kunden kostenfrei. Leistungen Dritter, wie das Flugticket, das Hotelzimmer oder die Arztrechnung übernimmt der Service allerdings nicht. Übrigens profitieren von Mondial Assistance auch Versicherte, die ihre Police nicht direkt bei der Esa, sondern einem unabhängigen Makler abgeschlossen haben, der mit der Esa als Versicherer zusammenarbeitet.

Ein Blick ins Kleingedruckte oder ein Anruf beim Versicherungsvertreter hilft, um herauszufinden, welche Gesellschaft eigentlich hinter dem eigenen Vertrag steckt.

Und wer ganz auf Nummer sicher gehen und aktuelle Konditionen verschiedener Anbieter einholen will, füllt einfach das vorgefertigte YACHT-Antragsformular aus. Dieses wird an über 20 Versicherer versendet, die dem Interessenten dann ein individuelles Angebot zukommen lassen.

Pascal Schürmann am 07.04.2008

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