Ratgeber

Die richtigen Policen für Clubsegler

Für alle, die in einem Segelverein sind, ein Boot besitzen oder mit den Vereinsbooten segeln. Und die für ihren Club an Regatten teilnehmen

Pascal Schürmann am 06.03.2013

Opti-Training für den Vereinsnachwuchs auf der Hamburger Außenalster

Fast alle Segelclubs in Deutschland sind dem DSV angeschlossen, das heißt konkret, sie sind Mitglieder in ihrem jeweiligen Landesverband. Parallel dazu existiert eine Mitgliedschaft der Clubs in einem der Landessportbünde. Diese haben für ihre Mitglieder Gruppenversicherungen abgeschlossen, die meisten, 14 von 20 Landessportbünden, bei der Arag-Sportversicherung.

Jeder Segler ist also bei der Ausübung seines Hobbys im Verein unter anderem unfall- und haftpflichtversichert. Ob das nur für die Nutzung vereinseigener Boote gilt oder auch für die der Mitglieder, hängt vom jeweiligen Vertrag ab, den die einzelnen Landessportbünde mit der Arag geschlossen haben. Im Zweifel im Verein nachfragen.

Unerheblich ist hingegen, ob sich ein Unfall während einer Regatta, beim Training, auf einer lockeren Geschwaderfahrt, im Rahmen von Arbeitsstunden oder auf dem Clubfest an Land ereignet. Auch der Weg zum Training oder die Anfahrt zur Regatta ist versichert. Versicherungsschutz besteht über den Verein hingegen nicht, wenn mit dem eigenen Boot Törns außerhalb des Clubgeschehens unternommen werden. Hier greifen die generellen Versicherungen für Jollensegler und Yachteigner.

Mitglieder des Hamburgischen Vereins Seefahrt an Bord der clubeigenen Hochseeyacht auf Island-Törn

Damit Versicherungsschutz über den Club besteht, muss ein Segler von seinem Verein zu einer Regatta entsandt werden. Insbesondere dann, wenn diese nicht auf dem heimischen Revier ausgetragen wird. In der Praxis hat es sich eingebürgert, beim Veranstalter in der Meldeliste den eigenen Verein einzutragen. Doch Vorsicht, ganz ohne Wissen seines Clubvorstands sollte man nicht einfach irgend­wo melden. Ereignet sich ein Unfall, fordert der Sportversicherer eine Bestätigung über die Entsendung.

Grundsätzlich bietet die Sportversicherung eine Art Basisschutz. Resultiert aus einer Sportverletzung eine Invalidität, erhält der Betroffene finanzielle Unterstützung. Fügt er anderen unbeabsichtigt, aber schuldhaft Schaden zu, muss er nicht mit seinem Privatvermögen dafür haften.

Die Deckungssummen der Sportversicherung sind jedoch vergleichsweise niedrig. Sie ersetzt keinesfalls die private Vorsorge. Insbesondere wer mit dem eigenen Schiff am Vereinsgeschehen teilnimmt, sollte dies zu höheren Summen haftpflicht- und gegebenenfalls kaskoversichern. Für Kaskoschäden an Booten kommt die Sportversicherung nicht auf.

Einige Yachtversicherer gewähren Rabatte, wenn eine Mitgliedschaft in einem Segelverein besteht. Auf diese Weise kann es zwar zu einer teilweisen Doppelversicherung kommen. Das aber ist kein Problem. Im Fall des Falles genügt es, den Versicherern jeweils von der Existenz der anderen Gesellschaft zu berichten, sodass diese die Begleichung des Schadens unter sich aufteilen können.

Anders in puncto Unfallversicherung. Hat man selbst solch eine Police abgeschlossen, zahlen nach einem Unglück bei Vorliegen einer Invalidität beide Gesellschaften die jeweils vereinbarte Versicherungssumme aus, man kas­siert also doppelt. Wichtig: Ansprüche frühzeitig sichern.

Auch scheinbare Bagatellen melden, selbst wenn nach einer Verletzung zunächst kein langwieriger Heilungs­prozess oder gar eine dauerhafte körper­liche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Je nach Landessportbund können zusätzlich Übergangsleistungen oder Krankenhaustagegelder für die Vereinssportler vereinbart sein. Die Unfallmeldung sollte möglichst frühzeitig erfolgen.

Gelände des Berliner Vereins Seglerhaus am Wannsee

Wer ein Amt im Verein inne hat, ob als Vorstand oder Bootswart, profitiert ebenfalls von der Sportversicherung. Für Ehrenamtliche gibt es nicht nur die herkömmliche Haftpflicht. Eine Vertrauensschaden-, Bauherren- und Rechtsschutzpolice sind eben­falls Vertragsbestandteil. Einzelne Sport­bünde haben zudem für ihre Mitglieder eine Vermögensschaden- und eine Krankenversicherung abgeschlossen.

Ferner können über die Arag-Sportversicherung auch Nichtvereinsmitglieder ab­gesichert werden. Wichtig, wenn beispielsweise Schnuppersegel-Events stattfinden.

Und schließlich ist der Verein als Ausrichter von Regatten oder anderen Veranstaltungen versichert, solange dies unter dem Dach des zuständigen Landesverbands geschieht. Organisiert ein Club hingegen eine Deutsche Meisterschaft, hat der DSV als Dachverband eigens dafür eine gesonderte Ausrichterversicherung abgeschlossen.

Vereine können ihre ehrenamtlich tätigen Mitglieder gegen hohe Vermögensschäden auch über herkömmliche Yacht-Assekuranzmakler versichern.

Normale Vereinsmitglieder sind untereinander in der Regel nur in Bezug auf Sachschäden ersatzpflichtig. Bei Amtsträgern besteht auch bei Personenschäden Haftpflichtdeckung. Zum Beispiel gibt es Geld von der Sportversicherung, wenn ein Trainer eine Maßnahme anordnet, bei der einer seiner Schützlinge zu Schaden kommt.

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Pascal Schürmann am 06.03.2013

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