Régates Royales

Panerai Classic Yachts Challenge 2013

Mit der 35. Auflage der Régates Royales im französischen Cannes ging die internationale Regattaserie für klassische Yachten zu Ende

Lasse Johannsen am 03.10.2013

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Zum traditionellen Saisonabschluss trafen sich fast 90 prachtvolle alte Yachten aus über 20 Nationen in Cannes. Bei wechselhaften Winden von 10 bis 20 Knoten segelten sie fünf Tage lang auf Küsten- und Dreieckskursen zwischen der Westküste des Golfe de La Napoule und den Îles de Lérins um die Wette. Neben der Siegerpreisen dieser Regatta wurden in Cannes auch die begehrten Trophäen für die Klassensieger des Mediterranean Circuit der Panerai Classic Yachts Challenge 2013 verliehen. Nach den Etappen in Antibes, Argentario, Neapel, Mahon und Cannes hießen die Gesamtsieger in den drei Klassen "Cambria" (Big Boats), "Leonore" (Vintage) und "Il Moro di Venezia" (Classic).

Dies war nach 2010 bereits der zweite Sieg für die "Cambria" in der Kategorie Big Boats. Gebaut im Jahr 1928, ist sie die einzige noch seetüchtige Yacht in der internationalen 23-Meter-Klasse. Einschließlich des Bugspriets misst dieser Bermuda-Kutter aus Holz stolze 40 Meter. Entworfen und gebaut wurde er auf der berühmten William-Fife-Werft im schottischen Fairlie. Die Cambria, ihr australischer Kapitän und ihre 22 Mann starke Crew sind treue Anhänger der Panerai-Regatten. So nahmen sie im Laufe der letzten neun Jahre an nicht weniger als 42 Wettfahrten teil. Eindrucksvolle 38 Mal überquerten sie dabei in ihrer Klasse die Ziellinie als Erste. Eine schöne Auszeichnung für eine Yacht, die früher von der Türkei zu den Kanaren und von der Karibik nach Neuseeland und Australien segelte. Von dort aus setzte sie nach grundlegender Restaurierung ihren Erfolgskurs fort.

In der Kategorie Vintage sicherte sich zum zweiten Mal in Folge die 15 Meter lange "Leonore" aus dem Jahr 1925 den Gesamtsieg. Diese schlanke, schnelle Marconi-Slup gehört zur Q-Klasse. Entworfen wurde sie nach der von dem großen amerikanischen Designer Nathanael Herreshoff 1904 entwickelten Universal Rule. Sie entstand auf der Werft Anker & Jensen nach einem Entwurf von Johan Anker. Die Crew der "Leonore" bestand wie in den vergangenen Jahren aus einer Gruppe ehemaliger America's-Cup-Teilnehmer, darunter der sehr erfolgreiche Steuermann Mauro Pelaschier. Mit dem diesjährigen Sieg in Cannes gewann diese Crew insgesamt viermal die Panerai Classic Yachts Challenge.

Schon bei ihrer zweiten Teilnahme am Panerai Circuit in Folge erreichte die "Il Moro di Venezia" mit dem Gesamtsieg in der Kategorie Classic ihr erklärtes Ziel. Die 20 Meter lange Bermuda-Slup entstammt der Feder des argentinischen Designers Germán Frers und war 1975 die erste italienische IOR-Maxi-Yacht. Ihre gleichnamigen Nachfolgerinnen schrieben im America's Cup italienische Segelsportgeschichte. In Auftrag gegeben hatte die "Il Moro di Venezia" in Schichtholzbauweise der italienische Chemieunternehmer Raul Gardini. Heute gehört sie Massimiliano Ferruzzi, dem Sohn von Arturo, der zur Feier ihres Sieges nach Cannes kam. Letzterer besitzt mit der 1931 gebauten 31 Meter langen "Puritan" auch einen der schönsten amerikanischen Schoner, der noch auf dem Wasser ist.

Nicht nur die Saisontrophäen wurden in Cannes überreicht, sondern auch die Preise für die Gewinner der Régates Royales und insbesondere die Officine-Panerai-Uhren für die Sieger in den Kategorien Big Boats, Vintage, Classic und Spirit of Tradition. Diese gingen an "Moonbeam III" aus dem Jahr 1903 in der Kategorie Big Boats, "Chinook" aus dem Jahr 1916 in der Kategorie Vintage, den Bermuda-Kutter "Ea" aus dem Jahr 1952 in der Kategorie Classic und "Catleya" aus dem Jahr 2012 in der Kategorie Spirit of Tradition. Letztere gehört zur neuen Dilong-Einheitsklasse und siegte bereits im Vorjahr in Cannes in der gleichen Gruppe.

Weitere Preise gingen an "Skylark" aus dem Jahr 1937 in der Kategorie Vintage Marconi Over 15 Metres und "Sirius", eine ebenfalls 1937 gebaute New York 32, die die Kategorie Vintage Marconi Under 15 Metres dominierte. Ein anderer sehr bewegender Moment während der Preisverleihung war die posthume Ehrung des unlängst verstorbenen ehemaligen Präsidenten des Yacht Club de Cannes Jean-Claude Montesinos.

Neben den klassischen Yachten trafen sich in Cannes auch 36 Drachen. Der Drachen ist eine erstmals 1929 in Norwegen gebaute Einheitsklasse. Nach neun Wettfahrten ging der Gesamtsieg an die englische Skipperin Gavia Wilkinson Cox und "Jerboa". In der 1931 in Finnland  konstruierten Requin-Klasse siegte das französische Boot "Slim". Die "Marsh Harrier" triumphierte bei den vor mehr als einem Jahrhundert in England entworfenen eleganten Gaffelslups der Broad-Klasse.

Unter den zahlreichen Weltklasseseglern befand sich auch die erfolgreiche Französin Florence Arthaud. Der englische Yachtdesigner Rob Humphreys fuhr an Bord der neuen Super Classic "Tempus Fugit" mit. Germán Frers brachte seine "Sunny" aus dem Jahr 1935 eigens für diese Wettfahrten den weiten Weg von Südamerika bis nach Europa.

Die Vielzahl und Qualität der teilnehmenden Yachten von "Mariquita" über "Mariska" bis hin zu den majestätischen Gaffelschonern "Altair" (1931), "Elena of London" und "Eleonora" unterstrich die Stellung der alljährlichen Veranstaltung in Cannes als führende und bestbesuchte Regatta klassischer Yachten im Mittelmeerraum. Sowohl Eigner als auch Crews haben sich den Termin der Regatta in Cannes bereits in ihren Kalendern für 2014 vorgemerkt. Schließlich feiert die Panerai Classic Yachts Challenge nächstes Jahr ihr zehnjähriges Bestehen.

Lasse Johannsen am 03.10.2013

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