Insel-Spezial

10 Eilande mit einmaligen Charme

Amorgos, Ponza, Cabrera, Bozcaada - kleine Inseln können so besonders sein, dass sie als Mikro-Revier eigens einen Törn wert sind

Andreas Fritsch am 26.08.2011

Als Ergänzung zum Insel-Thema in der YACHT Nr. 19 finden Sie im folgenden weiterführende Infos zu den Zielen, mehr Fotos, Hinweise auf die letzten YACHT Ausgaben, in denen die Ziele vorkamen und vieles mehr. Am Ende aller texte finden sie Links zum PDF-Download der letzten Reviergeschichten, die in der YACHT erschienen sind und in denen die erwähnten Inseln eine Rolle spielen. Die PDFs sind für Abonnenten kostenlos downloadbar.

1. Maddalena 

Anreise Mit diversen Billigfliegern von verschiedenen deutschen
Städten nach Olbia. Easyjet fliegt ganzjährig bereits für 21 Euro ab
Berlin. Günstigster Rückflug bei 60 Euro. Hapag Lloyd fliegt ab
Hamburg retour für zirka 250 Euro (www.tuifly.de).
Charter       Am besten ab Nordostsardinien, etwa Portisco, Ol
Wind & Wetter Im Maddalena-Archipel herrschen im Sommer vorwiegend
west- bis südwestliche Winde vor (Libeccio). Auf der Rückseite
Sardiniens segelt man relativ geschützt (Fallböen ausgenommen).
Im Sommer kann man sich tagsüber auf Thermik verlassen,
die aus Südost mit maximal 4–5 Beaufort weht. Im Herbst oder bei
Mistrallagen im Sommer häufig auch kräftigere Winde aus Nordwest
und Südost, die vor allem in der Straße von Bonifacio heftig
blasen und schnell eine größere Welle entstehen lassen.
Häfen & Ankerplätze Im Archipel gibt es lediglich einen Hafen: La
Gavetta auf der Hauptinsel La Maddalena. Im Herbst und Frühjahr
bekommt man problemlos einen Liegeplatz. Markthalle und Supermarkt
sind in Fußweite. Als Alternative kann der kleine Ort Cannigione
auf Sardinien angelaufen werden. Schöner ist es in einer der
Buchten des Archipels, in denen in der Hauptsaison zum Teil aber
nicht übernachtet werden darf.
Navigation & Seemannschaft Das Revier ist relativ problemlos zu
besegeln und auch familientauglich. Bei stärkeren Winden wird man
sich immer irgendwo in Lee verholen und umdisponieren können.
Navigiert wird hauptsächlich nach Sicht. Das Gebiet zwischen der
Insel La Maddalena und Caprera sollte man wegen vieler Steine mit
Vorsicht ansteuern. Ebenso die „Passo di Cecca Morto“ – die
„Durchfahrt der Lebensmüden“ zwischen den nördlichen Inseln
Razzoli und Budelli. Unbedingt zu beachten sind die Befahrensregeln
und Schutzzonen des Nationalparks La Maddalena. Ausführliche
Informationen dazu finden sich in den Handbüchern oder unter
www.lamaddalenapark.net. Das Permit, erhältlich vom Vercharterer
oder der Nationalparkverwaltung, kostet
rund 100 Euro/Woche.
Literatur Revierführer: Andrea Horn/
Wyn Hoop, „Korsika, Nordost-Sardinien,
Toskanische Inselwelt“, Edition Maritim,
45 Euro

2. Ponza

Ein Törn zu den Pontinischen Inseln, zu denen Ponza gehört,  wird meist mit dem Start im Golf von Neapel und den dortigen Inseln verbunden (Ischia, Capri und Procida), da dort die meisten Charterstationen liegen. Die Wege sind kurz, 10 bis 15 Meilen liegen die Tagesziele in der Regel entfernt. Zwischen den Pontinischen Inseln Ventotene, Ponza, Santo Stefano, Palmarola und Zannone sind die Entfernungen nur unwesentlich weiter. Man segelt meist am Fuß steil aufragender Küsten, in deren Spalten oder auf Plateaus liegen die schönen, historisch gewachsenen Städte.
Charter Relativ neu ist die Sunsail Basis auf der Insel Procida, die ideal für den Törn als Ausgangshafen ist, es gibt aber auch weitere Anbieter direkt in Neapel. Buchbar über www.sunsail.de oder über alle Sunsail-Agentenuren in Deutschland. 

Anreise Günstige Verbindungen nach Neapel aus fast allen deutschen Regionen. Im Sommer sind 200 bis 300 Euro realistisch, in Vor- und Nachsaison deutlich billiger.  

Wind & Wetter Im Sommer Thermik aus Nordost bis Ost oder Südsüdwest mit 2 bis 5 Beaufort. Längere Flauten sind möglich, nachts die Regel. In Herbst und Frühjahr ziehen öfters Gewitter auf, die Starkwind bringen können.

Häfen & Ankerplätze Die Häfen sind im Sommer voll und für Nordeuropäer manchmal etwas chaotisch. Im Juli und August sichert nur frühes Kommen einen Platz. Die Preise sind dann deftig, übersteigen schnell die dreistellige Region für die Nacht mit einem Zwölf-Meter-Schiff, in der Vor- und Nachsaison sinken sie deutlich. Alternativ las- sen sich gerade wegen der lauen Winde nachts hervorragend Ankerplätze nutzen, sodass die Bordkasse geschont werden kann.

Navigation & Seemannschaft Der Golf und die Pontinischen Inseln sind ein gutes Anfängerrevier, sieht man von den Manövern in überfüllten Häfen ab. Manche der Inseln umgeben Untiefen und Riffe, es gibt einige in den Seekarten ausgewiesene Schutzgebiete (Santo Stefano), die nicht befahren werden dürfen. Literatur & Seekarten Rod Heikell: „Küstenhandbuch Italien“, Edition Maritim, 49,90 Euro. Landgang: „Golf von Neapel“, Michael Müller Verlag, 17,90 Euro, sowie das „Merian“-Heft zur Region für 7,50 Euro

3. Amorgos

Charter  Amorgos ist als östlichste Kykladeninsel, die am Rand zum Dodekanes liegt tatsächlich einfacher von dort zu erreichen, als von Athen aus. Kos oder Samos sind gute Starthäfen, was zudem die Amwind-Anteile im Vergleich zum Start in Athen minimiert. In Samos sind Ecker Yachting oder Seafarer, eine gute Wahl, auf Kos und ab Athen ist die Auswahl noch sehr viel größer.

Amorgos

Amorgos

Wind & Wetter Ab Juni baut sich Meltemi in der Ägäis auf, der auch das Wetter für Amorgos bestimmt. Im Juli und August weht er aus nördlichen Richtungen und kann durchaus Starkwindstärke haben, an der Südküste starke Fallböen. in der Saison davor und danach wird der Wind deutlich schwächer, dann sind schwachwindige Abschnitte nicht ungewöhnlich. Da die Törnziele praktisch alle im Norden liegen, läuft man die Insel am besten von dort kommend an.

Fotostrecke: Amorgos

Häfen und Ankerplätze Katapola ist der komfortablere Hafen und bietet mehr Plätze an der Mole als Agiali und wird bei Meltemi weniger vom Schwell getroffen. Katapola bietet Stromversorgung und WLAN, allerdings brach 2010 bei mehr als 6,7  Yachten am Stecker oft das Netz zusammen. Ein Hafenmeister kassiert ein geringes Liegegeld. In Katapola direkt am Hafen ein Mopedverleih für den Ausflug zum Inselort und dem Kloster an der Südküdste.  

Navigation & Seemannschaft  Im Norden bei sehr starkem Meltemi hoher Seegang, der von der Küste reflektiert wird und dann sehr unangenehm werden kann. In der westlichen Ankerbucht Kolofana liegen viele Fischerboote an Mooringbojen, entsprechend vorsichtig muss man beim Ankern sein.

Literatur & Seekarten Rod Heikell: Griechische Küste, Edition Maritim, 54 Eur, Radspieler: Griechenland 2, 29,90 Euro.

 

4. Skopelos

Charter Start ist in der Regel im Golf von Volos am Festland, da die Charterstationen auf Skopleos Nachbarinsel Skiathos nicht direkt von Deutschland angeflogen werden. Am Festland gibt es eine Sunsail-Basis in Milina und einen Station von Ecker Yachting in Achilleion. Direktflüge mit Air Berlin nach Volos, das dichter an Achilleion liegt als Milina, dort dauert der Transfer etwa 2 Stunden. Wer nur bis Skopelos will, kommt mit einer Charterwoche knapp aus, allerdings kann man aufgrund der Flugtermine im Revier dort auch ideal 10 Tages-Törns machen !

Wind & Wetter Die Sporaden liegen zwar im Meltemi-Einfluß, doch der starke Ägäiswind ist hier etwas schwächer als in der zentralen Ägäis. Er weht aus Nord bis Nordost mit um die 5 Beaufort. In Herbst und Frühjahr teils auch schwachere Winde und Thermik.

Häfen und Ankerplätze Die Insel hat mit Loutraki, Agnondas und Skopelos drei Häfen, der beste und größte ist aber eindeutig Skopelos. Festgemacht wird immer mit Buganker und Heckleinen, Wasser und Diesel kommt per Tankwagen. Agnondas ist ein sehr schöner Ort, doch die Pier dort ist manchmal dem Schwell vorbeifahrender Schnellfähren ausgesetzt. Wer dort längseits geht muss die Yacht sehr gut abfendern und darf auf keinen Fall die Springs schlampig setzten ! Liegt die Yacht vor Buganker zum Pier einfach etwas mehr Abstand zum Pier einplanen. Gute Ankerbuchten liegen in dem Naturhafen Panoumou. Schön ist es auch kurz vor dem  Kap südlich von Agnondas und bei Stafylos im Süden. 

Fotostrecke: Skopelos

Navigation & Seemannschaft Das Revier der Sporaden ist relativ unkompliziert, an einigen Stellen, wie im Golf von Volos können Düsen und Kappeffekte den Wind verstärken, bei starkem Meltemi ist es an den Nordseiten der Inseln ungemütlich, da dort nahe der Küste reflektierter Schwell steht. Dort liegen allerdings ohnehin kaum Ziele, so dass sich die meisten Crews jeweils südlich der Inseln entlang hangeln. 

Literatur & Seekarten Rod Heikell: Griechische Küste, Edition Maritim, 54 Eur, Radspieler: Griechenland 2, 29,90 Euro.

5. Paxos & Antipaxos

Paxos

Lakka

Charter Die beiden Inseln südlich von Korfu sind am besten über eine Charter ab der Gouvia Marina auf Korfu zu erreichen. Dort ist die Auswahl an Charterflotten riesig, unter anderem Bestsail, Moorings, Sun Charter, Sunsail, Kiriacoulis, Vernicos uvm. Wer nur bis Paxos und zurück will, kommt mit einer Charterwoche gut aus.

Paxos

Paxos

Wind & Wetter Ein thermisches Revier mit im Sommer vier bis fünf Beaufort im Mittel aus nördlichen Richtungen. Der Wind entwickelt sich im Laufe der späten Vormittags und schläft abends meist völlig ein.  Im Frühjahr und Herbst oft schwachwindig oder aber es weht aus Süden, was in diesen Monaten mit einer 50 % Chance möglich ist. 

Paxos

Paxos

Häfen & Ankerplätze Mit Lakka und Gaios haben die Inseln zwei wunderschöne Häfen, die gute geschützte Molen bieten. Festgemacht wird mit Buganker und Heckleinen, Wasser und Diesel per Tankwagen. In beiden Häfen gibt es vorgelagert auch gute Ankermöglichkeiten. Hinzu kommt der schöne Naturhafen von Mongonisi im Süden von Paxos. Der Hafenort Longos hat zwar eine Pier, doch die ist für lokale Boot reserviert und in vielen teilen auch zu flach. Yachten müssen davor ankern. Bei allen Windrichtungen aus Süd oder Ost ist der Platz nicht sicher. Antipaxos hat an der Nordwest und Nordostseite sehr gute Badebuchten, die gut zum kurzen Stopp sind oder bei sehr ruhigen Wetter auch über Nacht. Allerdings kann Schwell von vorbeifahrenden Schiffen die Plätze dann treffen. 

Navigation & Seemannschaft Ein unkompliziertes Revier, nur vor Longos an der Ostseite von Paxos lauert ein tückisches Riff, dass nur ganz knapp aus dem Wasser ragt. Es ist aber in allen Karten verzeichnet. In Seegang ist es schlecht zu sehen, also besser großräumig umfahren. Mit der Thermik baut sich an Paxos Westseite schnell Schwell auf, dann sind alle Ankerplätze dort zu unruhig, besonders vor den blauen Grotten. Weht es stark aus südöstlichen Richtungen macht Schwell den südlichen Hafenteil von Gaios unruhig, dann in den Nordteil verholen.

Literatur & Seekarten A. Fritsch: Charterführer Ionisches Meer, Edition Maritim, 19,90 Euro, guter Seekarten-Atlas: Greece Sea Guide III, 125 Euro über den Fachhandel,  nur in Englisch und Griechisch.

6.Bozcaada

Charter Wer zu der einsamen Insel an der Nordküste der Türkei will, sollte ab Cesme, Kusadasi oder Alacati chartern. Um die rund 150 Seemeilen , je nach Starthafen mehr oder weniger, dorthin zu segeln sollte sich 14 Tage Zeit nehmen. Anreise ist dann über den Flughafen von Izmir.

Wind & Wetter Wer im Sommer nach Bozcaada segeln will muss aufgrund der Lage der Charterstationen gegen den aus Nordwest wehenden Meltemi an, der hier im  mittel mit 4 bis sieben Beaufort weht. Dafür ist die Rückfahrt ein schöner Raumschots Ritt. Zwischen der türkischen Küste und den vorgalagerten griechischen Inseln Lesbos und Chios können stärkere Düsenphänomene entstehen. Im Herbst ist es deutlich ruhiger, teils kann der Wind dann auch auf Süd drehen. 

Häfen & Ankerplätze Das Revier im Norden der Türkei ist noch weniger vom Tourismus geprägt als der Süden bei Bodrum und Marmaris. Auf dem Weg nach Bozcaada liegt man häufiger in schönen Stadthäfen, wie etwa Foca, doch auch einige sehr gute Marinas sind entstanden. Das Revier ist noch relativ einsam, mit überfüllten Ankerbuchten muss man nicht rechnen. In Buchten darf nicht immer die im Süden übliche Infrastruktur der kleinen Restaurants mit Steganlagen erwartet werden.

Navigation & Seemannschaft  Das Revier ist ähnlich wie die Türkei im Süden navigatorisch nicht allzu anspruchsvoll, mittlerweile gibt es auch aussagekräftige Revierführer für diesen teil der Küste, der in allem etwas der Südtürkei vor etwa 20 Jahren ähnelt.

Literatur & Seekarten Erst vor kurzem für diesen Abschnitt der Küste auf den neusten Stand gebracht: G. Radspieler: Türkische Küste, Delius Klasing 29,90

7.Cabrera

Charter Start ab Palma, das Angebot an Flotten dort ist riesig. Der Vercharterer übernimmt auch die Anmeldung für das Naturschutzgebiet für die Crew. Wer Cabrera intensiv erleben will, chartert ausserhalb der Sommermonate im Juni und September und darf dann zwei Nächte bleiben, oder noch später bzw. früher im Jahr, dann dürfen Crews sogar 7 Tage bleiben - doch das wäre dann doch ein wenig zuviel des guten.

Wind & Wetter In den Sommermonaten weht in der Bucht von Palma meist ein thermische Wind aus Süd- bis Südwest, es sind aber auch längere Flautenabschnitte möglich, besonders in der Vor- und Nachsaison. Im Herbst und Frühling können durchziehende Tiefs von Westen auch Starkwind bringen. 

Häfen & Ankerplätze Nur 50 Bojenplätze, buchbar über die Nationalparkverwaltung. Die Buchungsseite ist nur auf spanisch, das Procedere finden Sie zur Vereinfachung auf www.yacht.de unter dem Webcode #62871. Die Bojen sind für unterschiedliche Yachtgrößen ausgelegt, im Internet sind die Farbschema dafür erklärt. Ansonsten darf nur in der Bucht Cala Es Burri zwischen 10 bis 19 Uhr geankert werden. Die Plätze sind aber auf maximal 8 Yachten begrenzt. Für den übrigen Törn ist das dichte Netz Mallorcas aus Marinas, Kommunalhäfen und guten Ankerplätzen bekannt. In der Hochsaison wird es in den beliebten Marinas schnell voll, frühes Kommen am Nachmittag sichert dann einen Platz. 

Navigation & Seemannschaft Mallorca ist ein gutes Einsteigerrevier. Man segelt meist auf Sicht, es gibt viele gute Schutzhäfen, Untiefen sind meist betonnt, vernachläßigbarer Tidenhub. 

Literatur & Seekarten G. Radspieler: Balearen, D.K., 29,90 Euro, P. Kinzelmann/Mary Synge: Mallorca für Sportschiffer, 29,90 Euro, B. Bartholmes: Die Balearen, Edition Maritim, 38 Euro, beide Edition Maritim. M. Muth: Mallorca, Häfen udn Küsten aus der Luft, 29,90 Euro, Delius Klasing, Sportbootkarten Mallorca, Ibiza, Menorca, Delius Klasing, 49,90 Euro

8.Formentera

Charter Ein leidiges Thema für einen Törn nach Formentera ist die der Charter. Auf der nahen Nachbarinsel gibt Ibiza gibt es wegen der exorbitanten teuren und knappen Liegeplätze kaum empfehlenswerte Flottenbetreiber, deshalb segeln die meisten Crews die rund 70 Meilen von Mallorca herüber. Wer nur Ibiza machen möchte, kommt mit einer Woche gut Charter aus.

Wind & Wetter Formentera und Ibiza sind im Sommer oft schwachwindig, dann ist die Insel auch am schönsten, denn bei viel Wind besonders aus West sind die meisten Ankerplätze auch nicht sicher. Im Sommer weht oft eine sanfte Thermik aus östlichen Richtungen. Durchziehende Tiefs aus dem Westen machen Formentera meist unsicher, dann muss man in den Hafen wechseln.

Häfen & Ankerplätze Auf Formentera gibt es eine vollwertige Marina, die idealer Stopp für eine Inselerkundung ist.  Ansonsten ankern Yachten in den weitläufigen Buchten wie bei Espalmador. Kommt Wind aus westlichen Richtungen auf, muss man die meisten Plätze verlassen, da sie dann schnell unruhig werden. Die handvoll Marinas auf Ibiza sind chronisch überfüllt und ziemlich teuer, besonders in der Hauptstadt. Größere Yachten müssen sich  dort in der Hochsaison auf dreistellige Liegegelder einstellen, die durchaus auch einmal eine 2 vorne haben können. Die güsntigste Marina war bislang die Ibiza Nueva. Wer einen Platz garantiert haben will, sollte per Funk frühzeitig reservieren (Kanäle 6, 9, 16) oder Anfragen.

Navigation & Seeamannschaft Formentera und Ibiza sind einfache Reviere, lediglich wenn sich das Wetter verschlechtert und die Häfen übervoll sind, müssen die Ankerplätze gut gewählt werden oder man muss die Insel rechtzeitig verlassen. 

Literatur & Seekarten G. Radspieler: Balearen, D.K., 29,90 Euro, P. Kinzelmann/Mary Synge: Mallorca für Sportschiffer, 29,90 Euro, B. Bartholmes: Die Balearen, Edition Maritim, 38 Euro, beide Edition Maritim. M. Muth: Mallorca, Häfen udn Küsten aus der Luft, 29,90 Euro, Delius Klasing, Sportbootkarten Mallorca, Ibiza, Menorca, Delius Klasing, 49,90 Euro

9. Vis

Charter Die kürzeste Anfahrt zur draußen gelegenen Insel haben Crews von Split oder Trogir aus. Dort sind eine ganze Reihe von Stützpunkten, die Auswahl groß. Wer will kann die Insel in einer Woche schaffen, doch da der Wind oft schwach ist, kann die An- und Abfahrt oft einen ganzen Tag brauchen, so dass es eindeutig entspannter ist, die Insel in einen 10- oder 14 Tage Törn zu integrieren.

Wind & Wetter Der übliche Schönwetterwind an der kroatischen Küste ist der aus Nordwest wehende Maistral. Der wacht vormittags auf, weht nachmittags mit maximal 5 Beaufort und schläft abends wieder ein. Die Bora trifft Vis schwächer, dafür kann der Jugo schlechtes Wetter bringen.

Häfen und Ankerplätze Sehr abwechslungsreicher Mix aus guten Kommunalhäfen, meist mit Muringleinen und dem üblichen Service. Dazu kommen kleinere Anleger und Buchten, mal mit Konoba, mal ohne. Die Plätze am Pier vom Hauptort Vis können durch Schwell unruhig sein, dann ist das nahe und sehr hübsche Kut eine sehr gute Alternative.

Navigation & Seemannschaft Unkompliziertes Revier. Ankergrund oft felsig, daher prüfen, ob das Eisen hält.

Literatur & Seekarten Sportbootkartensatz Adria 2, Delius Klasing, 49,90 Euro., B. Müller/J. Straßburger: Küstenhandbuch Kroatien, Bd.2, 29,90 Euro Karl­heinz Beständig: „808 Häfen und Buchten“, Eigenverlag, Pressig, 29,90 Euro.

10. Lastovo

Charter Die Insel liegt fast genau zwischen Split/Trogir  und Dubrovnik, also ist eine Charter ab beiden Starthäfen gut geeignet. Allerdings sind es von beiden auch rund 50,60 Seemeilen, je nach Route dorthin. Da viele schöne Ziele dazwischen liegen ist Lastovo für einen 10 oder 14 Tages-Törn ideal. Alternativ kann man auch einen Oneway von Split/Trogir nach Dubrovnik machen, was manche Anbieter wie etwa Ecker Yachting anbieten. 

Wind & Wetter Im Sommer meist der thermische Schönwetterwind Maistral, der aus aus Nordwestlichen Richtungen mit drei bis maximal fünf Beaufort weht. Dann ist die Insel ein ideales Ziel. Störungen mit teils auch Starkwind bringt - auch im Sommer- die Bora aus Nord bis Nordost oder Jugo aus Süden, besonders im Herbst. 

Häfen & Ankerplätze Keine echten Marinas, sondern entweder einfache Piers oder Stege vor Konobas, oft mit Muringleinen. Dort gibt es in der Regel auch Strom und Wasser.  Bei jedem Wetter sicher sind die Plätze im Westen bei Prezba und in der Skrivena Luka im Südosten. Die Zaklopatica im Norden wirkt wegen einer vorgelagerten Insel auf den ersten Blick bei starkem Nordwind geschützt, doch es steht dann viel Schwell in die Bucht, der denPlatz unsicher macht. Viele schöne Ankerplätze im Westen und einige im Südosten der Insel. 

Navigation & Seemannschaft Nur einige vorgelagerte Inseln und Untiefen an der Nordostseite von Lastovo, auf die geachtet werden muss.  

Literatur & Seekarten  Sportbootkartensatz Adria 2, Delius Klasing, 49,90 Euro., B. Müller/J. Straßburger: Küstenhand

Downloads


(für Print-Jahresabonnenten kostenlos)
Andreas Fritsch am 26.08.2011