Blauwasser

Tage der Angst im Piratenrevier

Ein deutsches Eignerpaar segelt mit anderen Langfahrern im Konvoi durch den Golf von Aden ins Rote Meer – ein Horrortrip. Das Interview

Pascal Schürmann am 11.10.2011
Piraten Sola Gracia

Trügerische Sicherheit. Im Konvoi wagt das Remscheider Seglerpaar die Route gen Rotes Meer

Eigentlich kann man es kaum glauben. Trotz aller Warnungen wählen immer noch Segler die Route durch die Piratengebiete am Horn von Afrika. Die meisten sind Europäer, die gegen Ende ihrer Weltumsegelung über den Indischen Ozean kommend Kurs aufs Rote Meer nehmen, um anschließend durch den Suezkanal ins Mittelmeer zu gelangen.

Die Alternative wäre der Weg um Südafrika herum und weiter über den Atlantik zurück nach Europa. Das aber schreckt viele ab. Nicht nur wegen der bedeutend längeren Strecke und damit einhergehend vielen langen Ozeanpassagen. Die Südspitze des afrikanischen Kontinents ist auch wegen der dort häufig auftretenden Stürme berüchtigt.

Piraten Sola Gracia

Rarer Begleitschutz: Konkrete Hilfe erhalten die Segler von den internationalen Anti-Piraterieeinheiten so gut wie keine

Dennoch: Wer sich bewusst ist, wie groß die Gefahr für Leib und Leben im Piratenrevier ist, wird sich nicht lange die Frage nach dem besseren Kurs stellen – und den Umweg über das Kap der Guten Hoffnung in Kauf nehmen.

Genau darin aber bestand das Problem für Eva Hauer und Rüdiger Tamm, einem Seglerpaar aus Remscheid. 2007 waren sie zu ihrer Weltumsegelung aufgebrochen, genossen ihre gewonnene Freiheit in vollen Zügen. Die Atlantikpassage, die Karibik, die Inseln der Südsee, Australien – alles verlief so, wie sie es sich immer schon in ihren schönsten Träumen ausgemalt hatten. Von Piraterie war ihnen bis dahin nicht viel zu Ohren gekommen.

Piraten Sola Gracia

Unheimliche Begegnung: Fischer oder Piraten? Immer wieder sichten die Segler unterwegs kleine Boote

Sie seien sich des Ausmaßes der Gefahr nicht bewusst gewesen, erklären sie im Interview mit der YACHT, als sie sich entschlossen hatten, Kurs aufs Rote Meer zu nehmen. Immerhin, sie schließen sich mit anderen Langfahrern schon in Thailand zu einem Konvoi zusammen.

Der aber bietet nur einen geringen Schutz, wie sich rasch herausstellt. Denn schon nach wenigen Tagen liegen bei allen Seglern die Nerven blank, die Gruppe droht auseinanderzubrechen. Immer wieder kommt es zu Begegnungen mit kleinen, nicht identifizierbaren Booten. Und dann erreicht die Segler unterwegs auch noch die Schreckensnachricht vom Schicksal einer anderen Crew, die nur unweit entfernt zu selben Zeit von Piraten überfallen und ermordet wird.

Über ihre Erlebnisse, die Schrecken der Überfahrt und die ungeheure physische wie psychische Belastung berichten Hauer und Tamm jetzt erstmals exklusiv im großen YACHT-Interview (Heft 22/2011, ab sofort im Handel erhältlich.)

Pascal Schürmann am 11.10.2011

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