Seemannschaft

Richtig trimmen, besser segeln

Eine optimal eingestellte Yacht segelt deutlich komfortabler. In der großen Trimm-Serie werden die verschiedenen Trimmeinrichtungen erklärt

Lars Bolle am 07.05.2013
Ein Grundsatz beim Trimmen: Nicht auf die Trimmeinrichtung schauen, wie die Winsch, sondern dorthin, wo die Wirkung sichtbar wird

Ein Grundsatz beim Trimmen: Nicht auf die Trimmeinrichtung schauen, wie die Winsch, sondern dorthin, wo die Wirkung sichtbar wird

Fahrtensegler haben beim Begriff Trimmen vermutlich ganz andere Assoziationen als Regattasegler. Denen geht es vor allem darum, durch eine optimale Einstellung des Segelprofils die maximale Geschwindigkeit aus dem Boot zu holen. Der Erfolg dieser Maßnahmen lässt sich sofort durch den Vergleich mit Kontrahenten überprüfen.

Die Wirkung des Achterstages aus verschiedenen Perspektiven

Die Wirkung des Achterstags aus verschiedenen Perspektiven

Die Maximierung der Geschwindigkeit wird für Fahrtensegler dagegen meist keine so große Rolle spielen. Schlecht getrimmte, faltige Tücher zeugen allzuoft von einer eher ignoranten Haltung gegenüber dem Speedpotenzial der eigenen Yacht, wie auch, unter anderem, das Segeln nur unter Genua vor dem Wind. Komfort ist vielen Crews wichtiger, als bei einem mehrstündigen Törn ein paar Minuten eher anzukommen.

Doch gerade beim Thema Komfort spielt der richtige Trimm eine große Rolle. Wie in Ausgabe 9/2013 beschrieben, kann bei allen Kursen spitzer als raumschots die Luvgierigkeit zum Komfortproblem werden. Wenn die Segel zu viel Druck erzeugen, entsteht starke Krängung – für viele Segler kein anzustrebender Zustand. Mit der Krängung nimmt auch die Luvgierigkeit zu. Die Folgen sind mehr Ruderdruck und ein insgesamt unruhiger Fahrtzustand. Reffen wäre eine Alternative, ist jedoch auch manchmal ein aufwändiges Manöver und zudem die letzte Maßnahme, wenn nämlich Trimmen nicht mehr hilft.

Zunächst sollte versucht werden, mit den bestehenden Einrichtungen den Druck aus den Segeln zu nehmen. Denn meist segelt eine gut getrimmte Yacht, die ihr Tuch gerade noch trägt, deutlich schneller, aber auch komfortabler als jene, bei der schon früh die Segelfläche verkleinert wurde und diese dann auch noch schlecht steht. Bei Seegang fehlt dann oben das Gegenpendel zu den Rumpfbewegungen, die Fläche, die Widerstand bietet. So können sich Rollbewegungen deutlich verstärken.

Die auf den allermeisten Yachten vorhandenen Trimmeinrichtungen für das Großsegel und ihre Wirkung sind im ersten Teil der großen Trimm-Serie ausführlich dargestellt. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk dem Rollgroßsegel (Vorsegel und Gennaker folgen in Teil 2 und 3).

Bevor es jedoch ans Segeltrimmen geht, muss der Mast richtig stehen. Wie der Grundtrimm einzustellen ist, erklärt Elvström-Trimmexperte Sören Hansen im YACHT-tv-Video.
 

Lars Bolle am 07.05.2013

Fotostrecken

    ANZEIGE

    Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online