Blauwasser

Ohne Moos was los: wie man Hand gegen Koje die Welt umsegelt

Wie weit kommt man mit 50 Euro? Christopher Schacht wollte es herausfinden. Heute hat er die Welt umrundet und ist Bestsellerautor. Interview mit dem Abenteurer

Kristina Müller am 28.05.2019
Christopher Schacht Per Anhalter über die Ozeane Impressionen 2019 priv_TopOfMast2017318205233
privat

Über 15.000 Seemeilen hat Christopher Schacht während seiner Weltreise zurückgelegt 

Sein Plan war, keinen Plan zu haben. Morgens noch nicht zu wissen, wo er am Abend einschlafen, welchen Menschen er im Laufe des Tages begegnen und was er erleben würde. Christopher Schacht ist 19 Jahre alt und hat sein Abitur bestanden, als er im Juli 2013 die Tür des Elternhauses im norddeutschen Sahms hinter sich zuzieht, um die Welt zu entdecken, anstatt sich an der Universität fürs Studium einzuschreiben.

Dass er weite Teile seiner Reise unter Segeln zurücklegen würde, ahnt er in diesem Moment nicht, er ist in seinem bisherigen Leben noch keine einzige Meile gesegelt. Doch im November 2013 heuert er in Gibraltar erstmals auf einer Yacht an, Hand gegen Koje.

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Angekommen im Paradies. Christopher Schacht segelte unter anderem durch die Archipele des Südpazifiks

Ein Mitsegel-Angebot mit Folgen: Vier Jahre später hat er die Welt einmal umrundet und dabei mehr als 15.000 Seemeilen gesammelt. Er überquerte den Nordatlantik, den Südpazifik, Teile des Indiks und das Südchinesische Meer mit sieben verschiedenen Yachten.

Holly Cova

Holly Cova  

Sheila Rietscher, per Anhalter um die Welt

Sheila Rietscher

Aber das ist nicht der Clou an seiner Geschichte. Schacht hatte für sein großes Abenteuer überhaupt kein Budget. Nur mit einem Rucksack, einem Pappschild fürs Trampen und 50 Euro Startkapital in der Tasche macht er sich auf den Weg – und trifft mit diesem Minimalismus offenbar einen Nerv. Sein Buch "Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mann zurückkam", das er nach seiner Reise veröffentlichte, wurde ein Bestseller.

Auch Sheila Rietscher aus Jena und Holly Cova aus der Nähe von London haben die Welt ganz oder in Teilen quasi per Anhalter umsegelt – mit anfangs Unbekannten, aus denen im Laufe der Reise Freunde wurden, und aus dem Segeln eine neue Leidenschaft. Holly Cova etwa gab für das Abenteuer ihren Job als Anwältin auf, flog ans andere Ende der Welt und segelt mit einer jungen Crew in die Südsee. Heute arbeitet sie als Team-Managerin für Boris Herrmanns Vendée-Globe-Kampagne mit der "Malizia II".

Sheila Rietscher hingegen segelte im Rahmen der World ARC auf verschiedenen Yachten um die Welt und kehrte anschließend in ihren alten Job zurück – nicht ohne bereits das nächste Segelabenteuer in den Blick zu nehmen.

Ein Interview mit Christopher Schacht zum Reisen ohne Geld, Segeln mit Unbekannten und Finden des persönlichen Glücks sowie Tipps zum Ozeansegeln per Hand gegen Koje lesen Sie in der neuen YACHT, Ausgabe 12/2019.

Ab heute ist das Heft im Handel erhältlich, außerdem im Delius Klasing Shop und hier als digitale Ausgabe. 

 

 

Kristina Müller am 28.05.2019

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