Das besondere Boot

Mit dem Seezwerg über den Ozean

Norbert Sedlacek segelt mit seinem aus Vulkanfasern gebauten Open 16 nach Florida. Wir haben den Mikrokreuzer in Frankreich besichtigt

Johannes Erdmann am 17.12.2013
"Fipofix" unter Segeln, vor dem Start in Les Sables d'Olonne

"Fipofix" unter Segeln, vor dem Start in Les Sables d'Olonne

Wer Fotos vom Start der Einhand-Weltregatta Vendée Globe gesehen hat, wird den Hafen von Les Sables d’Olonne an diesem Tag kaum wiedererkennen. 300.000 Zuschauer säumten zum großen Segelfest die Promenade des ehe­maligen Marine- und Fischereiortes – und auch zur Ferienzeit in der Sommersaison sind dort häufig 150.000 Touristen unterwegs.

Heute allerdings ist hier tote Hose. Gerade mal 14.600 Einwohner hat das Nest am östlichen Rand der Biskaya, wenn weder Touristensaison ist noch irgendwelche Regatten anstehen. Lediglich ein einziger Open 60 liegt am Vendee-Globe-Steg, die "Akena Vérandas", letzte Zeugin des großen Rennens. Mit ihrem 28 Meter hohen Mast überragt sie die anderen Schiffe. Ein faszinierender Racer, der den Southern Ocean bezwungen hat.

Ein paar Boxen weiter ein nicht weniger interessantes Boot, für das die großen Abenteuer aber noch bevor­stehen – schnittig, sportlich und sehr ähnlich proportioniert. Knallgelb lackiert, leuchtet es durch die fade, regnerische Kulisse. Von der Optik her als Open 60 einzuordnen – allerdings möchte man meinen, das Gefährt wäre ein bisschen zu heiß ge­waschen worden, denn es wirkt kürzer als das Schlauchboot, das neben ihm in der Box liegt. Ist das vielleicht ein Mini? Selbst dafür ist der Ozeanzwerg mindestens einen Meter zu klein. Kaum länger als ein Laser, aber mit Kajütaufbau.

Unter Deck klappert es. Sachen werden von einer Ecke in die andere geräumt. Ein Klopfer an Deck – und der Skipper steckt seinen kurzrasierten Kopf mit leicht angegrauten Haaren aus dem schmalen Niedergang. Es ist Norbert Sedlacek, der österreichische Hochseesegler, den man allerdings eher auf einem Open 60 als auf diesem Winzling erwartet hätte. "Kommt’s an Bord", ruft er mit breitem wienerischem Akzent und winkt aus der kleinen Luke. Obwohl der angepeilte Starttermin für sein jüngstes Abenteuer nur noch fünf Tage entfernt liegt, lässt er keinen Interessenten den Steg hinunter­laufen, ohne ihm sein neuestes Hochseeschiffchen "Fipofix" vorzuführen. Ein neues Projekt. Eines seiner aufregendsten. Auf diesem 16 Fuß langen Mikrokreuzer, den Sedlacek aus dem ungewöhnlichen Baustoff Vulkanfaser gebaut hat, will er allein über den Atlantik segeln.

"Fipofix" in Les Sables d'Olonne

"Fipofix" in Les Sables d'Olonne

Wir haben uns das Schiff vor dem Start in Les Sables d'Olonne angeschaut und mit Sedlacek über das Material gesprochen. Lesen Sie über dieses "besondere Boot" in YACHT 1/2014 – ab sofort am Kiosk erhältlich!

Johannes Erdmann am 17.12.2013

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