YACHT-Test RS 21

Kann die RS 21 den Sportboot-Bestseller J/70 ablösen?

Sie ist modern, innovativ und sieht mit ihren Decks-Chines im Vorschiff äußerst sportlich aus. Dabei segelt die Neue von RS Sailing gar nicht so extrem

Jochen Rieker am 05.03.2019
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EYOTY/R. Tomlinson

Auch bei mehr Wind gut zu beherrschen: Sportboot RS 21

Mit der Etablierung von Einheitsklassen kennen sich die Briten von RS Sailing aus. Selbst gegen den seit Jahrzehnten fest etablierten Laser gelang ihnen mit dem RS Aero ein großer Erfolg. Wenn auch die Nominierung als olympische Klasse noch aussteht, so verkauft er sich dennoch vielhundertfach. 

So einen Coup erhofft sich die Marke, die auf eigene Entwickler, aber externe Fertigung setzt, jetzt auch von der RS 21, einem Sportboot mit aufholbarem T-Kiel, das dem Blockbuster J/70 Konkurrenz im Liga-Segeln und bei Club-Regatten machen soll.

Fotostrecke: Fotogalerie der RS 21

Die Voraussetzungen dafür sind, technisch zumindest, gut. Anders als die deutlich konservativere Rivalin wirkt die RS 21 optisch wie konzeptionell frischer und frecher. Sie ist kleiner, leichter, ähnelt mit ihrem nicht eingedeckten Vorschiff mehr einer Jolle als einer Yacht. Dennoch bietet sie Stauraum für Segel, Klamotten und Verpflegung. 

Richtig innovativ zeigt sie sich beim ökologischen Fußabdruck. Der Schaumkern des im Vakuum-Infusionsverfahren gebauten Rumpfes besteht zu weiten Teilen aus recycelten PET-Flaschen. Das Vinylesterharz ist aus Biomasse gewonnen. Und der elektrische Hilfsantrieb, der in einem Schacht steckt und komplett aufholbar ist, stammt von Torqeedo. Die RS 21 ist damit selbst auf sensiblen Binnenrevieren problemlos einsetzbar. 

Segeln kann sie auch ganz prima. Am Carbonmast von Seldén stehen am Wind fast 25 Quadratmeter Segelfläche zur Verfügung, was einer Segeltragezahl von 5,7 entspricht. Raumschots macht ihr ein 40 Quadratmeter großer Gennaker Beine. Beim YACHT-Test in Westschweden zeigte sich die RS 21 damit flink, wenn auch nicht explosiv, zugleich blieb sie stets gut kontrollierbar. Das passt zur Gesamtausrichtung, die moderater ist als die markante Erscheinung des Sportboots. 

Reicht das, um die J/70 vom Thron zu stoßen? Bisher noch nicht. Den fast 1500 Booten der US-Marke stehen erst fünf Dutzend verkaufte RS 21 gegenüber. Was die schlanke Britin kann, was sie sonst noch besonders macht?

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Jochen Rieker am 05.03.2019

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