Blauwasser

Erdmanns Weltreise beginnt mit Chaos

Endlich fort von Alltagssorgen, endlich auf den großen Törn – so hatte Johannes Erdmann es geplant. Aber es kommt anders. Eine Selbstkritik

Uwe Janßen am 02.12.2014
J. Erdmann

Johannes Erdmann am Rad seiner „Maverick too“

Die Sorgen und Zwänge des Landlebens sollten eigentlich achteraus bleiben, als Johannes Erdmann die Leinen löst zur langersehnten Weltumsegelung. Doch Sorgen begleiten ihn weiter. Große Sorgen. Die Reise läuft einigermaßen aus dem Ruder – nach drei Monaten liegen Erdmann und seine Freundin Cati Trapp schon mehr als vier Wochen hinter dem Törnplan. Das macht die Sache nur noch schlimmer.

Die Ursachen für diesen Stolperstart beschreibt der Skipper in der YACHT mit schonungsloser Offenheit, er geht hart mit sich ins Gericht. So wirft Erdmann sich vor, entgegen aller guten Vorsätze doch unter einem gewissen Zeitdruck losgefahren zu sein. Das Schiff war nicht vollständig vorbereitet, die Ausrüstung nicht komplett.

Und prompt macht die Technik Probleme.

J. Erdmann

Viele, sehr viele Restarbeiten müssen noch unterwegs erledigt werden

Ersatzteile müssen beschafft werden. Die „Maverick too“ läuft Ausweichhäfen an. Die Reparaturen dauern, der Törn verzögert sich weiter.

Auch die Zweiercrew erweist sich als nicht optimal vorbereitet. Durch die Sommer an Land, in denen das Schiff präpariert wurde, fehlte die Zeit auf dem Wasser. Und dieser Praxismangel offenbart sich am deutlichsten bei Cati Trapp, die mit Seekrankheit und den ungewohnt harten Bedingungen kämpft.

Durch den schleppenden Verlauf entsteht ein Domino-Effekt: Im Herbst und Frühwinter werden die Wetterfenster für die längeren Seestrecken, etwa über die Biskaya, immer kleiner. Die ungeplanten Wartezeiten auf guten Wind verzögern den Törn zusätzlich.

J. Erdmann

Cati Trapp packt die lange erwarteten Ersatzteile aus

Und die Krone der verkorksten Anfangsphase: Die nach einem Maschinenschaden manövrierunfähige „Maverick too“ muss von professionellen Rettern in einen spanischen Hafen geschleppt werden. Um ein Haar wäre die große Reise hier zu Ende gewesen.

Warum es so kam, wie es kam, schildert Johannes Erdmann in einem erfrischend selbstkritischen Stück. Und trotz aller Unbill schließt er versöhnlich: „Wir wollen immer noch mit niemandem an Land tauschen.“

J. Erdmann

Über einen Monat hinterher: geplanter und tatsächlicher Törnverlauf

Uwe Janßen am 02.12.2014

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