Das besondere Boot

Ein gebranntes Kind

Wer je eine Concordia Yawl wie "Coriolis" gesegelt hat, gerät ins Schwärmen. Dabei war die Yacht mal ein verkohlter Totalschaden

Michael Rinck am 20.02.2018
BesBoot Concordia Yawl 41 Coriolis Douglas Adkins 2017  KLi _EVL0019
YACHT/Kevin Light

Wie ein Diamant glänzt "Coriolis", wie sie da ihre Bahn zieht, über das kobaltblaue Wasser vor den smaragdgrünen Wäldern der San Juan Islands, eines Archipels im US-Bundesstaat Washington, hart an der kanadischen Grenze. Diese Concordia Yawl 41 ist eine Sinfonie aus Mahagoni, Teak, Spruce und Lack. Seit 1981 befindet sie sich im Besitz von Douglas Adkins, einem pensionierten Investor, der jetzt Anfang 70 ist und damit immer noch so viel Spaß hat wie am Tag des Kaufs.

BesBoot Concordia Yawl 41 Coriolis Douglas Adkins 2017 KLi_EVL8800

Besonders: geschwungene Rückenlehnen mit Eisenrahmen zum Hochklappen

Concordia Yawls, so heißt es etwas mystisch, existieren jenseits von Raum und Zeit. Das Ebenmaß ihrer Proportionen, die Fi­nesse ihrer Linien und die betörende Maserung von Teak und Mahagoni stempeln diese Yachten gegenüber heutigen Großserienprodukten zu einem Kunstwerk von einem anderen Stern. Ihre perfekten Umrisse könnten auch der Fantasie eines Kindes entsprungen sein, das man Segelboote zeichnen lässt, frei von den Formeln, Kurven und Kalkula­tionen der Erwachsenen.

BesBoot Concordia Yawl 41 Coriolis Douglas Adkins 2017 KLi_EVL8523

Wie Phönix aus der Asche: 2002 griff ein Feuer im Seattle Yacht Club auf das Schiff über. Dem wirtschaftlichen Totalverlust folgte der General-Refit

Dass diese Yachten in Lemwerder bei Abeking & Rasmussen zwischen 1950 und 1966 gefertigt wurden, ist wichtiger Teil ihrer Legende, denn die deutsche Wertarbeit mit den exakt ausgeführten Schwalbenschwanzverbindungen und den unsichtbar-glatten Plankenstößen legte den Grundstein dafür, dass die meisten dieser Concordias heute noch segeln. Insgesamt wurden 103 Stück gebaut, 99 davon bei A & R, nach Plänen von C. Raymond Hunt, der diesen Schiffstyp 1938 entworfen hatte.

Die "Coriolis" ereilte 2002 jedoch ein schweres Schicksal: Nach einem Brand konnte die Versicherung nur noch einen Totalschaden feststellen. Doch der Eigner investierte viel Zeit und Geld, um das einstmalige Schmuckstück wieder fitzumachen.

In YACHT 05/2018 lesen Sie die ganze Geschichte dieser Rettung. Jetzt am Kiosk, hier bestellen oder als digitale Ausgabe.

Michael Rinck am 20.02.2018

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