Scholtz 8.8

Das Boot aus dem Baukasten

Style Jachts aus Ungarn schafft es immer wieder, bewährte Modelle sinnvoll zu modernisieren. Das neueste Projekt: die Scholtz 8.8

Martin-Sebastian Kreplin am 11.09.2012
Scholtz 8.8

Scholtz 8.8

Es gibt keinen wichtigen Autohersteller mehr, der noch ohne Plattform-Strategie auskommt, doch im Yachtbau hat sich das Baukastensystem noch nicht wirklich durchgesetzt. Schade eigentlich, denn wie flexibel und kostengünstig selbst kleine Betriebe eine vielfältige Modellpalette anbieten können, zeigt eindrucksvoll die ungarische Werft Style Jacht.
Wenige Kilometer vom Balaton entfernt, hat sich der Betrieb der Familie Scholtz einen Namen mit der Sudar gemacht, dem ungarischen Pendant zum H-Boot (Test in YACHT 7/ 1995 und 6/2009). Auch die jüngere Scholtz 22 (Test Heft 3/1998 und 7/2008) ist über die Grenzen hinaus bekannt, als Einheitsklasse kommen auf dem See regelmäßig große Felder zusammen. Und schon bei diesem gut segelnden Kleinkreuzer schrieb die Werft das Wort „Varianz“ groß. Drei unterschiedliche 22er sind seither im Angebot, für Racer, Daysailer oder Tourer.
Genauso tauglich als Plattform ist die Sudar, erst recht, nachdem der Longseller 2009 aufwändig überarbeitet wurde. Nur dass man in der Werft diesmal stärker in die Trickkiste greift, als lediglich das Deck zu tunen.

Scholtz 8.8

Scholtz 8.8

Den wohl wichtigsten Schritt machte Konstrukteur und Werftchef Imre Scholtz damit, dass er die doch sehr kompakte Sudar am Heck deutlich verlängerte. 80 Zentimeter Zuwachs oberhalb der Wasserlinie machen aus dem charakteristischen Stufenheck der Sudar ein klassisch anmutendes Ende mit kleinem Spiegel.
Aber nicht nur der Rumpf wurde gestreckt, auch das Rigg wuchs einige Zentimeter in die Höhe und dürfte so vor allem Segler auf windschwachen Binnenrevieren begeistern.

Dieser Radikalumbau ist im Großen und Ganzen gut gelungen. Erstaunlich eigentlich, wie wandelbar ein Rumpf sein kann, der schon gut 20 Jahre auf dem Markt ist. Mit seiner schlanken Silhouette, dezentem Sprung und Löffelbug fällt es in das Beuteschema vieler Retroklassik-Fans, die mit Chines, offenem Heck und Carbonrüssel nicht viel anfangen können. Wie sich die Scholtz 8.8 unter Segeln verhält und was sie unter Deck zu bieten hat, das lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe der YACHT 20/2012. Und sehen Sie demnächst bei YACHT TV.

Martin-Sebastian Kreplin am 11.09.2012

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