Seemannschaft

Dänisch Kreuzen – wie es richtig geht

Auch wenn beste Segelbedingungen herrschen, kann sich die Zuhilfenahme der Maschine lohnen. Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert

Lars Bolle am 21.06.2016
Dänisch Kreuzen

Test vor Palma de Mallorca: Eine Yacht segelt, die andere nimmt die Maschine zu Hilfe

Wenn Segel gesetzt werden können, ist kein Motor nötig, lautet das Credo vieler Skipper und auch grundsätzlich das der YACHT. Und dennoch: Es gibt gar nicht so wenige Situationen, in denen es trotz sorgfältiger Törnplanung sinnvoll oder notwendig sein kann, zusätzlich die Maschine anzuwerfen.

Vor allem im Norden ist diese Segeltechnik als dänisches Kreuzen bekannt, was offensichtlich despektierlich gegenüber dem Nachbarn gemeint ist, jedoch nationenübergreifend praktiziert wird, im Norden wie im Süden. Es ermöglicht das schnellere Erreichen eines Ziels in Luv, kann zu erhöhter Sicherheit beitragen und auch zu einem nicht unerheblichen Komfortgewinn. Typische Szenarien sind etwa das Aufkreuzen in einem engen Fahrwasser, wo etwas mehr Höhe schon reichen kann, ständige Wenden zu vermeiden. Weiterhin das Freisegeln aus einer Legerwallsituation. Oder wenn kurzzeitig mehr Höhe nötig ist, um noch um eine Huk oder eine Untiefe herumzukommen und ein weiterer Schlag zum Freisegeln zu mühsam erscheint oder der Raum dazu fehlt.

In raueren Bedingungen, wenn mit viel Lage und bei merklicher Welle gesegelt wird, kann das dänische Kreuzen die Bewegungen der Yacht deutlich beruhigen. Das ist vor allem dann ein nicht zu unterschätzender Effekt, wenn ein Großteil der Crew seekrank ausgefallen ist. Bei ungeübteren Besatzungen kann diese Technik genutzt werden, um Ängste abzubauen. Gerade viel Krängung ist ein nicht zu unterschätzender Angstfaktor.

Und allein schon das Geräusch der mitlaufenden Maschine suggeriert Sicherheit.

Wie stark die Effekte bei unterschiedlichen Besegelungen ausfallen, haben wir bei einem Test in der Bucht vor Palma de Mallorca ausprobiert. Dazu wurden zwei baugleiche Oceanis 34.2 eingesetzt, Baujahr 2011, mit Rollgenua und Rollgroßsegel, zur Verfügung gestellt vom Vercharterer Yates Baleares. Das eine Boot diente als Referenz unter Segeln, mit dem anderen wurden verschiedenste Konfigurationen gemessen.

Die Ergebnisse, subjektive wie objektive, finden Sie in der aktuellen YACHT 14/2016.

Plus: Das BOB- und ERIC-Schema für den Motor-Schnellcheck.

Lars Bolle am 21.06.2016

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