Interview Alex Thomson

»Boris Herrmann könnte sogar um den Vendée-Sieg mitsegeln«

Der erfolgreiche und beliebte "Hugo-Boss"-Skipper über die Chancen der Deutschen, die Zukunft der Imoca-Klasse und warum Segeln eine Schule fürs Leben ist

Jochen Rieker am 17.04.2018
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Yacht / A. Fritsch

Mit seinem Auftritt beim German Offshore Award im Hamburger Rathaus begeisterte Alex Thomson Anfang des Jahres die Szene der deutschen Hochseesegler. Und auch sonst weiß er die Massen zu mobilisieren. Legendär seine Youtube-Stunts, die millionenfach geklickt wurden: Keel Walk, Mast Walk, Sky Walk.

Die YACHT traf den 44-jährigen Einhand-Star zum Exklusiv-Interview, bei dem er nicht nur seine wichtigsten Utensilien für eine Weltumsegelung verriet, sondern auch seine Rolle im Team beschrieb, seine Führungsfunktion in den wichtigsten Gremien der Imoca-Klasse erklärte und preisgab, warum er fest an die Zukunft der Foil-Technologie im Offshore-Rennsport glaubt.

Hugo Boss Open60 2016 PR_Vendee Globe 2016

Seine "Hugo Boss" gilt als derzeit schnellster Imoca. Doch Thomson hat bereits ein neues Boot geordert, das im Juni in Bau geht

Überraschend offen gab er sich, was die Öffnung der Klasse fürs Volvo Ocean Race betrifft. "Unsere Boote sind moderner, schneller, einfacher zu bedienen (als ein Volvo 65, die Red.). Das sollte für alle Beteiligten gut sein", sagte der Brite, der sich nach bisher vier Vendée-Globe-Teilnahmen höchsten Respekt bei den eigentlich rivalisierenden Franzosen erworben hat.

Das mag auch damit zu tun haben, dass er sich wie wenige andere um die Internationalisierung der Open-60-Szene bemüht. So kam er eigens nach Hamburg, um Boris Herrmann und Jörg Riechers zu unterstützen, die 2020 als erste Deutsche an der Solo-Nonstop-Regatta um die Welt teilnehmen wollen. "Jörg halte ich für einen großartigen Einhandsegler", sagte Thomson. "Boris könnte sogar um den Sieg mitsegeln; daran besteht für mich kein Zweifel!"

Warum er sich so für die Deutschen einsetzt? "Wenn die beiden die nächste Vendée segeln, wird es ein viel größeres Interesse für das Rennen geben. Und das bedeutet, dass auch ich mehr Presse bekomme."

"Ich sehe das so", fuhr Thomson fort: "Auf dem Wasser sind wir Rivalen. Aber an Land sollten wir zusammenarbeiten. Gemeinsam können wir so viel mehr erreichen."

Das zehnseitige Exklusiv-Interview lesen Sie in der neuen YACHT. Ausgabe 9-2018 ist ab sofort am Kiosk erhältlich. Oder Sie bestellen es direkt hier – als Heft oder digital.

Jochen Rieker am 17.04.2018

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