Reportage + Interview

30 Jahre Mauerfall: Was hat sich im Osten getan?

Ein Jubiläum, das einen genaueren Blick lohnt. Wir besuchten die ehemaligen Braunkohlereviere und sprachen mit einem der Pioniere beim Marina-Aufbau

Lars Bolle am 04.11.2019
Bergbaufolgelandschaft Mitteldeutschland 2019 PR_Geiseltalsee Campingplatz Muecheln 2018
LMBV/Peter Radke

Von der Mondlandschaft zum Idyll: der Geiseltalsee, ein riesiges neues Wassersportparadies

Am 9. November 1989  fiel die Mauer. Nur ein Jahr später waren die getrennten deutschen Staaten wieder vereint. Was hat sich in drei Jahrzehnten für die Segler getan? Eine Reise durch Mitteldeutschland. Außerdem: Interview mit Till Jaich, Marinabetreiber und Mann der ersten Stunde auf Rügen.

"Blühende Landschaften" sah der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl auf dem Gebiet der neuen Bundesländer entstehen. Eine gewagte Prognose in Anbetracht des Zustandes, in dem sich riesige Areale vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg befanden. Um es in einem Wort zu sagen: Mondlandschaften. Der Braunkohle- Tagebau hatte tiefe Narben ins Land gerissen. Ein abschreckendes Bild davon liefern die heute noch betriebenen Abbaugebiete.

Doch die Narben verheilen allmählich. Zwar keine blühenden Landschaften, dafür glitzernde. Ob im ehemaligen Chemie­drei­eck bei Bitterfeld, südlich von Leipzig oder in der Lausitz – riesige neue Wasser­flächen bilden ganze Seengebiete, die teilweise schon vom Wassertourismus erobert wurden. Eine Auswahl der für Segler interessantesten neuen Reviere haben wir besucht.

Auch Till Jaich, der bereits 1991 den Hafen Lauterbach auf Rügen baute, bestätigt diesen Eindruck. Im Interview antwortet er auf die Frage, ob es denn nun im Osten blühende Landschaften im Wassersport gäbe:

"Das will ich wohl meinen! Wir sind hier, was das Revier angeht, geradezu gesegnet: Es gibt die tollen Hansestädte in der Region wie Stralsund, Greifswald oder Wismar. Dazu wunderschöne Dörfer, und die Reviere an der Küste sind oft gut geschützt und fami­lienfreundlich. Uns hat geholfen, dass wir hier wenige Jahre nach dem Start umdenken mussten: Ein Hafen allein trug sich nicht, also schufen wir andere Einnahmemöglichkeiten. So entstand das Konzept der Wasserferienwelt mit Wohnungen, Schwimm­häusern, Segelschule, eigenem Restaurant und vielem mehr. Das Konzept hat sich dann auch im Westen durchgesetzt. "

Die Reportage über den Wandel in den ehemaligen Braunkohlerevieren sowie das komplette Interview lesen Sie in YACHT 23/2019, ab 6. November am Kiosk.

Lars Bolle am 04.11.2019

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