YACHT-Test
Boreal 47.2 – die Yacht, die alles mitmacht

Die Nachfrage nach Explorern wächst und mit ihr das Angebot. Im Bereich um 15 Meter zählt die neue Boréal zu den spannendsten Newcomern. Das hat viele Gründe

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 19.10.2021
Die Boréal zeigte sich im Test vor La Rochelle sehr ausgewogen und setzte weich in die Welle ein Die Boréal zeigte sich im Test vor La Rochelle sehr ausgewogen und setzte weich in die Welle ein Die Boréal zeigte sich im Test vor La Rochelle sehr ausgewogen und setzte weich in die Welle ein

EYOTY/A. Lindlahr Die Boréal zeigte sich im Test vor La Rochelle sehr ausgewogen und setzte weich in die Welle ein

Wer sich für eine Langfahrtyacht interessiert und neben einigem Geld auch viel Vorlaufzeit hat, sollte sich diese Werft anschauen, und unbedingt auch dieses Boot. Boréal ist zwar ein relativ junger Betrieb, es gibt die Alu-Manufaktur in Tréguier in der Nordbretagne erst seit rund 15 Jahren. Aber was die Qualität und Konzeption ihrer Modelle betrifft, zählt sie zu den ganz Großen.

Zwei Mal waren die Franzosen für „Europas Yacht des Jahres“ nominiert, beide Male gegen wirklich bärenstarke Konkurrenz. Zwei Mal haben sie den Titel geholt. Eine Erfolgsquote, die rar ist – und ein Beleg für die Ausnahmestellung der Aluyachten mit dem charakteristischen Deckshaus.

Gegründet auf der Obsession der beiden Werftchefs, die es selbst ständig in die Ferne zieht und die gewissermaßen ihre eigene, kritischste Testzielgruppe sind, bieten sie seit jeher höchste Seegängigkeit und Rigidität. Der Steven ist als Eisbrecher konzipiert, die zehn Millimeter starken Aluplatten im Unterwasserbereich erlauben sorgenfreies Trockenfallen, der tief in der Bilge vor dem Mast platzierte Ankerkasten ermöglicht reichlich Kettenlänge und erhöht dabei auch gleich noch das aufrichtende Moment. Außerdem sind Vor- und Achterpiek komplett wasserdicht abgeschottet, was selbst im Fall einer schweren Havarie Restauftrieb gewährleistet. Und dann ist da noch die rundum geschützte Kanzel über dem Niedergang, die zugleich als Lufthutze für das gesamte Schiff dient.

Die Boréal 47.2 ergänzt diese für die Marke typischen Sekundärtugenden um Qualitäten, die im Segment der Expeditionsyachten deutlich seltener zu finden sind. Dank eines gut abgestimmten Riggs mit leicht überlappender Stagfock und Genua segelt sie schon bei moderaten Bedingungen erstaunlich behände.

Das breite Cockpit bietet an den beiden außenliegenden Steuerständen sehr gute Sicht in die Segel und voraus, was aktive Crews zu schätzen wissen. Und obwohl der Rumpf zehn Zentimeter höher baut, um unter Deck mehr Stehhöhe und Stauraum zu schaffen, wirkt er nach wie vor gestreckt, fast sportiv. Ein Eindruck, den die Boréal im Test vor La Rochelle bestätigte: Sie zählt in ihrem Marktsegment zu den Booten, bei denen man gern länger am Rad steht.

An wie unter Deck glänzt sie zudem mit einer ausgefeilten Ergonomie. Überall gibt es Handläufe und Griffe, um sich bei Lage und Welle sicher festhalten zu können. So ist auch der helle, handwerklich gut gemachte Holzausbau konzipiert – eher enger als heute bei den meisten Serienbooten üblich, vor allem um den Niedergang herum, dafür aber praktikabler auf See, weil es nirgends an Möglichkeiten zum Abstützen und Verkeilen fehlt. Steuerbord achtern können Eigner zwischen Doppelkoje oder Technikraum wählen.

Während frühere Modelle der Werft mehr für hohe Breiten und Kaltwasserreviere konzipiert waren, ist die Boréal 47.2 sprichwörtlich eine Yacht für die ganze Welt. Was sie sonst noch auszeichnet, welche Optionen sie bietet, was sie kann und kostet, lesen Sie in der neuen YACHT 22/2021 – jetzt am Kiosk oder direkt online über die Schaltflächen unten bestellen.


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