Windphänomene
Wenn es plötzlich anders weht

Düse, Thermik, Kapeffekte: Wie überraschende lokale Windeffekte entstehen und mit welchen Faktoren Segler in Landnähe rechnen müssen

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 14.03.2012

YACHT/A.Fritsch Eine Yacht segelt in der Winddüse vor der Kanareninsel Gran Canaria

Es hätte perfekt sein können: Ein gelungener Nacht-Törn endet in einer kreisförmigen, von Land umschlossenen Ankerbucht. Das Eisen rasselt auf den Grund, die müde Crew entspannt sich. Der Wind weht sanft; noch in T-Shirt-Temperatur gibt es einen letzten Absacker im Cockpit, dann strebt jeder zu seiner Koje, noch ausreichende fünf Stunden Schlaf bis zum Morgengrauen.

Und dann geht es irgendwann in der Nacht los: Wie eine gigantische Faust treffen die Yacht urplötzlich Fallböen, das Schiff ruckt in die Kette. Die nächste kommt plötzlich aus fast 100 Grad anderer Richtung und ist noch stärker. Wie wild beginnt das Boot zu schwoien, ruckt, wechselt die Richtung, dann die nächste Bö. Ob der Anker hält? Die Charteryacht und ihr Ankergeschirr sowie den im Dunkeln nicht auszumachenden Grund kennt keiner, und so beginnt für den übermüdeten Skipper und Co-Skipper eine leidige Wechselschicht mit Ankerwache. Segeln kann so grausam sein.

Google Maps/YACHT Düseneffekt über der Halbinsel Peljesac in Kroatien

Wie kommen solche nächtlichen Fallböen am Ankerplatz eigentlich zustande? Wie gut kann man sie vorhersehen, warum variiert ihre Richtung manchmal derart stark?  Meist sind diese Effekte auf Windphänomene zurückzuführen: Fallwinde, Düseneffekte, Eckeffekte, Abdeckung und vieles mehr. Sie zu kennen, vorherzusehen und entsprechend dann entweder zu meiden oder aber optimal für sich zu nutzen, unterscheidet einen unerfahrenen von einem routinierten Skipper. Denn die Variablen sind vielfältig: Topografie, Jahreszeit, Thermik, Wetterlage – all das spielt hinein.

In der neuen YACHT Nr. 7/12 werden die wichtigsten Windphänomene erklärt, anhand von Beispielen gezeigt, wie man sie richtig abschätzt, und wie man sie optimal für sich nutzen kann.


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Themen: WindWindphänomene

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