Das besondere Boot
Traumyacht eines Admirals

Die "Thule" wurde bei Abeking & Rasmussen für alle Weltmeere gebaut, verbrachte aber ihr Leben in den USA. Nun ist sie zurück in Deutschland

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 02.01.2013

YACHT / C. Sorenti Die "Thule" vor den Ochseninseln

Brachial wummert die urzeitliche Maschine, dass es bis in die Magengegend zu spüren ist. Die Aluplatten unter den Füßen vibrieren. Der gigantisch-wuchtige Koloss, der dort unten im Schiffsinneren arbeitet, ist halt noch nicht recht auf Temperatur – ein 41 Jahre alter MWM-Schiffsdiesel mit 5,7 Litern Hubraum. Trotzdem bringt er den mehr als 18 Tonnen verdrängenden Langkieler "Thule" spielend auf 6,8 Knoten Marschfahrt.

"Wenn der Rumpf sauber ist, können wir bis zu 8,2 Knoten laufen", sagt Eigner Professor Rainer Woehl. Der 63-jährige steuert seine Aluketsch über die Flensburger Förde, bückt sich etwas, um ein zweites, in der Mitte des Steuerrads montiertes Rad zu erreichen. Mit Blick auf eine beschlagene Messinganzeige kurbelt er einige Umdrehungen und beginnt zu grinsen, als sich das Maschinengeräusch ändert und das Schiff rasant Fahrt aufnimmt. "Ein Verstellpropeller – wie in der Berufsschifffahrt", sagt er, "man kann die Steigung von Hand verändern." Ziemlich ungewöhnlich für eine Yacht – aber zugleich genau sein Metier, hat er doch sein halbes Leben lang in der Ausrüstung großer Berufsschiffe gearbeitet.

Die "Thule" ist nicht allein wegen ihres speziellen Zubehörs ein ungewöhnliches Schiff: So elegant wie ein Klassiker, so sicher wie ein Seenotrettungskreuzer, so robust wie ein Panzerkreuzer. Allerdings will sie die versprochenen 8,2 Knoten heute nicht erreichen. "Wir haben wohl zu viel Bewuchs am Unterwasserschiff", sagt Woehl.

Das verwundert nicht, denn die "Thule" ist gerade einen Monat zuvor mit wenigen Unterbrechungen aus Kapstadt zurück nach Flensburg gesegelt. Die letzte Etappe einer Reise, die den Flensburger Schiffbauer und seine Frau Ursula mit der Yacht auf der Passatroute um die Welt geführt hat. Doch das ist nur ein kleiner Teil der bewegenden Geschichte der Yacht, die im Jahr 1971 in Lemwerder beginnt. Dort lässt sich der amerikanische Rear Admiral Charles Curtze das Schiff fertigen, das all seine Erfahrungen im Schiffbau und als Kommandierender in der amerikanischen Pazifikflotte vereint: ein sicheres Gefährt, mit dem er überall hingelangen kann.

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