Open 60
Thomsons neue Waffe

Der Open 60 "Hugo Boss" ist das radikalste Boot seiner Klasse und soll Alex Thomson endlich den Sieg bei der Vendée Globe bringen. Die YACHT war an Bord

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 05.11.2019
Hugo Boss Hugo Boss Hugo Boss

HUGO BOSS Hugo Boss

Beim Transat Jacques Vabre vor wenigen Tagen wäre es um Haaresbreite beinahe um das wohl spannendste Boot der Klasse geschehen gewesen: Mit 25 Knoten Speed rammte Alex Thomson mit seiner brandneuen "Hugo Boss" ein treibendes Objekt und riss sich den Kiel aus dem Boot. Nur noch durch den hydraulischen Schwenkarm mit dem Schiff verbunden, entschied er sich zu einem radikalen Schritt: Er schnitt den Kiel ab und segelte nur mit dem Wasserballast 800 Meilen weiter in Richtung Kapverden.

HUGO BOSS Das Boot bei der Taufe in London im September

Ein Schritt, der die Entschlossenheit und Radikalität des Briten gut illustriert. Denn genauso hat er auch sein Boot designt: Die neue "Hugo Boss" ist der erste Open 60 mit einem komplett geschlossenen Cockpit. Der Skipper arbeitet und trimmt aus einer Kommandozentrale tief unten im Bauch des Schiffs. Kameras ersetzen den Blick übers Deck nach vorn, informieren über den Trimm der Segel. Es ist auch der erste Open 60, der nur über einen Elektromotor verfügt und mit rund 20 Quadratmeter Solarpaneelen und Lithium-Ionen-Batteriebänken voll auf regenerative Energien statt Diesel setzt.

YACHT/A.Fritsch Die gewaltigen Foils heben das Boot weit aus dem Wasser

Und dazu kommt der wohl spektakulärste Rumpf der Klasse: Das Schiff fällt vorn und achtern stark ab, ist schmaler als alle anderen und verfügt über die gewaltigsten Foils, die mit 7,5 Metern gigantisch wirken. Das Konzept scheint aufzugehen: Bei den ersten Tests segelte "Hugo Boss" bei 18 Knoten Wind spielend 32 Knoten. Beim Transat ging nach einem verpatzen Start der Open 60 als 24er mit neun Meilen Rückstand zum Führenden um die erste Bahnmarke. Danach ging es auf raumen Kurs weiter, und der Brite pflügte durchs Feld, das zeitweise wirkte, als parkte es. Er passierte spielend die als Favorit gehandelte führende  Charal" - und wurde dann von einem Segel-Defekt ausgebremst.

alexthomsonracing.com Skipper Alex Thomson 

Es scheint, als sei Alex Thomson auch mit dem neuen Boot das gelungen, was schon das Vorgängermodell geschafft hatte: Das derzeit schnellste Boot der Klasse zu bauen. Die YACHT traf den Skipper vor dem Rennen bei der Taufe in London und bekam eine exklusive Führung übers Schiff und in die Kommandozentrale tief im Bauch unten.

Das ausführliche Porträt des Bootes jetzt in der neuen YACHT, Nr. 23, ab sofort am Kiosk.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Alex ThomsonHugo BossOpen 60

Anzeige