Auf Wunsch mit Carbon-Rigg
Traum-Tourer – die Hallberg-Rassy 50 im YACHT-Test

Die schwedische Marke gilt als traditionell, erfindet sich mit jedem Modell aber auch ein bisschen neu – mit keinem bisher so konsequent wie mit der neuen HR 50

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 27.07.2021
Traum-Tourer – die Hallberg-Rassy 50 im YACHT-Test Traum-Tourer – die Hallberg-Rassy 50 im YACHT-Test Traum-Tourer – die Hallberg-Rassy 50 im YACHT-Test

YACHT/J. Rieker Traum-Tourer – die Hallberg-Rassy 50 im YACHT-Test

Der Kohlefasermast mit den pechschwarzen Epex-Membransegeln von Elvstrøm lässt die stattliche Yacht zweifellos noch imposanter wirken. Es ist das erste Mal, dass Hallberg-Rassy ein derartiges Hightech-Rigg anbietet. Das Extra kostet schlappe 200.000 Euro, so viel wie ein 40-Fuß-Fahrtenboot aus Großserie. Aber es ist bei Weitem nicht die einzige Besonderheit der Konstruktion von Germán Frers.

Auch sonst zeigt sich die HR 50 innovativer, konsequenter, moderner, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Das beginnt schon beim voll integrierten Bugspriet, der hier Teil des Decks ist und deshalb weit schlanker und damit eleganter ausfällt als bei den vielfach klobig gestalteten Anbauteilen der meisten anderen Werften.

Erstaunlich sind die Dimensionen der 15-Meter-Yacht, insbesondere ihre Breite. Die Hallberg-Rassy 50 misst volle fünf Meter; rechnet man die Scheuerleisten dazu, sind es sogar 5,02 Meter. Breiter ist keine ihrer aktuellen und auch in Kürze neu erscheinenden Konkurrentinnen, zu denen neben der etablierten und höchst erfolgreich verkauften Amel 50 die für die boot Düsseldorf angekündigten Contest 50CS und Oyster 495 zählen.

Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 3 steht die HR 50 also allein da in einer Gruppe von ohnehin nicht gerade zierlichen Luxusyachten. Werftchef Magnus Rassy setzt bereits seit mehreren Jahren auf recht volle Spantformen und Doppelruder, und dieses Bauprinzip nutzt er auch unter Deck konsequent. Vergleicht man die Neue mit der HR 48, ihrer Vorgängerin, wähnt man sich in einem weitaus größeren Boot.

Und noch in anderer Weise zeigt sich, wie offen die Werft für veränderte Anforderungen des Marktes ist. So verfügt die HR 50 über eine nahezu komplette, in vielen Details höchst luxuriöse Grundausstattung. Sie umfasst nicht nur ein Teakdeck erlesener Güte, sondern auch elektrische Rollsegel, ebensolche Winschen, ein Bugstrahlruder und sogar einen Generator. Wer auf Langfahrt gehen und wochenlang autark leben möchte, braucht lediglich noch einen Wassermacher.

Spaß macht der 21-Tonnen-Traumtourer übrigens auch. Im Test bei Leicht- und Mittelwind profitierte er dabei fraglos von dem Mehr an Segelfläche und den perfekt stehenden Tüchern. Doch auch im Serientrimm wird das Boot noch ein Gefühl von Lebendigkeit vermitteln, das in dieser Luxus-Klasse nicht selbstverständlich ist. Die Hallberg-Rassy 50 spricht sehr gut aufs Ruder an und zeigte sich für die Dimensionen äußerst wendig.

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