Das besondere Boot
So segelt die neue „Freydis“

Heide und Erich Wilts haben sich für ihre achte Weltreise ihr drittes Schiff gebaut: das Resultat all ihrer Erfahrungen auf 300.000 Meilen

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 26.06.2012

YACHT/M. Müller 28 Tonnen in voller Fahrt: die „Freydis“ beim Testschlag

Das populäre Weltumseglerpaar aus Heidelberg hatte seine vorige Yacht im März 2011 bei der Tsunami- und Reaktor-Katastrophe in Japan verloren. Rettungsversuche schlugen fehl, da beschlossen die beiden heute 70-Jährigen, sich eine neue Yacht zu bauen. In der rekordverdächtigen Zeit von neun Monaten wurden sie fertig. Und die YACHT war bei einem der ersten Testschläge auf der Nordsee dabei.

YACHT/M. Müller Heide und Erich Wilts vor ihrer Neuen im Juister Watt

Sie macht schon mächtig Eindruck, die neue, traditionell in Signalrot gehaltene „Freydis“. Es besteht kein Zweifel an ihrem Zweck: weitgehend autonome Langfahrt – alles wurde „eine gute Nummer größer als normalerweise“ dimensioniert, wie ihr Skipper sagt. Wo immer es ging, habe er „auf das übliche Spielzeug verzichtet“.

YACHT/M. Müller Die Sofaecke vor der Pantry ist kleiner ausgefallen, die einzige Änderung der Pläne

YACHT/M. Müller Eine der großen Besonderheiten: Die Kielbox nimmt das Schwert auf und ermöglicht ideales Trockenfallen

Das gilt in seltener Konsequenz für jedes Detail an Bord, von der eigenwilligen Box zwischen den vormaligen Kimmkielen bis hin zum stattlichen Rigg. Auch dort wurde alles dem Aspekt Sicherheit untergeordnet: mehr als fingerdicke Wanten, ein verstärktes Mastprofil und überreichlich viele massive Beschläge, Schienen und Rutscher. Es wird beim Segeln eine Freude sein, die jeweils gewünschte Konfiguration problemlos setzen zu können.

YACHT/M. Müller „Auf Spielzeug verzichtet“ – der Skipper im großen Maschinenraum

YACHT/M. Müller Blick aus dem Mast auf die trockengefallene Yacht

Wo das Herz der „Freydis“ schlägt, wird beim Törn vor der ostfriesischen Küste sofort klar: in dem ausladenden Deckssalon und dem angrenzenden, nicht minder großzügigen Cockpit. Dieses Arrangement macht in der Tat eine riesige Lust aufs Mitreisen. Und der nächste Törn der Wilts beginnt schon Mitte Juli: Dann geht es mit der Neuen wieder um die Welt. Den genauen Törnplan finden Sie hier .

Die Hardware, so scheint es, ist dafür bestens geeignet. Den „Elchtest“ (Wilts) mit leichter Übertakelung zwischen Juist und Norderney hat das Boot für die Welt jedenfalls bestanden. Die große Reise kann beginnen.

YACHT/M. Müller Die Neue unter Vollzeug beim „Elchtest“


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Themen: FreydisWilts

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