Bootsbau
Selbstbauprojekt: "Zeit ist relativ"

Der Corona-Lockdown zwingt dem Segeln eine Zwangspause auf. Autor Jan von der Bank hat damit kein Problem. Sein Selbstbau ist eine Art "Social distancing"

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 28.04.2020
Autor Jan von der Bank in seinem Boot mit dem Bericht über Jan von der Bank in seinem Boot Autor Jan von der Bank in seinem Boot mit dem Bericht über Jan von der Bank in seinem Boot Autor Jan von der Bank in seinem Boot mit dem Bericht über Jan von der Bank in seinem Boot

Jan von der Bank Autor Jan von der Bank in seinem Boot mit dem Bericht über Jan von der Bank in seinem Boot

In seinem Bericht über den Baufortschritt schreibt von der Bank:

"Bis vor Kurzem war Zeit noch ein allzu knappes Gut. Im Job, in der Familie, in der Freizeit. Immer stand zu viel auf dem Zettel, das abgehakt werden musste. Tempo, Tempo hieß es, je schneller, desto besser. Selbst der langersehnte Urlaubstörn artete rasch in Stress aus, weil noch ein paar mehr Meilen geschrubbt werden mussten. Oder weil man meinte, eine knappe Woche müsste locker reichen, um endlich auch mal in der Karibik zu chartern.

Und jetzt? Bleiben wir zu Hause. Sitzen im Social Lockdown und machen Home­office. Die Corona-Pandemie zwingt uns alle zur Vollbremsung.

Und siehe da, plötzlich haben wir ganz viel Zeit. Wissen gar nicht, wohin damit, weil plötzlich so wenig zu tun ist. Nicht mal mehr vor die Tür dürfen wir, außer vielleicht für die Jagd nach Klopapier. Selbst unser aller liebster Zeit-Vertreiber – Segeln – steht aktuell nicht zur Verfügung. Flagge AP über Hotel, Startverschiebung an Land. 

Bei manchen führt das zu sonderbaren Übersprungshandlungen. Sie verschwinden im Keller, um dort auf Gymnastikmatten und Fitnessgeräten die sonst beim Jollenritt freigesetzten Endorphine zu reproduzieren. Oder wenigstens ein paar entfernt ans Segeln erinnernde Knie- und Rückenschmerzen. Andere klicken sich zwischen zwei Telekonferenzen durch wackelige, windverrauschte Segelvideos oder daddeln virtuelle Regattayachten über den Bildschirm. Und dann gibt es noch jene, die mit alten Fotos, Logbüchern und Revierführern auf der Couch sitzen, um Erinnerungen an vergangene Törns heraufzubeschwören. Oder zukünftige zu planen. Jeder versucht damit auch den Ängsten und Sorgen zu entkommen, die der unerfreuliche Blick auf die Welt im Krisenmodus hervorruft. Die klassische Flucht aus der grauen Wirklichkeit.

Ich mache da keine Ausnahme. Höchstens mit dem Unterschied, dass ich ziemlich viel Übung darin habe. Für mich als frei­beruflichen Autor war eben schon immer Homeoffice. Um die Notwendigkeit wohldosierter, heilsamer Realitätsfluchten weiß ich daher schon länger.

Meine persönliche Fluchttreppe führt nach unten, in meine Garage. Dort steht ein halbfertiges, 9,60 Meter langes Segelboot aus Sperrholz und Epoxid."

Den vollständigen Bericht lesen Sie in YACHT 10/2020, ab 30. April am Kiosk oder hier online bestellen...


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Themen: Jan von der Bank

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