Das besondere Boot
Gesegelt und geliebt seit 50 Jahren: die Geschichte der „Hans Uhl“

In zahlreichen Refits wurde die Regent von Familie Köster fit für neue Anforderungen gemacht. Doch der Ursprungszweck blieb stets erhalten: sportliches Segeln

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 02.11.2021
Lange, schlanke Linien und wenig Freibord:  Auf der "Hans Uhl" sitzt die Crew in Lee dicht am Wasser, die Sicht nach vorn ist frei Lange, schlanke Linien und wenig Freibord:  Auf der "Hans Uhl" sitzt die Crew in Lee dicht am Wasser, die Sicht nach vorn ist frei Lange, schlanke Linien und wenig Freibord:  Auf der "Hans Uhl" sitzt die Crew in Lee dicht am Wasser, die Sicht nach vorn ist frei

YACHT/Ben Scheurer Lange, schlanke Linien und wenig Freibord: Auf der "Hans Uhl" sitzt die Crew in Lee dicht am Wasser, die Sicht nach vorn ist frei

Die Regent "Hans Uhl" überrascht in vielerlei Hinsicht. Unter ihrem dunkelgrünen Lack verbirgt sich kein beplankter Holzrumpf, sondern GFK. Dennoch geht das Schiff mit seinen Holzaufbauten und dem Teakdeck bei vielen auf einen ersten schnellen Blick dennoch als waschechter Klassiker durch – nicht zuletzt aufgrund seines Alters und des Aufwandes, mit dem es gepflegt wird. Und das seit über 50 Jahren!

Erstmals wurde die schlanke Yacht im Frühjahr 1970 zu Wasser gelassen. Seitdem hat sie zahllose Meilen gemacht und etliche Veränderungen erfahren. Dass das Schiff in dieser Form überhaupt existiert, ist der Umtriebigkeit von Jens Köster geschuldet. Der ist heute 89 Jahre alt und der Vater des aktuellen Eigners Hans Köster.

Kein Schiff von der Stange

Köster senior wächst an der Förde auf. Früh zieht es ihn aufs Wasser. Mitte der Sechziger ist die Zeit reif für das erste eigene Boot: eine acht Meter lange Wibo aus Stahl. Schon dieses Schiff ist dunkelgrün und hat seinen Liegeplatz an einer Boje zwischen den Ochseninseln auf der Förde.

Als 1968 Sohn Hans geboren wird, erweist sich die Wibo als zu klein; ein größeres, familientaugliches Schiff muss her. Das Projekt Bootssuche beginnt: Jens Köster schaut sich um, kann sich jedoch für keines der damals aufkommenden GFK-Serienschiffe begeistern. Schließlich stößt er in der YACHT auf eine Anzeige: „Regent, auch als Selbstausbau geeignet.“ Die Yachtwerft Wallhausen am Bodensee bot damals diesen in Kleinserie produzierten Bootstyp als Schale zum Ausbau an.

Vom Kasko zur Familienyacht

Die Idee begeistert Jens Köster. Er ordert eine Rumpfschale, die per Bahn quer durch die Republik in den Norden gebracht wird. Mit Ruderanlage und Fracht zahlt Köster rund 5000 D-Mark – ein Bruchteil dessen, was ein fertiges Schiff gekostet hätte. Doch noch ist die Bootshülle nackt. „Für den Ausbau gab es einen groben Plan“, erzählt der 89-Jährige heute an Bord seines alten Schiffes. „Aber den haben wir verändert.“

Wie so vieles in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. Im vergangenen Sommer – es war die 52. Saison der betagten Dame! – war die YACHT zum Schlag auf der Flensburger Förde an Bord. Die ganze Geschichte dieses besonderen Bootes lesen Sie jetzt in der neuen YACHT 23/2021.


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