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Segel-Spezial: Komfort, Werterhalt und Sicherheit

Warum Rollbäume immer beliebter werden, wie sich das Leben der Segel verlängern lässt und warum eine Starkwindgarderobe sinnvoll ist

  • Hauke Schmidt
 • Publiziert am 29.09.2020
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Szamer, Peter Segel-Spezial: Komfort, Werterhalt und Sicherheit

Um komfortables Setzen, Reffen und Bergen des Großsegels geht es im ersten Teil des Segel-Spezials: Mehr und mehr Eigner wünschen sich den unbestrittenen Bedienkomfort einer Rollgenua auch fürs Großsegel. Die Gründe liegen auf der Hand. Egal ob bei Beneteau, Hanse oder X-Yachts: Seit Jahren geht der Trend nicht nur zu immer größeren Yachten für kleine Crews, die Segel­fläche wird auch immer stärker im Groß­segel konzentriert.

HSC Moderne Rollbäume arbeiten zuverlässig und erleichtern das Handling großer Segelflächen enorm

Doch die wachsende Bootsgröße macht das Handling der mächtigen Großsegel generell unkomfortabel – denn viel Tuch türmt sich beim Bergen auch hoch auf. Ab 40 Fuß lässt sich das Fall kaum noch von Deck an- oder abschlagen. Ganz zu schweigen vom Riggen der Baumpersenning. Mit leichtgängigen Mastrutschersystemen und Lazybags lässt sich die Handhabung entschärfen, zum Teil entstehen aber auch neue Hindernisse. Je aufwändiger das Rutschersystem, desto mehr Platz beanspruchen die Wägelchen, und desto höher bleibt das Kopfbrett beim Segelbergen über Deck.

Seit Jahren wird an Lösungen gefeilt, damit sich das Großsegel ähnlich bequem reffen und stauen lässt wie eine Rollgenua. Komfortbetonte Fahrtenyachten werden dabei häufig mit Rollmasten ausgerüstet, bei denen es sich inzwischen um sehr ausgereifte Systeme handelt und die bei entsprechender Segelgarderobe auch leistungsmäßig gut dastehen.

Werften wie X-Yachts dagegen bevor­zugen Rollbäume. "Das Zusatzgewicht liegt näher am Deck, außerdem kann das Groß im Notfall immer noch konventionell geborgen werden", so Torsten Bastiansen von der dänischen Werft. X-Yachts liefert bei der durchaus noch handlichen XC 38 bereits rund ein Drittel der Bestellungen mit Rollbaum aus, die XC 45 wird zu mehr als 60 Prozent mit Rollbaum geordert. Ähnlich verhält es sich bei der sportlicheren XP 55.

In der großen Martkübersicht stellen wir die neuesten Modelle vor, erklären, warum Rollbäume immer beliebter werden und was bei Auswahl und Bedienung zu beachten ist.

YACHT/N. Krauss Der Chef an der Nähma­schine: Jens Burmester von Co-Segel an der Schlei näht ein Achterliek nach

Am Ende der Saison lohnt der Blick auf die Garderobe: Nicht selten hat der Sommer Spuren an den Tüchern hinterlassen. Meist sind es nur kleine Blessuren, die aber langfristig zu kapitalen Schäden führen. Frühzeitig erkannt und fachgerecht repariert, bleiben die Segel fit für viele Jahre. Das lohnt sich auch bei gebrauchter Ware.

Wird ein Boot gebraucht gekauft, sind die Segel meistens schon älter, und der neue Eigner hat erst mal wichtigere Dinge auf der Liste zu erledigen, etwa den Wartungsstau an Installation und Elektrik, dem Diesel oder akute Maßnahmen wie die Reparatur eines undichten Luks. Zudem sind neue Segel eine große Investition, die bei älteren Booten häufig einen nicht geringen Anteil des gesamten Bootswertes ausmacht.

Wir zeigen, wie die Durchsicht beim Segelmacher abläuft, welche Probleme am häufigsten auftreten und was selbst bei älteren Tüchern noch zu retten ist.

In gewisser Weise fällt auch das letzte Thema des Segel-Spezials unter den Aspekt Werterhalt: Dezidierte Schwerwetter-Vorsegel lassen ein Boot bei Wind schneller, höher und komfortabler segeln, und sie schonen die übrige Garderobe. Klar, wenn es auffrischt, kann die rollgereffte Genua für schnelle Abhilfe sorgen und besonders auf einer kurzen Küstenfahrt in Ordnung gehen. Doch sie steht weder ideal, noch ist das Material für Dauerbelastungen durch Starkwind ausgelegt. Auf längeren Schlägen sind verschiedene Alternativen sinnvoll.

Liot, J.-M. Die auch Trinquette genannte Schwerwetterfock am mobilen ­Kutterstag

Eine gute Lösung ist in jedem Fall eine Schwerwetterfock, die aus stabilerem Tuch ausgeführt und nicht mit Latten bestückt wird. Da die Fock mehr schlagen wird und dann die Latten zerstört, außerdem braucht sie keine Ausstellung und somit auch keine Versteifungen. Auch sind Gurtbänder statt Kauschen der Verletzungsgefahr wegen angeraten.

Die Crux: Das Schwerwettervorsegel muss gegen die Rollreffgenua ausgetauscht werden. Das geht einfach, bevor der Wind einsetzt, und dann besonders im Hafen. Jedoch zerrt dieser Job an Nerven und Material, wenn es schon weht und die Genua ausgerollt wird, stark schlägt und geborgen sowie aufgetucht werden muss.

Das bessere System bedingt Umbau­arbeiten an Rumpf und Mast. Parallel zum Vorstag wird ein Kutterstag geriggt. Dazu erhält der Mast ein entsprechendes Auge oder ein verstärktes Loch, in das ein T-Terminal eingehängt wird. Das Stag endet unten in einem mobilen Spanner, der an einem durchgebolzten Decksbeschlag eingehakt wird.

Neueste Entwicklung sind Starkwindtücher, die samt Endlos-Rollanlage fliegend gefahren werden. Solche Stagsegel lassen sich auch auf See einfach riggen und sind sehr leistungsfähig. Wer schon einen Code Zero an Bord hat, kann zudem Teile des Endlosrollers weiternutzen, was die Kosten für des Stagsegel senkt.

Außerdem im Segel-Spezial: Welche weiteren Optionen es gibt und worauf man bei der Auswahl der Schwerwettergarderobe achten sollte.

Das Segel-Spezial gibt es jetzt zum Nachlesen in der neuen YACHT, Ausgabe Nr. 21/2020. Das Heft ist ab sofort am Kiosk erhältlich sowie im DK-Shop oder kann direkt hier digital bestellt werden.


Die gesamte Digital-Ausgabe 21/2020 können Sie in der YACHT-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Print-Ausgabe im Shop nachbestellen – solange der Vorrat reicht:

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