Laser-Weltmeister
Philipp Buhl: "Die Seele aus dem Leib gesegelt"

Deutsche Segler gewannen 20 Jahre lang keinen WM-Titel in einer Olympiaklasse; Philipp Buhl hat die Durststrecke beendet. Das Interview

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 03.03.2020
Philipp Buhl Philipp Buhl Philipp Buhl

DSV/Lars Wehrmann Philipp Buhl

Vor Melbourne segelte der 30-jährige Philipp Buhl zu Gold in der Laserklasse. Der Allgäuer ist damit auch der erste deutsche Weltmeister in dieser olympischen Einhandjolle.

Doch es war nicht der Sieg allein, der  imponierte, sondern die Art und Weise, wie Buhl 123 Konkurrenten aus 44 Nationen dominierte. In zwölf Rennen siegte der Sonthofener viermal hintereinander. Seine Streichergebnisse: ein vierter und ein zehnter Rang. Der Vorsprung auf den australischen Vizeweltmeister Matt Wearn betrug zwölf Punkte – Welten in der hochkarätigen Laser-Konkurrenz. Zum drittplatzierten Kroaten und Olympia-Silbermedaillengewinner Tonci Stipanivic waren es gar 38 Punkte Abstand.
Buhl hat die Regatta seines Lebens gesegelt, konnte seine Stärken bei mittleren bis starken Winden ausspielen. Es war seine zwölfte WM-Teilnahme, zweimal war er Dritter, einmal Zweiter geworden. Zum Auftakt des Olympiajahres hat er sich nun endgültig in den Favoritenkreis für die Spiele vor Enoshima katapultiert. Unmittelbar nach seinem Sieg zog er ein erstes Resümee.

YACHT: Herr Buhl, wie hoch war der Druck, der am Finaltag der Laser-WM auf Ihnen als Spitzenreiter lastete?

DSV/Lars Wehrmann Philipp Buhl

Ich wusste, dass ich mir in den verbleibenden drei Rennen die Seele aus dem Leib segeln musste. Wer weiß, wie oft man sich im Leben eine solche Chance erarbeiten kann? Vor dem letzten Rennen hatten mein Trainer Alex Schlonski und ich ausgerechnet, dass ich den Sieg um einen Punkt sicher hatte. Ich habe die letzte Wettfahrt dann aus Sicherheitsgründen bestritten, musste mich also noch einmal fokussieren, wollte dabei aber weder jemanden behindern noch irgendwelchen Mist an den Hals bekommen. Die erste Runde dieses zwölften Rennens (Red.: Buhl wurde Vierter) verlief normal, die zweite war einfach wunderschön.

War es so etwas wie die Gala des Weltmeisters?

Ja, ich konnte da auch die Gedanken nicht mehr ganz aus dem Kopf verbannen. Im Ziel fühlte ich dann einfach nur noch tiefe innere Befriedigung. Ich habe nun die Gewissheit, dass ich gewinnen kann. Das Thema ist seit zehn Jahren Nummer eins in meinem Leben. Sieben Jahre ist es her, dass ich mit Bronze meine erste WM-Medaille gewinnen konnte. Es gab viele Höhen, aber auch ein paar Tiefen. Ich bin sehr glücklich über diesen Titel.

In Ihrem Youtube-Clip "Burning for Tokyo 2020" dreht sich zum Song "Legendary" alles um Ihren Traum vom Olympia-Erfolg. Sind Sie dem als Weltmeister nun noch ein Stück näher gekommen?

Ich habe jetzt eines meiner beiden großen Ziele erreicht. Das entspannt mich extrem. Ich glaube, ich kann jetzt etwas gelassener in die Olympischen Spiele gehen.

Das komplette Interview lesen Sie in YACHT 6/2020, ab 4. März am Kiosk oder hier digital bestellen.

Philipp Buhl "Burning for Tokyo 2020"


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