Werkstatt
Mit Harz und Hobel gegen den Zerfall

Kaum ein Phänomen wird kontroverser diskutiert als der Zerfall von Polyesterlaminaten. Wie Osmoseschäden in Eigenarbeit saniert werden

  • Hauke Schmidt
 • Publiziert am 14.09.2015

Hauke Schmidt Mit dem Gelplane, einem speziellen Elektrohobel, wird das befallene Laminat entfernt 

Jede Polyesteryacht ist von Osmose betroffen! Diese Aussage haben die Oberlandesgerichte in Celle (Az 7U230/09) und in Schleswig (Az 11U135/10) vor einigen Jahren für rechtens erklärt. Hinter ihren Urteilen verbirgt sich allerdings eine starke Vereinfachung, denn der Begriff Osmose beschreibt lediglich einen physikalischen Prozess, und dieser setzt aus Sicht der Richter bei ungeschützten Polyesterlaminaten mit dem Wasserkontakt ein. Unter Seglern hat sich Osmose als Synonym für die dadurch am Rumpf entstehenden Schäden eingebürgert. Dabei spielen mehrere Effekte eine Rolle.

Polyesterharze, egal ob als Gelcoat oder Laminierharz angemischt, sind weder zu 100 Prozent wasserundurchlässig noch dauerhaft wasserbeständig. Besonders die in den Anfangszeiten des GFK-Bootsbaus eingesetzten Orthophthalharze gelten als anfällig. Doch auch Isophthalsäure-Verbindungen sind betroffen.
Latent ist das Risiko also immer vorhanden. Ob und in welchem Umfang ein Schaden auftritt, hängt davon ab, welche Harze und Verstärkungsfasern die Werft verwendet hat und wie sorgsam die Bootsbauer beim Verarbeiten der Materialien vorgegangen sind. Je leichter Feuchtigkeit durch das Gelcoat, die Feinschicht, diffundieren kann und je mehr Lufteinschlüsse sich darunter und im Laminat befinden, desto schneller schreitet der Zerfall voran.

Wie man die Symptome erkennt und einen befallenen Rumpf in Eigenarbeit saniert, lesen Sie im Skippers Magazin in der aktuellen YACHT. Heft 20/2015 ist ab 16.9. am Kiosk erhältlich.


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Themen: EpoxidHydrolyseOsmosePolyesterVon der LindenWerkstatt

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