Havarie
Mastbruch auf dem Atlantik: Erfahrungsbericht und Ursachenforschung

Bei nur 4 Beaufort kommt einer deutschen Langfahrtcrew das Rigg von oben – obwohl das stehende Gut erst ein Jahr alt war. Unter Notrigg segelt sie zurück an Land

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 10.08.2021
Unter Notrigg: Mithilfe eines Teleskop-Baums segelt die Crew eine beachtliche Distanz zurück Unter Notrigg: Mithilfe eines Teleskop-Baums segelt die Crew eine beachtliche Distanz zurück Unter Notrigg: Mithilfe eines Teleskop-Baums segelt die Crew eine beachtliche Distanz zurück

Wichmann Unter Notrigg: Mithilfe eines Teleskop-Baums segelt die Crew eine beachtliche Distanz zurück

Frank und Helga Wichmann haben Tausende Seemeilen im Kielwasser und eine Atlantiküberquerung absolviert, als der Worst Case eintritt: Kurz nach dem Start ihres Törns zurück in die Heimat, gut 320 Seemeilen nordöstlich der Bahamas, kommt der Mast von oben. Urplötzlich, bei gerade einmal 4 Beaufort und Sonnenschein.

Frank Wichmann fängt sofort mit der Schadensbegrenzung an, handelt instinktiv, erteilt seiner Frau Anweisungen, was zu tun ist. Er will möglichst viel der Ausrüstung retten, bevor das Rigg auf Tiefe geht. Dabei muss jedoch verhindert werden, dass ein Schaden am Rumpf entsteht, der die ohnehin brenzlige Situation zu einer noch größere Katastrophe machen würde. Die Zeit zum Handeln bis zum Einbruch der Dunkelheit vergeht wie im Flug.

Doch warum ist der Mast überhaupt von oben gekommen, welches Teil hat versagt? Offenbar ist das gebrochene Terminal eines Unterwants verantwortlich für die Beinahe-Katastrophe – es wurde nach der Rückkehr untersucht und zeigt ganz deutlich, wo das Material über- oder auch fehlbelastet wurde. Dabei hatten die Wichmanns genau das verhindern wollen – und vorsorglich kurz vor dem Aufbruch zur Langfahrt etwa ein Jahr zuvor das komplette stehende Gut erneuern lassen.

Ohne Rigg auf dem Atlantik gilt es jedoch zunächst zurück ans Ufer zu kommen. Dem Paar gelingt es, ein Notrigg zu stellen und damit nicht nur zurück zu den Bahamas zu segeln. Sie fahren noch weiter, bis an die US-amerikanische Festlandküste, wo das Schiff, eine Bavaria 36, auf ein Frachtschiff verladen und zurück nach Europa gebracht wird.

Im Interview in der neuen YACHT 17/2021 berichtet Skipper Frank Wichmann von den Stunden nach der Havarie, dem Törn unter Notrigg zurück an Land und wie es trotz akkurater Vorbereitung überhaupt zum Mastbruch kommen konnte. Außerdem: Tipps zum Notrigg stellen und Ursachenforschung zum gebrochenen Terminal.


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