Porträt
Mehr Seemeilen als Weltumsegler: die großen Törns von Heidi und Peter Wulf

Das Kieler Paar hat in 50 Jahren über hunderttausend Meilen geloggt, meist in entlegenen Reviere. Rückblick einer unermüdlichen Langfahrtcrew

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 26.07.2021
Heidi und Peter Wulf auf dem letzten ihrer vielen Boote, einem Einzelbau für hohe Breiten Heidi und Peter Wulf auf dem letzten ihrer vielen Boote, einem Einzelbau für hohe Breiten Heidi und Peter Wulf auf dem letzten ihrer vielen Boote, einem Einzelbau für hohe Breiten

YACHT/ K.Müller Heidi und Peter Wulf auf dem letzten ihrer vielen Boote, einem Einzelbau für hohe Breiten

Von ihrem Esstisch aus sehen Heidi und Peter Wulf hinter Bäumen Segel auf blauem Wasser blitzen. Von hier, an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, ist das Paar seit 1968 immer wieder zu großen, seglerisch meist anspruchsvollen Törns aufgebrochen.

Fünf Jahrzehnte später liegen mindestens hunderttausend Seemeilen im Kielwasser. Die Wulfs, heute 78 und 76 Jahre alt, waren gemeinsam weitaus länger und mehr zusammen unterwegs als die meisten Weltumsegler-Paare. Ein halber Regalmeter mit Logbüchern enthält die Details und Koordinaten ihrer Abenteuer. „Genau gezählt haben wir die Meilen darin aber nie“, sagt Heidi Wulf. „Vielleicht sind es weit mehr als hunderttausend.“

Bilder an den Wänden verraten Besuchern schnell, dass das Paar dabei eine Vorliebe für extreme Breiten auslebte. Auf den Fotos liegt eine Yacht zwischen Eisschollen oder vor Gletscherkulisse. Sandstrand und türkisfarbenes Wasser ist auf den wenigsten Bildern zu sehen.

Auf vier eigenen Yachten aus verschiedenen Epochen des Bootsbaus hat das segelbegeisterte Paar seine Reisen dabei unternommen – angefangen mit einem sechs Meter langen Holzboot aus Eiche ohne funktionstüchtigen Motor. Mit einem knapp elf Meter langen Stahlkreuzer von 1953 segelten die Wulfs in den siebziger Jahren auf Nord- und Ostsee und erstmals bis nach Norwegen. Ein schwedischer Laurin Koster 32 wurde Boot Nummer drei: Wulfs wählten es aus, um damit bis nach Spitzbergen zu segeln – doch immer noch nicht so weit gen Norden, wie sie gern wären.

Das gelang erst mit dem vierten und letzten Boot, das die mittlerweile erfahrenen Langfahrtsegler selbst entwickelten: ein zwölf Meter langer Aluminium-Einzelbau, der im Eis überwintern können sollte.

Wie das Paar es geschafft hat, neben Beruf und Familie immer wieder große Reisen auf eigenem Kiel zu unternehmen und sich dabei den persönlichen Traum vom Langfahrtsegeln zu den abgelegenen Küsten rund um Europa erfüllt hat, lesen Sie im Porträt in der neuen YACHT 16.


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