Werkstatt
Gennakerbaum selbst gemacht

So fertigen Sie aus einem abgebrochenen Surfmast einen Gennakerbaum und aus Kohlefaser und Epoxid die dazugehörigen Decksbeschläge

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 17.02.2015

Lars Bolle

Der Gennaker hat sich wegen seiner leichten Handhabung als Raumwindsegel auch im Fahrtenbereich etabliert. Um eine solche Blase setzen zu können, ist ein Gennakerbaum zwar nicht unbedingt nötig, er erleichtert jedoch die Handhabung und steigert die Effizienz des Segels.

Er verlagert den Anschlagpunkt der Halsleine weiter nach vorn, vergrößert den Abstand zum Vorstag. Die Schot kann so innen geführt werden, der Gennaker wird bei der Halse wie eine Genua bedient.

Zusätzlich hat ein Gennakerbaum entscheidenden Einfluss auf die Effizienz des Gennakers. Das meist bunte Tuch wird stärker aus der Abdeckung des Großsegels geholt und kann vor allem auf tieferen Kursen besser den Wind einfangen, was den Einsatzbereich erhöht. Auf Regattayachten ist der Rüssel zu diesem Zweck manchmal sogar schwenkbar, kann also nach Luv ge­zogen werden, womit Kurse bis fast platt vor dem Laken möglich werden.

Viele Hersteller tragen dem Trend zum Gennaker Rechnung, entweder mit fest angebauten, kürzeren Beschlägen oder ausfahrbaren, langen Rüsseln. Dabei gilt: je länger, desto effektiver. Für eine bessere Handhabung reicht dagegen schon eine Armlänge Abstand zum Vorstag.

Ein Gennaker ist jedoch nicht nur neuen oder modernen Booten vorbehalten, er kann auf so gut wie jeder Yacht nachgerüstet werden. Eine Möglichkeit wird in der aktuellen YACHT 5/2015 gezeigt, aus einem Surfmast mit selbst laminierten Beschlägen.

Ergänzung zum Heftartikel:
Ein Surfmast ist normalerweise gewickelt und nicht darauf ausgelegt, eingespannt, wie im gezeigten Beispiel, Lasten aufzunehmen. Werden diese Lasten zu hoch, kann er an der Einspannstelle, hier dem vorderen Beschlag, brechen. Soll ein Surfmast für härtere Bedingungen oder weniger agile Boote verwendet werden, wenn also höhere Lastspitzen zu erwarten sind, sollte der Mast an der Einspannstelle verstärkt werden – am besten mit Carbon-Unidirektionalfasern in Längsrichtung und abschließend einem Carbonschlauch, um die Fasern zu fixieren. Entsprechend größer muss dann der Durchmesser des vorderen Beschlags gewählt werden. Oder aber es wird gleich ein dafür vorgesehenes Aluminium oder Kohlefaserrohr verwendet.


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Themen: GennakerbaumSelbstbau

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