Holz an Bord
Es ist Zeit für Alternativen

Mit Fokussierung auf Ökologie und Nachhaltigkeit lässt sich viel verkaufen, nur keine Yacht. Ansätze und Ideen zum Thema Holz

  • Martin-Sebastian Kreplin
 • Publiziert am 13.03.2012

Werft Mahagonifreie Zone: die neue Pogo 12.50

Wir kaufen grünen Strom, begeistern uns für Elektroautos, möchten die hauseigene Heizung gern mit Solarthermie unterstützen, essen Biofleisch und Gemüse aus der Region. Der deutsche Durchschnittsbürger hat, so viel ist mittlerweile klar, ein durchaus ausgeprägtes Ökobewusstsein: Jute statt Plastik.

Wir Segler sind noch einen Schritt weiter. Zwar ist die Ausübung unseres Hobbys, mit all seinen Nebenerscheinungen, kein herausragend umweltfreundliches Unterfangen, doch sagt man dem Segler gemeinhin eine größere Nähe zur Natur nach als manch anderem Mitbürger. Dass das allerdings nichts mit Umweltbewusstsein zu tun haben muss, fällt nur wenigen auf.

„Teak an Deck und Mahagoni im Salon – das ist für mich beim Yachtkauf das Material der Wahl“: bei einer nicht repräsentativen Umfrage der YACHT während der boot Düsseldorf bestätigte ein Großteil der konsultierten Segler einen durchweg konservativen Denkansatz. Mahagoni und Teak – Hölzer, die auf der Empfehlungsliste von Greenpeace im tiefroten, „katastrophal“ genannten Kapitel eingeordnet sind. Der eigene kleine Luxus ein weiterer Baustein im langsam kippenden Weltklima?

Zugegeben, es ist ein kleiner Stein. Aber es liegt im Prinzip der Sache, dass große Mosaike aus vielen kleinen Elementen bestehen. Bei einer Neun-Meter-Yacht, klassisch ausgebaut und mit einem hübschen Stabdeck versehen, ist der Mosaikstein grob einen Kubikmeter groß: ein massiver Holzwürfel mit einem Meter Kantenlänge. Rechnet man den im Sägewerk anfallenden Verschnitt dazu, genauso den, der beim Bootsbauer anfällt, verdoppelt sich die Kantenlänge. Im Wald heißt das, grob formuliert: Die Jahresproduktion einer großen Serienwerft würde ein symbolisches Loch von zwei Hektar in den Urwald reißen. Bei einem jährlichen Verlust von Regenwaldfläche, die Schätzungen zufolge bei 13 Millionen Hektar liegt, ist der Holzbedarf für 300 Segelyachten in weniger als einer Sekunde gedeckt. Irgendwo, in Asien oder Brasilien.

Welche Wege es gibt, diesen Fingerabdruck in der Natur zu reduzieren, zumindest beim Holz, zeigen wir in der aktuellen Ausgabe der YACHT, ab Mittwoch am Kiosk.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: BambusBootsbauEsthecHolz an BordKebonyMahagoniTeak

Anzeige