Importbeschränkungen zeigen Wirkung
Lieferengpässe für Teak – und die Suche nach Alternativen

Strenge Restriktionen für den Handel mit Teakholz aus Myanmar gibt es seit Langem. Bis heute werden sie umgangen. Doch jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 02.11.2021
Künftig kaum mehr zu bekommen: mit Burmateak belegtes Deck und Aufbau, hier am Beispiel einer Breehorn 41 (Archivfoto) Künftig kaum mehr zu bekommen: mit Burmateak belegtes Deck und Aufbau, hier am Beispiel einer Breehorn 41 (Archivfoto) Künftig kaum mehr zu bekommen: mit Burmateak belegtes Deck und Aufbau, hier am Beispiel einer Breehorn 41 (Archivfoto)

Minkema, A. Künftig kaum mehr zu bekommen: mit Burmateak belegtes Deck und Aufbau, hier am Beispiel einer Breehorn 41 (Archivfoto)

Das über ein Jahrhundert in Myanmars Regenwald gewachsene Stammholz, dessen Eignung für den Bootsbau bis heute unerreicht ist, steht auf dem Index der Europäischen Union. Schon im kommenden Jahr, erwarten Experten, werden die ohnehin brüchigen Lieferketten reißen, der Nachschub versiegen. „Der Handel mit Teak ist so gut wie tot“, konstatiert Claus-Ehlert Meyer, Chef des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbands.

Vor allem Yachtmanufakturen mit anspruchsvollem Programm sind betroffen. Teak gehört seit jeher zu Booten des gehobenen Segments. Lange Zeit wählten viele Eigner sogar für den Ausbau das kostspielige Holz. Unter Deck ist neben Mahagoni inzwischen helle Eiche angesagter; an Deck aber kommt für die allermeisten Eigner nur Teak infrage. „Es gibt ja auch kein anderes Holz, das sich so gut verarbeiten lässt und das so lange hält“, sagt etwa Magnus Rassy, Chef von Hallberg-Rassy im westschwedischen Ellös.

Um dem Bedarf gerecht zu werden, hat er vorsorglich seine Lagerhaltung erweitert, Vorräte angelegt – teils ganze Stämme, vor allem aber besäumte Leisten in höchster Qualität, geradwüchsig, mit stehenden Jahresringen. Doch weiß er, dass es nicht lange reichen wird. „Wir haben noch für etwa ein Jahr Teak.“ Und dann? „Müssen wir unsere Hausaufgaben machen und jetzt bald Alternativen finden.“

Am liebsten wären ihm Echtholz-Beläge, so sie denn die haptischen, ästhetischen und qualitativen Anforderungen erfüllten. Aber Magnus Rassy lotet den Markt seit einigen Monaten sicherheitshalber auch nach synthetischen Belägen und deren Eigenschaften aus. Denn obwohl noch Restbestände von Teak aus Myanmar gehandelt werden, die Not also noch nicht wirklich greifbar ist: Die Ebbe, sie wird unweigerlich kommen.

Und sie stellt nicht nur Luxuswerften wie Hallberg-Rassy, Nautor, Oyster, Solaris oder X-Yachts vor Probleme, deren Yachten meist schon im Standard Teakdecks tragen. Auch Großserienhersteller wie Bavaria, Beneteau, Dufour, Hanseyachts und Jeanneau müssen umdenken, ebenso Servicewerften, die bisher gut daran verdienen, marode Decks neu zu belegen.

Über kurz oder lang wird das Problem Tausende Eigner betreffen: Diejenigen, die neu kaufen, werden bei der Materialwahl umdisponieren müssen. Und wer ein betagtes Gebrauchtboot besitzt, womöglich sogar einen Klassiker, muss damit rechnen, das Deck nie mehr wirklich originalgetreu restaurieren zu können.

Lesen Sie in der neuen YACHT 23/2021: Warum erst jetzt Lieferengpässe drohen, welche Alternativen es gibt, warum manche Holzhändler auf modifizierte Hölzer setzen und wie manche Werften schon seit Langem ohne Teak auskommen. Ab sofort an gut sortierten Kiosken oder direkt online bestellen (hier klicken!).


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Themen: Teak

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