Bootsbau
Die Renaissance der legendären J-Class

Die Yachten, auf denen einst der America's Cup gesegelt wurde, gelten als die elegantesten aller Zeiten. Dieser Tage wird eine neue fertig

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 07.05.2015

J. Fischer Die erste Auferstandene und für viele die schönste: "Endeavour"  

Die US-Amerikanerin Elizabeth Meyer begründete eine neue Ära. Nach ihren ruhmreichen Zeiten in den dreißiger Jahren und den düsteren Jahren im folgenden Weltkrieg fand sich für die großartigen J-Class-Yachten kaum Verwendung. Manche waren ohnehin zu Kriegszwecken verschrottet worden, andere gammelten scheinbar unrettbar ihrem Ende entgegen. Bis Meyer kam.

DPPI / B. Black Die „Hanuman“, erste J mit Alu-Rumpf, gebaut 2009

Sie war die erste, die das Potenzial dieses Themas erkannte und über die nötigen Mittel verfügte – sie holte die Reste der „Endeavour“ aus dem Hamble River in England und brachte das Schiff von 1986 bis 1989 in einem aberwitzig erscheinenden Refit zu alter Schönheit. Neben der „Shamrock V“ und der „Velsheda“ ist die „Endeavour“ die einzige erhaltene Original-J. Aber das war nicht Meyers einziges Verdienst.

J Class Management Elizabeth Meyer am Ruder. Die Amerikanerin begründete eine neue Ära

Hoek Design Riss der Neuen: Derzeit entsteht in Holland eine J nach alten Plänen von Frank Paine

Sie inspirierte einige Nachahmer, und so entstanden ab 2003 diverse Repliken und sogenannte „Fantasy-Js“. Das sind Neubauten ohne historisches Vorbild – nach alten Plänen, die damals nicht realisiert wurden. Eine dieser Fantasy-Js entsteht derzeit nach von Andre Hoek modifizierten Plänen in Holland, dem Vernehmen nach für einen deutschen Eigner. Es ist die achte ihrer Klasse.

Die YACHT beleuchtet diese ganz spezielle Szene und ihre Entwicklungen. Denn es gärt. Puristen um Meyer – die in der aktuellen Ausgabe der YACHT deutliche Worte findet – lassen nur gelten, was nach Original-Plänen in den Original-Materialien entstanden ist. Aber heute sind die Ansprüche andere. Einst nackte Rennyachten, müssen die Schiffe dieser Tage Charterluxus auf hohem Niveau bieten, sie sind dadurch sehr viel schwerer und liegen entsprechend tiefer im Wasser. Außerdem gibt es heute ganz andere Möglichkeiten als damals, was die Materialien betrifft. Deshalb lautet die Kernfrage: Wann ist eine J eigentlich eine J? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Es tut sich also eine Menge um diese umwerfenden Schönheiten – Grund genug, sich der Thematik einmal gründlich anzunehmen. Die YACHT tut das in einer großen Titelgeschichte.

J. Renedo Duell der Repliken: „Ranger“ (l.) und „Hanuman“ beharken sich auf einer Regatta im Mittelmeer


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Themen: J-Class

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