Das besondere Boot
Das zweite Leben der "Oromocto"

Sie machte Wasser, ihre Struktur war angegriffen. Es sah nicht gut aus für die wunderschöne De-Dood-Konstruktion. Doch ihr Eigner mochte sie nicht aufgeben

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 04.08.2020
Das zweite Leben der "Oromocto" Das zweite Leben der "Oromocto" Das zweite Leben der "Oromocto"

YACHT/J. Kubica Das zweite Leben der "Oromocto"

Gut 50 Jahre sind vergangen seit ihrem ersten Stapellauf. Ihren zweiten erlebte "Oromocto" in gleicher Pracht und technisch noch verfeinert. Ihm war ein aufwändiger Refit bei Janssen & Renkhoff an der Schlei vorausgegangen, der eher einer Grundsanierung glich. Und die war nötig.

Denn die 40-Fuß-Holzyacht aus der IOR-Zeit hat nicht nur ein halbes Jahrhundert intensiver Nutzung und gut 65.000 Seemeilen auf der Beplankung – sie war substanziell auch rott. Zum einen musste zwischenzeitlich bereits die Struktur aus Aluminium-Wrangen und -Stringern ausgetauscht werden, was leidlich gelang. Auch die Kielaufhängung nahm nach einer schweren Grundberührung Schaden.

Irgendwie schien sich "Oromocto", die in dritter Generation in Familienhand gesegelt wird, nicht mehr recht zu erholen. An der Kreuz nahm sie immer noch Wasser. Bei der Pantaenius Rund Skagen 2016 stand der Pegel auf Höhe von Esbjerg bis zu den Duchten. Abbruch. Auskranen. Tiefpunkt.

Hier hätte ihre Geschichte enden können. Doch Eigner Kai Greten mochte sich nicht lossagen von dem Boot, das sein Großvater einst in Auftrag gegeben hatte. So kam sie nach Kappeln an die Schlei in die Hände der Crew um Werftchef Fiete Renkhoff. Der holte Konstrukteur Marc-Oliver von Ahlen mit dazu, der die Statik neu rechnete und einen moderneren Kiel konstruierte.

YACHT/J. Kubica Bildhübsch. Naviplatz mit alter und neuer Technik 

YACHT/J. Kubica Blitzsauber: Kielaufhängung und Mahagoni-Bodengruppe

Statt der Alu-Bodengruppe erhielt die ursprünglich von Gerhard Gilgenast gezeichnete Yacht einen Epoxid-verleimten Mahagoni-Strongback – allein der ist schon eine Augenweide, schreibt YACHT-Redakteur Hauke Schmidt in seinem Bootsporträt. Auch der gesamte Ausbau wurde im Zuge des Refits überarbeitet. Im oberen Bereich ist das Interieur nun weiß, im unteren klar lackiert, was die klassische Anmutung betont.

Alles über die Rettung der "Oromocto", wie sie sich heute segelt, um eine halbe Tonne erleichtert, mit tieferem Schwerpunkt und weniger benetzter Fläche, lesen Sie im umfangreichen Bericht. Dazu: faszinierende Fotos von dem IOR-Klassiker bei frischer Brise.

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YACHT/J. Kubica Steifer denn je – und wieder pottendicht: der IOR-Klassiker an der Kreuz


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