Regatta
America's Cup: alles zur 36. Auflage, der große Cup-Guide

Die Qualifikation der Herausforderer hat begonnen. Wer kann gewinnen? Die Teams in der Analyse. Dazu: die Technik der Cupper, Ausrüstung, Kurse, Rennmodus

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 19.01.2021
Eindrücke vom ersten Renntag Eindrücke vom ersten Renntag Eindrücke vom ersten Renntag

COR 36 | Studio Borlenghi Eindrücke vom ersten Renntag

Die Unterschiede zwischen den beiden Top-Veranstaltungen im Segelsport könnten nicht größer sein. Während derzeit bei der Vendée Globe Solo-Skipper auf 60 Fuß langen Hochsee-Boliden um die Welt segeln, startet zeitgleich der Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt, der America’s Cup. Bei ihm geht es nicht wie in der Vendée Globe darum, Wetterentwicklungen strategisch im Wochenverlauf richtig einzuschätzen, über Wochen und Monate Wind und Wellen zu trotzen, gar die Geschwindigkeit zu reduzieren, um das Material zu schonen. Während die Vendée Globe das Höchste darstellt, was an Seemannschaft, an Seemannshandwerk abgefordert werden kann, geht es beim America’s Cup um völlig andere Tugenden.

Dessen 36. Auflage stellt ein Novum dar. Erstmals wird auf fliegenden 75-Fuß-Einrumpfyachten gesegelt. Die Kurse sind nur etwa 1,7 Seemeilen lang, nicht 25 000 wie bei der Vendée, ein Rennen dauert zwischen 25 und 45 Minuten, diese Zeit benötigt ein Vendée-Skipper allein für einen Segelwechsel. Ab 23 Knoten wird nicht mehr gestartet, auf den Ozeanen der Welt sind Stürme mit 50 Knoten abzuwettern. Dafür fliegen die neuen Boote bei gerade einmal 15 Knoten Wind mit bis zu 50 Knoten den Bahnmarken entgegen; dabei würde es ein Vendée-Globe-Boot wohl zerlegen. Für solche Geschwindigkeiten jedoch ist die ausgereifteste Technologie nötig, die derzeit verfügbar ist. Die Crews müssen während der Manöver wie in einer Choreografie zusammenarbeiten, jeder Handgriff ist einstudiert, Fehler bedeuten Verluste von mehreren hundert Metern oder gar des Bootes, wie jüngst bei der Kenterung des Teams American Magic zu sehen war
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Der eigentliche Cup ist das Duell des Verteidigers, bei dieser Auflage das Emirates Team New Zealand, gegen einen Herausforderer. Wer das sein wird, steht noch nicht fest. Denn herausfordern darf jeder Segelclub, der die Anforderungen der sogenannten Stiftungsurkunde, der Deed of Gift, erfüllt, verfasst im Jahre 1852. Ein Jahr zuvor hatte der amerikanische Schoner "America" beim 100 Guinea Cup vor der Isle of Wight die britische Segelelite düpiert. Dieser Pokal wurde als "America’s Cup"-Wanderpreis ausgeschrieben, und etwa alle vier Jahre geben Mäzene und Sponsoren Millionenbeträge bis in den dreistelligen Bereich aus, um die als hässlichste Silberkanne der Welt bezeichnete Trophäe zu gewinnen.

Derzeit kämpfen die drei Herausforderer Luna Rossa (Italien), American Magic und Ineos Team UK in der Qualifikation darum, wer gegen die Neuseeländer antreten darf.

Im großen Cup-Guide lesen Sie die Stärken und Schwächen der vier Cup-Teams, die komplizierte Cupper-Technik wird erklärt, dazu der Qualifikationsmodus, das Rennformat und wie die Sicherheitsausrüstung der Crewmitglieder aussieht. Wer den Cup verfolgen möchte, sollte diesen Führer parat haben. Es ist in Heft 3/2021 zu finden, ab, 20. Januar am Kiosk oder hier digital zu bestellen.


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Themen: America's Cup

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