Marstalschoner

Das Werk ist vollendet

Der rekonstruierte Neufundlandfahrer "Bonavista" wurde am Wochenende in Marstal gefeiert und symbolisch dem dänischen Nationalmuseum übergeben

Lasse Johannsen am 21.05.2019
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Nico Krauss

Marstal-Schoner "Bonavista" am Samstag vor dem großen Fest

Nach insgesamt zwölf Jahren seit Projektbeginn wurde die rekonstruierte "Bonavista" am Samstag im Rahmen eines maritimen Festes in Marstal unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit an das künftig bereedernde Nationalmuseum übergeben. Noch bis zum Vorabend hatten die Bootsbauer um Ebbe Andersen hier am Eriksens Plads, wo das imposante Schiff einst auch gebaut wurde, gearbeitet.

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Der Dannebrog weist darauf hin: Hier wird groß gefeiert

Heimathafen Marstal

In ihren Ansprachen gingen der Leiter des örtlichen Schifffahrtsmuseums, Erik Kromann, und Peter Henningsen, Oberinspektor des Nationalmuseums und Spitze der Projektleitung, auf die Frage ein, ob die "Bonavista" eine Restaurierung oder ein Neubau sei. Wichtiger als diese philosophische Erwägung aber sei, so Bürgermeister Ole Wej Petersen, dass der Schoner, der schon vor 105 Jahren von diesem Hafen aus mit Ziel Neufundland ausgelaufen sei, hier in Marstal wieder seinen Heimathafen habe.   

Der Marstal Schoner "Bonavista" kurz vor seinem zweiten Stapellauf

Bootsbauer Ebbe Andersen hat dem Schoner ein neues Leben eingehaucht

Großzügige Förderung 

39 Millionen Kronen (5,2 Millionen Euro) hat das Projekt alles in allem verschlungen, 26 Millionen Kronen (3,5 Millionen Euro) davon gingen in die Rekonstruktion des Rumpfes in den Jahren 2008 bis zum Stapellauf 2012. Weil es an den weiteren 13 Millionen mangelte, die für Ausbau, Rigg, Segel, Takelage, Technik und Antrieb fehlten, stand das Projekt mehrere Jahre lang still. Dann erfolgte eine Förderung durch den A. P. Møller-Fonds, und es konnte weitergehen.

Marstalschoner

”Bonavista" geht 2012 nach vierjähriger Restauration wieder ins Wasser

Bedeutende Geschichte

Die "Bonavista" wurde 1914 in Marstal gebaut. Sie ist eine der letzten Vertreterinnen eines Handelsschiffstyps, mit dem von der kleinen Hafenstadt auf Ærø aus transatlantischer Handel betrieben wurde. Sie ist nach einem Ort in Neufundland benannt. Vom Original konnten ein Stevenknie vorn und achtern, ein Spant, zwei Bodenwrangen und das Ankerspill gerettet werden.

Maritimes Erbe

Marstal war zur Zeit des Stapellaufs der "Bonavista" nach Kopenhagen die bedeutendste dänische Hafenstadt, gut 300 große Handelsschiffe hatten hier ihren Heimathafen. Das Seefahrtsmuseum zeigt heute in über 30 Ausstellungsräumen eine der beeindruckendsten Sammlungen im Ostseeraum.

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Lasse Johannsen am 21.05.2019

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