Revier-Info

Yachtcharter Frankreich: Côte d'Azur und Iles d'Hyères

Entlang der Küste zwischen Marseille und Nizza liegt ein Revier, das von Ankerbuchten in grandioser Natur bis hin zum Jet-Set-Trubel vieles zu bieten hat

Kristina Müller am 19.11.2019
Cote d Azur
K. Müller

Porquerolles

ANREISE
Flüge von Deutschland nach Marseille, Toulon-Hyères oder Nizza, von dort weiter mit Mietwagen, Bahn, Bus oder Taxi zur Charterbasis. Praktisch für die Anreise ohne Mietwagen: Zwischen Menton und Marseille verläuft die Bahnlinie direkt an der Küste mit Halt in allen größeren Orten.

Fotostrecke: Côte d'Azur

CHARTER
Ein optimaler Ausgangsort für einen Törn zu den Iles d'Hyères und in die Calanques ist die Charterbasis von Kiriacoulis in Bormes-Les-Mimosas. Von dort sind es nur wenige Meilen zu den vorgelagerten Inseln, die Infrastruktur im Ort ist gut. Im Hafen Port Pin Rolland in Saint Mandrier-sur-Mer hat Dream Yacht Charter einen Sitz, ebenso wie in Marseille, sodass One-Way-Törns möglich sind. 

CHARTERANBIETER

Wetter Frankreich

Wetterstatistik Core d' Azur

WIND UND WETTER
Im Hochsommer meist schwachwindig, nachmittags kommt oft eine Seebrise aus Südost auf. Mistral aus Nordwest gibt es häufiger im Frühjahr und Herbst. Zwischen Marseille und den Iles d'Hyères kann der stürmische Wind, der durch das Rhônetal auf die Bucht von Marseille trifft, besonders stark sein. Östlich der Iles d'Hyères, am Küstenstrich bis Italien, spielt der Mistral kaum noch eine Rolle, dafür kann hier sehr starker Wind aus Ost auftreten.

Gute Wetter- und Seegangs-Vorhersagen gibt es bei Météo Marine des französischen Wetterdienstes Météo France (www.meteofrance.com und als App) und den üblichen Quellen wie Windy (www.windy.com) oder Windfinder (www.windfinder.de) sowie deren iOS- und Android-Apps.

HÄFEN & ANKERPLÄTZE
Zwischen Marseille und Nizza gibt es Dutzende Häfen, sodass kurze Etappen möglich sind. Allein in den Calanques bei Marseille kann ausschließlich geankert werden. Allein in der Calanque Port Pin gibt es Liegeplätze für kleinere Boote und Murings für gräßere Yachten, die das Heck zusätzlich mit Landleinen am Felsen festmachen müssen. Ein Erlebnis! 

Die Infrastruktur ist in den meisten Häfen gut, im Juli und August ist es aber meist sehr voll, und Plätze in Häfen sind rar. In den Ankerbuchten wird es dann eng. Nicht unüblich ist, auch am Ankerplatz Fender rauszuhängen. Über UKW-Kanal 9 meldet man sich bei den Häfen an, dann wird ein Liegeplatz zugewiesen. Oder in den Hafen einfahren, am Empfangssteg (Pont d'accueil) festmachen und beim Hafenmeister (Capitainerie) nach einem freien Liegeplatz fragen.

 
NAVIGATION & SEEMANNSCHAFT

Das Mikro-Revier der hyerischen Inseln ist gut für Anfänger geeignet. Die Distanzen sind gering, der Ankergrund gut, Wind und Welle gering bis moderat – falls nicht gerade Mistral oder starker Ostwind herrscht. Beachtet werden muss hier jedoch der 600 Meter breiten Ring um die Inseln, die komplett Nationalparkgebiet sind und in denen strenge Naturschutzregeln gelten: Ankern und Anlanden ist an vielen Stellen etwa verboten, die Geschwindigkeit ist auf 5 Knoten begrenzt, und nur "Bateaux propres", Schiffe mit Fäkalientank, dürfen hier fahren.

In den Karten des Nationalparks sehen die Restriktionen jedoch komplizierter aus als vor Ort: Gelbe Bojen markieren dort stets die gesperrten Stellen. Man ankert also einfach außerhalb der Markierung. Gleiches gilt in den Buchten der Calanques. Informationen gibt es auf den Seiten der Nationalparks unter en.portcros-parcnational.fr und www.portcros-parcnational.fr.

LITERATUR UND SEEKARTEN
Der französische Hafen- und Revierführer "Bloc Marine Méditerranée" mit Infos auch auf Englisch ist an Bord der Charterschiffe, ebenso Seekarten.Ein guter englischsprachiger Revierführer ist der "Imray Mediterranean France & Corsica Pilot" von Rod und Lucinda Heikell. Generell gilt: Französischkenntnisse helfen, sind aber kein Muss.Tipp: Ein liebevoll gezeichneter Ankerplatzführer ist "Carnet de Mouillages II" von Sabine Chautard. 

REVIER CHARAKTERISTIK SÜDFRANKREICH

Die Côte d’Azur zählt zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Auf dem Wasser sind jedoch verhältnismäßig wenige deutsche Chartersegler und Eigner anzutreffen. Dabei lohnt der Küstenabschnitt zwischen Marseille und Menton ungemein, er ist zudem ein guter Ausgangsort für Törns nach Korsika.

Der große Reiz des Reviers ist dessen Vielseitigkeit: Zwischen Marseille und den Iles d’Hyères findet man mit den fjordähnlichen Buchten der Calanques und den Iles d’Hyères wunderschöne Naturplätze, in denen immer wieder einsames Ankern à la Robinson auf türkisfarbenem Wasser möglich ist.

Nur wenige Seemeilen weiter nach Osten, am Küstenabschnitt zwischen Saint-Tropez und Nizza, wiederum glänzt die Côte d’Azur mit Häfen voller Luxusyachten, Jet-Set-Rummel und einladenden Küstenstädten. Außerdem sind Ausflüge ins Hinterland der Provence, etwa zu den Weingütern der Region, von fast jedem Hafen aus möglich.

Zudem ist das Revier gut für Einsteiger geeignet: Die Distanzen zum nächsten Hafen oder Ankerplatz sind stets kurz. Schwell baut sich jedoch schnell in Buchten auf, da am Nachmittag die zahlreichen Motorboote und -yachten des Reviers zurück in ihren Hafen kehren, oder aber wenn eine alte Windsee vom Mittelmeer her auf die französische Küste trifft.

Nicht zu unterschätzen ist der Mistral, der aus Nordwest weht und Sturmstärke erreicht mit entsprechendem Seegang: Ist er vorhergesagt, heißt es schnell Schutz zu suchen in einem nach Nordwest geschützten Hafen – und damit zu rechnen, dass man für eine Woche eingeweht bleibt. In den Sommermonaten ist es jedoch tendenziell eher schwachwindig mit einer Brise aus Südost, die am Nachmittag angenehmes Leichtwindsegeln ermöglicht.

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Kristina Müller am 19.11.2019

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