Seite 3: Check-in
Die wichtigsten Check-Punkte unter Deck – Teil 3

Die Übernahme einer Charteryacht zählt zu den wichtigsten Momenten des Ferientörns. Fehler oder Unaufmerksamkeiten können den ganzen Urlaub verderben

  • Andreas Fritsch
  • Lars Bolle
 • Publiziert am 20.11.2019
Die Übernahme einer Charteryacht Die Übernahme einer Charteryacht Die Übernahme einer Charteryacht

YACHT/B. Scheurer Die Übernahme einer Charteryacht

Die wichtigsten Check-Punkte unter Deck

  • Elektronik Alle Geräte auf Funktion testen. Dazu an der Schalttafel die Systeme der Reihe nach einschalten.
  • Batterien Wo sind die Hauptschalter der Batterien? Sind Starter- und Verbraucherbatterien getrennt? Extra-Batterie fürs Bugstrahlruder? Kritisch kann eine Tiefenentladung der Bordakkus sein. Daher die Batteriespannung testen. Sie sollte mit Landstrom oder bei laufender Maschine deutlich über 13 Volt liegen, sonst wird nicht korrekt geladen. Ist die Maschine aus und das Stromkabel abgezogen, darf die Spannung nicht unter etwa 12,3 Volt sinken, sonst drohen Probleme.
  • Wasser Sind die Tanks alle voll beziehungsweise der Fäkalientank leer? Druckwasseranlage laufen lassen. Wo sind die Umschaltventile für die Frischwassertanks?
  • Navigation/Papiere Nicht vergessen: Der Plotter ist juristisch kein Ersatz für Papierkarten! Oft sind seine Module auch nicht aktuell. Prüfen, ob fürs Fahrtgebiet alle Sätze aktuell und vollständig sind. Revierführer müssen ebenfalls an Bord sein. Sich auch die revierrelevanten Charterpapiere (Transitlog, Permit u. Ä.) erläutern lassen und klären, ob Handbücher für die Bordgeräte vorhanden sind.
  • Motor Ölstand kontrollieren, Keilriemen-Spannung checken (max. 1 Zentimeter Spiel). Schauen, wo der Wasserfilter sitzt und wie er bei Verstopfung durch Seegras oder Unrat zu öffnen ist. Danach dicht verschließen. Ist Motoröl für den Diesel an Bord? Im Anschluss Probelauf durchführen.
  • Sanitäranlage Prüfen, ob die Toiletten gängig sind. Falls ein Fäkalientank vorhanden ist, das Ventil suchen und der Crew zeigen, wie es funktioniert. Lenzt die Duschpumpe? Oft ist der Ansaugflansch verstopft. Läuft das Klo im Hafen bei Ruhelage voll, ist die Dichtung der Pumpe defekt.
  • Werkzeug/Ersatzteile Den Werkzeugkasten öffnen und Inhalt prüfen, oft fehlt die Hälfte. Wichtige Ersatzteile: Klebeband, Segeltuch-Reparatur-Kit, Impeller, Zündkerze, Zündkerzenschlüssel, Scherstift für Außenborder, Sikaflex, Schellen, Keilriemen, Schmiermittel (WD 40 o. Ä.), Schäkel, Schrauben.
  • Pantry Für den Herd muss der Gasabsperrhahn lokalisiert werden. Den Kühlschrank möglichst früh einschalten und länger laufen lassen, um zu sehen, ob er richtig kühlt. Den Thermostat (meist im Kühlfach) überprüfen und falls nötig, hoch- oder runterregeln. Wasserdruck am Hahn checken und schauen, ob das Wasser aus der Spüle vernünftig abläuft.
  • Sicherheit Die persönliche Sicherheitsausrüstung für jedes Crewmitglied besteht aus Weste, Lifebelt, Lifeline. Häufig ist der Erste-Hilfe-Kasten geplündert, ein Blick hinein empfiehlt sich. Wo sind die Feuerlöscher platziert? Sind die Seenotsignale vollzählig an Bord und noch nicht abgelaufen? Wo liegt der Bolzenschneider für die Wanten?
  • Bilgepumpen/Kiel Nur selten praktiziert, aber durchaus sinnvoll ist es, einen Blick in die Bilge und auf die Kielbolzen zu werfen. Haarrisse um die Bolzen deuten auf eine schwere Grundberührung hin, die noch nicht repariert ist. Steht Wasser in der Bilge, muss es im Hafen strenggenommen per Schwamm gelenzt werden (Umweltschutz). Danach Testlauf.
  • Seeventile Alle Borddurchlässe lokalisieren und ausprobieren. Sind sie nicht gängig, kann es schlimmstenfalls gefährlich werden. Bei einem oder mehreren Fäkalientanks an Bord: Wo sind die Ventile dafür? Nicht aus Versehen das Ventil für die Motorkühlung schließen. Mit der Crew genau klären, wer wann welches Ventil abriegeln soll.

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